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Chronographen-Skalen

27.01.2017 von
Omega Speedmaster Omega Speedmaster, Bild © Bert Buijsrogge
27.01.2017 von

 

Zu einem gewissen Zeitpunkt wäre es angemessen gewesen, das enorme Interesse an Vintage-Chronographen als eine Art Mode-Erscheinung zu beschreiben. Mittlerweile liegen diese Zeiten aber weit hinter uns. Heute liegen Vintage-Chronographen mehr denn je im Fokus von Sammlern. Der Dank gebührt prominenten Trendsettern, denn sie machen einen Großteil des Marktes für besondere Vintage-Uhren aus. Der Interessenwechsel hin zu diesen Uhren kann auch erklären, warum Uhren-Liebhaber immer neugieriger auf die winzigen Details ihrer Uhren werden. Beim Sammeln von Vintage-Chronographen gibt es scheinbar endlos viele Details, in denen man sich verlieren kann.

Bei all den Details eines Vintage-Chronographen sind Skalen am Rand des Zifferblattes  mit am faszinierendsten. Früher nutzte man sie für Berechnungen. Diese Skalen waren oft auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten. Lassen Sie uns die verschiedenen Skalen-Typen und deren Gebrauch näher betrachten.

 

Tachymeter

Rolex Daytona

Rolex Daytona, Bild: © Bert Buijsrogge

 

Die Tachymeter-Skala ist unter den vielen Skalen-Typen die am häufigsten genutzte. Dies liegt daran, dass eine Tachymeter-Skala in vielen verschiedenen, alltäglichen Anwendungen nützlich ist. In erster Linie nutzt man eine Tachymeter-Skala zum Berechnen von Geschwindigkeiten, indem man die Zahl 3.600, also die Anzahl der Sekunden in einer Stunde, durch die verstrichene Zeit dividiert. Außerdem kann man mit einer Tachymeter-Skala zurückgelegte Distanzen ermitteln. Allerdings muss man dann die Geschwindigkeit kennen und diese während des Messprozesses konstant beibehalten.

Wie zu erwarten, gibt es Tachymeter-Skalen vor allem bei Uhren, die für den Motorsport designt wurden. So zum Beispiel bei der Rolex Daytona und der Omega Speedmaster. Wenn eine solche Skala vorhanden ist, muss die Uhr nicht automatisch für den Rennsport gedacht sein. Eine Tachymeter-Skala ist nämlich sehr funktionell und vielseitig.

 

Pulsometer

Longines Pulsometer

Longines Pulsometer, Bild: © Bert Buijsrogge

 

Am Handgelenk getragene Aktivitäts-Tracker wie die Apple Watch oder das Fitbit sind im Moment der letzte Schrei. Als ein Vorfahr dieser neueren Gadgets kann ein Chronograph mit Pulsometer angesehen werden. Uhren mit einer solchen Skala kamen in den 1920er-Jahren auf den Markt. Sie waren wichtige Werkzeuge von Ärzten, um den Puls eines Patienten genau und mit Leichtigkeit zu messen.

Die meisten Pulsometer-Skalen sind auf 15 oder 30 Pulsschläge ausgelegt. Um also den Puls zu ermitteln, müssen Sie als erstes den Chronographen starten. Sie stoppen den Messvorgang nach 15 oder 30 Schlägen, je nach Skala. Der Stoppsekundenzeiger zeigt nun den Puls an, also die Pulsschläge pro Minute. Uhren wie die frühe Longines 13ZN Chronograph oder die A. Lange & Söhne 1815 Chronograph werden noch attraktiver, wenn man weiß, wie einfach diese Skala zu nutzen ist.

 

Telemeter

Junghans Meister Telemeter

Junghans Meister Telemeter, Bild: © FratelloWatches

 

Ein Telemeter ist jedes Gerät, das Entfernungen misst. Auch Chronographen mit einer solchen Skala messen Distanzen. Die uhrmacherischen Wurzeln von Telemetern liegen im militärischen Bereich. Soldaten nutzten diese Geräte, um zum Beispiel die Distanz zwischen ihrem Standpunkt und feindlichen Artillerie-Geschossen zu ermitteln.

Als Grundlage für die Entfernungs-Berechnung dient das Prinzip der Schallgeschwindigkeit. Man startet den Chronographen, wenn man zum Beispiel das helle Licht eines Blitzes sieht. Dann stoppt man den Messvorgang, wenn man den Donner hört. In der gestoppten Position zeigt der Stoppsekundenzeiger die Distanz zwischen Ihnen und dem herannahenden Gewitter an. Die Entfernung wird je nach Skala in Kilometer oder Meilen angegeben.

 

Dezimeter

Last, but not least haben wir noch die Dezimeter-Skala. Hierbei handelt es sich um eine Skala mit 10er-Intervallen für die Zeitnahme der Hundertstel einer Minute. Diese Skala wird vor allem bei der industriellen Zeitmessung und in der statistischen Analyse genutzt. Grund hierfür ist die dezimale Zeiteinteilung. Eine meiner persönlichen Lieblingsuhren mit Dezimeter-Skala auf dem Zifferblatt ist die Carrera von Heuer mit der Referenznummer 2447D. Dieser Chronograph ist sehr selten und besitzt eine zeitlose Ästhetik.

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