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Vintage-Schätze: Tudor Oysterdate „Big Block” Chronograph

Robert-Jan Broer
13.12.2017
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Tudor Tudor "Big Block", Imagen: Bert Buijsrogge
Robert-Jan Broer
13.12.2017

 

In dieser Reihe widmen wir uns bestimmten Vintage-Uhren oder ganzen Uhrenkollektionen aus vergangenen Tagen. Zunächst schauen wir uns die verschiedenen Modelle der Oysterdate „Big Block” Chronograph von Tudor genauer an. Obwohl man diesen Chronographen früher kaum Beachtung schenkte, sind sie heute ziemlich beliebt. Seitdem Tudor 2010 mit neuer Strategie auf dem europäischen und dem US-amerikanischen Markt wiedereingeführt wurde, wächst das Interesse an Uhren der Schweizer Marke stark.

 

Der Sammler-Markt für Tudor

 

In den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren war es noch recht „einfach”, Tudor zu ignorieren. Das lag zum einen daran, dass die Preise für Rolex-Uhren nicht so hoch waren, wie sie es heute sind. Zum anderen verfügten Tudor-Zeitmesser über sehr ähnliche Gehäuse und Armbänder wie die Rolex-Modelle waren aber nicht mit Manufakturkalibern ausgestattet, sondern mit Standardwerken von Zulieferern. Ein paar Sammler-Visionäre wagten es trotzdem und investierten in erschwingliche Submariner-Taucheruhren und „Big Block”-Chronographen von Tudor. Zu dieser Zeit konnte man diese, verglichen mit den heutigen Preisen, sehr günstig erwerben.

Als das Interesse an Vintage-Uhren von Rolex anstieg, wuchs auch das Interesse an älteren Tudor-Modellen, zumal sie auch deutlich günstiger waren. Irgendwann verschwand Tudor mehr oder weniger aus dem Sortiment vieler Händler, was während der Räumungsverkäufe zu Kaufräuschen bei Sammlern führte. Diese Zeiten sind allerdings längst vorbei und Tudor gehört wieder zu den angesagtesten Marken überhaupt. Eine „Big Block” Chronograph aus den 1990er-Jahren liegt derzeit bei ungefähr 4.000 EUR, ältere Exemplare kosten sogar deutlich mehr.

Doch bevor wir tiefer in die Story der „Big Block” Chronograph eintauchen, lassen Sie uns einen Blick auf die Vorgängermodelle werfen.

 

Tudor-Chronographen mit Handaufzug

Vintage Tudor Oysterdate Chronograph

Vintage Tudor Oysterdate Chronograph

 

Im Jahre 1970, sechs Jahre vor der Einführung der Prince Oysterdate (von Sammlern liebevoll „Big Block” genannt), brachte Tudor seine ersten Chronographen heraus. Diese waren mit Handaufzugswerken ausgestattet und hießen einfach nur Oysterdate Chronograph. Der Gehäusedurchmesser betrug 39 mm und die feststehende Lünette mit Tachymeterskala bestand entweder aus Edelstahl oder schwarzem Plexiglas. Eine dritte Version mit drehbarer Lünette kam nie auf den Markt, ist aber in historischen Unterlagen dokumentiert. Diese Uhren mit den Referenznummern 7031/0, 7032/0 und das nicht eingeführte Modell 7033/0 waren die allerersten Tudor-Chronographen der 1970er-Jahre. Alle drei Varianten wurden vom Chronographenkaliber Valjoux 7734 angetrieben.

Obwohl das Gehäuse dem der Rolex Daytona ähnelt, übertrifft der Durchmesser des Tudor-Chronographen mit 39 mm die Daytona um zwei Millimeter. Außerdem boten die Uhren von Tudor schon damals eine Datumsanzeige, die Daytona hat diese bis heute nicht.

 

Tudor Oysterdate Chronograph

Tudor Oysterdate Chronograph, Foto: Christopher Beccan

 

Bereits 1971 brachte Tudor eine neue Chronographen-Generation heraus, die 7100-Serie. Unter Liebhabern sind diese Armbanduhren unter dem Spitznamen „Monte Carlo”-Modelle besser bekannt. Beim Uhrwerk entschied sich der Hersteller für das Valjoux 234, das ebenfalls über einen Handaufzug verfügt. Es tickt aber mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde (A/h) anstatt der 18.000 A/h des Valjoux 7734. Durch dieses Kaliber-Upgrade verbesserte sich die Ganggenauigkeit der Chronographen. Drei neue Referenznummern ersetzten die erste Generation.

Die Hauptunterschiede zu den Vorgängermodellen bestehen in der Farbgebung und bei der Lünette, die es in drehbarer Ausführung oder mit Tachymeterskala gibt. Diese drei Referenznummern blieben länger im Tudor-Katalog als die ersten Versionen. Selbst nach der Einführung der „Big Block” 1976 verblieben sie für ein weiteres Jahr im Katalog.

 

Die Tudor „Big Block“

 

Die dritte Generation der Tudor-Chronographen ist wegen der Dicke ihrer Gehäuse auch unter dem Namen „Big Block” bekannt. Das Automatikkaliber, das auf dem Valjoux (jetzt ETA) 7750 basierte, benötigte mehr Platz als das Handaufzugswerk 234. Deshalb war das dickere Gehäuse notwendig.

