01.04.2019
 3 Minuten

Baselworld 2019 – Was es zu sehen gab und was wir uns für die Zukunft erhoffen

Von Balazs Ferenczi
Baselworld 2019 – Was es zu sehen gab und was wir uns für die Zukunft erhoffen

Baselworld 2019 – Was es zu sehen gab und was wir uns für die Zukunft erhoffen

Die Baselworld 2019 liegt hinter uns. Trotz der vielen Gerüchte, die es im Vorfeld um die Messe gab, war es für einige Marken eine der erfolgreichsten Veranstaltungen überhaupt. Andere wiederum beschwerten sich, dass es nicht so gut gelaufen sei wie erhofft. Doch was denken Presse, Besucher und Verbraucher über die Baselworld 2019 und die Zukunft der Messe? Wird sie so lange schrumpfen, bis sie keine Bedeutung mehr in der Uhrenbranche hat? Oder war 2019 ein Weckruf für das Management, den Kurs drastisch zu korrigieren? Die Zeit wird es zeigen, vor allem wenn sich noch mehr Hersteller für einen Rückzug entscheiden. Ich persönlich würde mich freuen, wenn es gelänge, die Messe zu retten. Die Veranstalter müssen nun vor allem den Marken und Verbrauchern zuhören.

Baselworld 2019
Baselworld 2019

Der Aufbau der Messe

Die Baselworld ist schon jetzt deutlich kleiner als vor vier Jahren. Damals belegte sie vier Gebäude und ein Zelt, das Palast genannt wurde. Hier hatten die unabhängigen Haute-Horlogerie-Marken wie MB&F oder Ressence ihre Stände. Dieses Jahr wurden sie in Halle 1 untergebracht, dem Hauptgebäude der Messe. Weil die Swatch Group nicht mehr an der Messe teilnimmt, ist eine beachtliche Fläche im Erdgeschoss frei geworden. Das bot zum Beispiel Breitling die Chance sich besser zu positionieren, hatte man sich in den Jahren zuvor noch hinter Omega einreihen müssen. Dieses Jahr hatte Breitling den wohl größten Stand, den die Marke je hatte. Auch das Pressezentrum zog vom Nachbargebäude in Halle 1 um, was es Pressevertretern einfacher machte, von dort aus die Stände zu besuchen.

Alles an einem Platz

Die zentrale Position des Presse-Zentrums war Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite konnten wir so schnell von einem Stand zum nächsten ziehen. Andererseits leidet der Vitamin-D-Haushalt dramatisch, wenn man ein Meeting nach dem anderen absolviert und dazu nicht einmal mehr den zentralen Messeplatz überqueren muss – Sonnenschein natürlich vorausgesetzt. Indes hatten einige Marken, die offiziell nicht an der Baselworld teilnahmen, aber dennoch in der Stadt waren, im Hyperion Hotel Quartier bezogen. Dies bot uns eine gute Gelegenheit, ab und an das Tageslicht zu sehen.

Press Center Baselworld 2019
Press Center Baselworld 2019

Ein Schaufensterbummel für 60 CHF

Alle, die weder Aussteller noch Journalist waren, aber trotzdem die „Uhren- und Schmuck-Community“ besuchen wollten, konnten ein Tagesticket erwerben. Online kostete das Ticket 45 CHF, am Ticketschalter von Halle 1 lag der Preis bei 60 CHF. Für Besucher, die häufig Tausende Kilometer reisen, eine relativ günstige Gelegenheit, um einen Tag auf der Messe zu verbringen. Vor Ort waren dann aber viele enttäuscht: Man sah die Uhren von den großen Marken nur hinter Glas, in Schaufenstern und Vitrinen. Nur die kleineren Firmen zeigten zum Teil die neuesten und besten Modelle. Die großen Marken wie Rolex, Tudor oder Seiko taten das nicht. Für sie ist die Baselworld eine Fachmesse auf der sie Zulieferer und Partner treffen, ihre Neuheiten den Medien präsentieren und sich ein Stelldichein mit dem Who is Who der Uhrenindustrie geben.

Baselworld 2019
Baselworld 2019

Was sich ändern muss

Letztlich schaffte es die Baselworld 2019 aber, ein interessantes neues Konzept für die Presse zu präsentieren. Für „normale“ Besucher war es hingegen ein enttäuschendes Erlebnis, weil die großen Namen fehlten. Ein Erfolg war es am Ende vielleicht für die kleineren Brands, die normalerweise nicht so viel Aufmerksamkeit erhalten. Das Fehlen der Swatch Group hinterließ nicht nur ein großes Loch in der Kasse der Veranstalter, es fehlten auch einige wichtige Zugpferde wie Omega, Breguet, Blancpain, Glashütte Original, Tissot, Certina, Longines, Hamilton und einige mehr. Die Zeit, die Journalisten normalerweise mit diesen Herstellern verbracht hätten, widmeten sie nun den kleineren Herstellern. Auf den Punkt gebracht ist die Baselworld immer noch die größte und einflussreichste Veranstaltung in der Uhrenbranche weltweit (schon allein aufgrund ihrer Größe), aber wenn die Verantwortlichen nicht auf die Kritik von Marken, Journalisten und Besuchern reagieren, ist das vielleicht in drei bis fünf Jahren nicht mehr so. Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen nicht mehr auf billige Marketing-Tricks hereinfallen. Deshalb kann man den Machern der Messe nur raten: seid ehrlich, betrachtet auch die andere Seite der Medaille und nehmt die Herausforderungen der Zeit an. Lasst uns die Baselworld retten!

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Über den Autor

Balazs Ferenczi

Ich interessiere mich schon so lange ich denken kann für Uhren. Eine schöne Uhr sollte meiner Meinung nach der einzige Schmuck sein, den ein Mann trägt. Die Wahl …

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