17.09.2020
 4 Minuten

Cartier – von Tradition, Kreativität und Savoire-faire

Von Chrono24
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Cartier – von Tradition, Kreativität und Savoire-faire

Wer sein Herz leicht an luxuriöse und ausgefallene Schmuckstücke und klassisch schöne Zeitmesser verliert, für den ist der Name Cartier wohl genauso gefährlich wie auch reizvoll. Die französische Luxusmarke blickt mittlerweile auf mehr als 170 Jahre Geschichte, Tradition und Expertise zurück – doch sich darauf auszuruhen, war nie eine Option. Die wichtigsten Meilensteine, wissenswerte Fakten und einige Daten aus unserem Chrono24-Schatz haben wir hier für Sie in grafischer Form zusammengetragen. 

 

 

Gründervater des Familienimperiums war Louis-Francois Cartier. Als Sohn eines Juweliers war er in bewegte Zeiten hineingeboren worden: Frankreich erholte sich gerade von der Niederlage in den Napoleonischen Kriegen und der Besetzung durch die Alliierten. Er erlernte das Handwerk seines Vaters und übernahm danach das Geschäft seines Lehrers, Adolphe Picard, in Paris. Dort wurde er in gut betuchten Kreisen schon bald als großes Nachwuchstalent bekannt und durfte zahlreiche Adels- und Königshäuser zu seinen besten Kunden zählen – sein baldiger Ruf: „Juwelier der Könige und König der Juweliere“.  

Louis-Francois‘ Sohn Alfred trat damit in große Fußstapfen, als er als Partner in das Unternehmen einstieg – ihm folgten später auch seine Söhne Louis, Pierre und Jacques. Zusammen bauten sie auch den Uhrenzweig des Unternehmens weiter aus. Vor allem im Bereich der Armbanduhren wurde hier Pionierarbeit geleistet, denn nach wie vor wurde der Markt von der klassischen Taschenuhr dominiert. Diese stellte sich in manchen Lebenslagen als äußerst unhandlich heraus – ein Umstand, dem Louis Cartier bald ein Ende setzen sollte. 

 

 

Es war schließlich die Freundschaft zwischen Louis und dem brasilianischen Flieger Alberto Santos-Dumont, die die Herrenarmbanduhr salonfähig machen sollte. Alberto beklagte, dass es beim Fliegen schlichtweg unpraktisch sei, eine Taschenuhr zu nutzen, woraufhin Louis 1904 die sowohl praktische als auch formschöne Cartier Santos entwickelte. Die erste Fliegeruhr und gleichzeitig erste massentaugliche Herrenarmbanduhr auf dem Markt war ein revolutionärer Erfolg, den Gründer Louis-Francois jedoch leider nicht mehr miterleben konnte – er verstarb im gleichen Jahr. 

Auch in den kommenden Jahren wurden viele Designs und Entwicklungen Louis Cartier zugeschrieben, während sich die Brüder Pierre und Jacques der Expansion des Unternehmens widmeten. 1914 erschien erstmals ein Designmuster, das die kreativen Weichen für die Zukunft des Unternehmens legen sollte.  

 

 

Eine mit Onyxen und Diamanten besetzte Damenarmbanduhr zeigte erstmals das typische Fellmuster eines Panthers. Dieses sollte die spätere künstlerische Leiterin von Cartier, Jeanne Toussaint, zu zahlreichen weiteren Stücken inspirieren, die nicht nur das Muster, sondern auch die Figur des Panthers aufgriffen und ihn so zum Sinnbild für Cartier und auch zum Spitznamen von Toussaint machten. Sie war fortan bekannt als „la panthère“ und prägte den Stil von Cartier über mehrere Jahrzehnte hinweg maßgeblich mit.  

Doch nicht nur die Tierwelt diente im Hause Cartier als Inspirationsquelle. Gerade in Sachen Uhrendesigns sind die Ursprünge ebendieser auch aus dem Alltag gegriffen. So erzählt man sich, dass das expressionistisch anmutende Modell Cartier Crash ein ganz simples Vorbild hatte: eine bei einem Autounfall zerstörte Cartier-Uhr. Ebenfalls von Alltag und Zeitgeschehen inspiriert, soll das Design der Cartier Tank in seiner Form den im 1. Weltkrieg erstmals eingesetzten Panzern nachempfunden sein. Lesen Sie mehr zur Tank auch in unserem passenden Buyer’s Guide. 

 

 

Während Louis sich dem Geschäft von Frankeich aus widmete, versuchte Pierre den Markt in Amerika zu erschließen. Mit einem besonderen Schmuckstück erreichte er, dass sich bald die High Society von New York bei ihm tummelte, nur um es einmal zu sehen: Es handelte sich um eine zweireihige Perlenkette aus 55 und 75 perfekten Perlen, die zur damaligen Zeit unglaublich selten und deshalb kostbar waren. 

 

  

Zu den Bewunderern der rund 1 Mio. US-Dollar teuren Ketten zählte auch Maisie Plant, Ehegattin des Finanziers Morton Plant, die gemeinsam in einem Anwesen an der 5th Avenue residierten. Zufälligerweise hatte Pierre bereits seit längerem ein Auge auf die Immobilie geworfen – würde sie doch einen repräsentativen Standort für sein Juweliergeschäft abgeben. Er bot Morton die Kette im Tausch für das Anwesen an und dieser akzeptierte – schließlich war er dafür bekannt, seiner Frau jeden Wunsch zu erfüllen. Der perfekte Deal. Noch heute ist Cartier dort ansässig und das Gebäude wird das „Cartier Building“ genannt.  

 

 

Durch die Errungenschaft des World Wide Web ist Cartier heute nicht mehr zwingend auf die Top Locations auf der ganzen Welt angewiesen – Schmuck und Uhren lassen sich sowohl über den hauseigenen Onlineshop, aber natürlich auch auf Luxus-Plattformen wie Chrono24 erstehen. Auch bei uns zählt Cartier zu den Top 10 der beliebtesten Uhrenmarken – genauer gesagt residiert Cartier auf Platz 6 der meistverkauften Uhrenmarken auf Chrono24 im vergangenen Jahr.  

 

 

Die beliebtesten Modelle dürften dabei allerdings nicht überraschen. So findet sich das Modell Cartier Panthère mit 11 % der Cartier-Verkäufe auf Chrono24 (2019) auf dem dritten Platz. Auf dem zweiten Rang treffen wir eine alte Bekannte: Die Cartier Santos machte 2019 rund 25 % der Cartier-Verkäufe aus. Und: Wie sollte es anders sein? Mit rund 30 % auf dem ersten Platz residiert die ebenso wandelbare wie klassische Cartier Tank.  

 

 

Sehen wir uns auf dem Weltmarkt um, so sind die Zeitmesser von Cartier besonders beliebt in den USA (18 %), Deutschland (12 %) und dem Vereinigten Königreich (11 %). Bezogen werden die Uhren jedoch am häufigsten aus Deutschland (22 %), den USA (16 %) und Italien (10 %). 

 

Mehr lesen:

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