Das Zifferblatt veränderte sich grundlegend: Kam bei den Vorgängermodellen noch eines mit zwei Hilfszifferblättern zum Einsatz, so waren es bei der „Big Block” drei, die bei 12, 9 und 6 Uhr saßen und dem typischen Look des Valjoux 7750 entsprachen. Die Datumsanzeige befand sich auf der 3-Uhr-Position. Wie bei allen Rolex Modellen mit Datum, ausgenommen der damaligen Sea-Dweller, hatte der Tudor Chronograph eine Zykloplupe zur 2,5-fachen Vergrößerung der Datumsanzeige.

 

Tudor Big Block Chronograph "Monte Carlo"

Tudor Big Block Chronograph „Monte Carlo“

 

Die Referenznummer 9430/0 war mit verschiedenen Zifferblättern erhältlich, unter anderem mit der „Monte Carlo”- und der „Exotic”-Version. Letztere Variante erhielt ihren Namen von der schwarz-orangenen Farbgebung. Auf diesen neuen Zifferblättern stand der Schriftzug „Automatic Chrono Time” auf dem Hilfszifferblatt bei der 6 geschrieben.

Es gab mehrere Versionen der „Big Block”, so zum Beispiel das Modell von 1980 mit der Referenznummer 9420/0 und Flachkantkronenschutz. Diese Variante besaß ein grau-blaues Zifferblatt mit aufgemalten Markierungen und erhielt schnell den Spitznamen „Exotic”. Darüber hinaus war dieses Modell mit einer blauen Lünette aus Plexiglas versehen, genauso wie das Vorgängermodell mit der Referenznummer 7149/0. Die Aufzugskronen und Armbänder trugen bis 1992 den Schriftzug Rolex, erst danach nutzte Tudor den eigenen Markenschriftzug bei den Armbändern.

 

Das Ende von Plexiglas

Im Jahr 1989 erhielt die Tudor „Big Block” Chronograph ein weiteres Update. Die Referenznummer 79100 ersetzte von nun an die 94×0 Referenznummern. Beim Zifferblatt gab es nur ein paar kleinere ästhetische Änderungen. Die größte Neuerung kam 1992, als Tudor die Armbänder mit seinem eigenen Markenschriftzug versah. Bis 1995 wurden alle Tudor-Chronographen mit Plexiglas ausgestattet.

Die Tudor „Big Blocks” der 79100-Serie waren die letzten Modelle mit Plexiglas. Rolex hatte bereits Mitte der 1980er-Jahre damit angefangen, Saphirglas für Sportuhren zu verwenden. Die Tudor 79100 ist gleichzeitig die letzte Referenznummer mit dem Beinamen „Big Block”.

 

Die „Big Block” wird zur Prince

 

1996 wurde die nächste große Änderung enthüllt. Tudor führte die Referenznummer 79200 mit Saphirglas und leicht „verbessertem” Gehäusedesign ein. Von nun an war das Gehäuse ein bisschen runder und wirkte etwas eleganter. Man könnte sagen, das Gehäuse näherte sich dem der Rolex Daytona mit der Referenznummer 16520 an. Die 79200 wird nicht mehr als „Big Block” bezeichnet, sondern hat ihren eigenen offiziellen Namen: Prince Oysterdate Chronograph.

Das Uhrwerk basierte weiterhin auf dem Valjoux 7750. Im Jahr 2000 druckte Tudor den Modellnamen Prince Date auf das Zifferblatt. Ab den späten 1990er-Jahren und den frühen 2000ern begann Tudor damit, Armbänder im Jubilee-Stil oder Lederbänder für Chronographen zu nutzen.

 

Sprung zum Black Bay Chronograph

 

2011 führte Tudor die Heritage Chrono 70330N ein und 2013 kam ebenfalls eine „Monte Carlo”-Version mit blau-weiß-orangenem Zifferblatt hinzu. Es sind moderne Interpretationen der Vintage-Chronographen mit zwei Hilfszifferblättern aus den 1970er-Jahren, die unter Fachjournalisten und Sammlern ein hohes Ansehen genossen.

Dieses Jahr hat Tudor alle mit einem neuen Chronographenmodell in der beliebten Kollektion Black Bay überrascht. Dieses ist noch weiter entfernt von der „Big Block” und den 7100/7030-Serien als die Heritage Chrono, besitzt mit seinem Zwei-Hilfszifferblatt-Design, den verschraubten Drückern und dem fehlenden Kronenschutz aber einen Vintage-Appeal. Die Lünette ist eine Reminiszenz an die der Rolex Daytona 16520 bzw. 116520. Das Zifferblattdesign der Black Bay Chronograph ist typisch für Tudor-Chronographen der 1970er.

 

Tudor Heritage Black Bay Chrono

Tudor Heritage Black Bay Chrono, Foto: Bert Buijsrogge

 

Auch wenn die Uhr mehrere Elemente miteinander vermischt, hat sie ihre ganz eigene Tudor-Identität. Interessant ist zum Beispiel das neue Uhrwerk, das aus einer Zusammenarbeit von Breitling und Tudor hervorging. Es basiert auf dem Kaliber B01 von Breitling. Interessanterweise kosten die erschwinglichsten Breitling-Chronographen mit dem B01 ungefähr zweimal so viel wie die Tudor-Uhr. Natürlich kommt es auf mehr an als nur auf das Uhrwerk, trotzdem ist es die teuerste Komponente einer Uhr. Im Gegenzug nutzt Breitling nun das Tudor-Manufakturwerk MT5613 für einige Modelle. Dies ist eine interessante Entwicklung und ein klares Zeichen an die Swatch Group, dem Eigentümer der ETA.

Die Heritage Chrono und die Black Bay Chrono führen das Erbe der Tudor-Chronographen fort. Ob Sie eines der neuen, modernen Modelle oder eine Vintage-Uhr vorziehen – die Entscheidung liet ganz bei Ihnen.

 

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