15.05.2024
 4 Minuten

Cartier vs. Rolex – kann der Juwelier die Krone schlagen?

Von Jorg Weppelink
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Cartier vs. Rolex – kann der Juwelier die Krone schlagen?

Die Welt der Luxusuhren ist voller klangvoller Namen. Rolex und Cartier sind wahrscheinlich die beiden bekanntesten überhaupt. Welche Marke hat im direkten Vergleich die Nase vorn? Finden wir es heraus!

Cartier vs. Rolex: die Geschichte

Rolex ist die größte Luxusuhrenmarke der Welt, deren Wurzeln bis ins Jahr 1905 in London zurückreichen. 1919 zog die Marke nach Genf in der Schweiz um und schuf 1926 mit der Rolex Oyster die erste wasserdichte Uhr. Die Rolex Perpetual war die erste automatische Uhr mit Aufzugsrotor und kam 1931 auf den Markt. In den 1950er-Jahren setzte die Marke mit der Submariner, der GMT-Master und der Explorer den Standard für moderne Sportuhren. Mit anderen berühmten Zeitmessern wie der Cosmograph Daytona, der Day-Date, der Datejust und der Yacht-Master erweiterte die Marke ihr Portfolio und wurde zur berühmtesten Uhrenmarke der Welt sowie einem Synonym für Erfolg und Prestige.

Vintage Rolex Oyster (ca. 1940er)
Eine Vintage Rolex Oyster aus den 1940er-Jahren

Cartier wurde 1847 in Paris als Luxusschmuckmarke gegründet. Anfang des 20. Jahrhunderts begann das Unternehmen mit der Uhrenherstellung, wobei die Cartier Santos-Dumont die erste in Massenproduktion gefertigte Uhr war. Bald darauf folgten die Cartier Tonneau, die Baignoire und die Tortue. 1918 stellte die Marke das Modell Cartier Tank vor, das schnell zum Erfolg wurde. In den folgenden Jahrzehnten wurden viele Cartier Tank-Varianten herausgebracht, die zusammen mit der Santos, der Pasha und der Crash zu den bekanntesten Uhren überhaupt wurden und Cartier zu einem der renommiertesten Uhrmacher und zu einem Symbol für Finesse und Klasse machten (lesen Sie mehr über Cartiers reiche Geschichte in unserem Artikel Cartier – Kreativität, Eleganz und Tradition).

Vintage Cartier Tonneau (ca. 1978)
Eine Vintage Cartier Tonneau von ca. 1978

Uhrenkollektionen und -modelle

Die Cartier Tank Normale ist die klassischste Version dieses Modells.

Cartier verfügt über eine umfangreiche Uhrenkollektion, die aus neun Standardlinien und zwei Sonderlinien mit limitierten Sammlereditionen und besonderen Haute-Horlogerie-Stücken besteht. Die berühmteste ist die Tank, jene Kollektion, die so großartige Modelle wie die Tank Louis Cartier, die Tank Française, die Tank Américaine, die Tank Must oder die Tank Cintrée enthält. Weitere berühmte Linien sind die Pasha, die Santos, die Panthère sowie die Ballon Bleu. Die Privé-Kollektion der Marke legt einige der einzigartigen Klassiker aus den Archiven in begrenzter Stückzahl neu auf – zweifelsohne zur Freude vieler Liebhaber und Sammler.

The Rolex Submariner 16610LN
Die Rolex Submariner 16610LN

Die Rolex-Kollektion ist etwas anders aufgestellt. Zunächst hat die Marke ihre Professional-Linie, zu der Sportuhren wie die Submariner, Explorer, Explorer II, GMT-Master und die berühmte Daytona gehören. Die andere ist die Classic-Linie, die aus den stilvolleren Modellen wie Day-Date, Datejust, Sky-Dweller und 1908 besteht. Somit ist das Rolex-Portfolio recht übersichtlich, denn Rolex hat wirklich eine eingegrenzte Anzahl an Varianten. Doch mit 14 verschiedenen Produktlinien und einer Vielzahl großartiger Modellvarianten stehen jede Menge fantastischer Uhren zur Auswahl.

Stil und Design

Iconic, but rather expensive: the Cartier Tank Cintrée.
Ikonisch, aber recht teuer: die Cartier Tank Cintrée

In puncto Design sind Rolex und Cartier zwei völlig unterschiedliche Marken. Cartiers Design ist insgesamt viel klassischer, aber auch ästhetisch kreativer und vielfältiger. Daher hat jedes einzelne Modell einen unverwechselbaren Charakter, der auf die Zeit seiner Entstehung verweist und sich so von der Konkurrenz abhebt. Cartier-Fans suchen für gewöhnlich nach diesem charakteristischen Stil, um ein Design-Statement zu setzen.

Das Design der Rolex-Modelle ähnelt sich im Allgemeinen sehr stark. Die klare Handschrift von Rolex hat ihre Wurzeln in den 1940er-Jahren mit den klassischen Modellen Day-Date, Oyster Perpetual und Datejust sowie in den 1950er-Jahren mit den Sportmodellen GMT-Master, Submariner und Explorer. Die Ästhetik der Letztgenannten wurde zur Blaupause für die Sportuhren, wie wir sie heute kennen. Ein wichtiger Grundpfeiler der Designphilosophie von Rolex sind die behutsamen Anpassungen, die im Laufe der Jahre vorgenommen wurden: Evolution statt Revolution, wobei viele aktuelle Uhren noch immer direkt auf die frühen Generationen verweisen – ein Designansatz, der viele Rolex-Ikonen hervorbrachte.

Qualität und Technologie

In puncto Qualität ist Rolex bei massenproduzierten mechanischen Luxusuhren ungeschlagen. Rolex stellt alle Teile seiner Uhren selbst her, einschließlich der Uhrwerke. Rolex-Uhren sind für ihre fantastische Zuverlässigkeit, enorme Genauigkeit und hervorragende Verarbeitungsqualität bekannt.

Cartier bietet eine große Auswahl an mechanischen sowie quarzbetriebenen Uhren und stellt einen erheblichen Anteil seiner Kaliber selbst her, insbesondere die High-End-Werke für seine exklusiven Stücke. Die Marke verwendet zudem Basiswerke anderer renommierter Manufakturen, modifiziert und veredelt nach Cartier-Standards. Darüber hinaus arbeitet Cartier mit Drittherstellern zusammen, um neue Quarzwerke zu entwickeln.

Preisgestaltung und Wertbeständigkeit

Rolex-Uhren sind unglaublich wertbeständig. Obwohl der Markt in den letzten zwei Jahren etwas nachgelassen hat, werden viele aktuelle Rolex-Modelle immer noch über ihrem Listenpreis gehandelt. Und auch wenn die Preise für gebrauchte Rolex-Uhren gesunken sind, wird im Laufe der Zeit eine Steigerung erwartet. Vintage-Modelle von Rolex sind bei leidenschaftlichen Sammlern stets sehr gefragt, wodurch sie ihren Wert immer stabil halten.

Rolex Daytona – eine Ikone, die schwer zu bekommen ist

Cartier hat in den letzten fünf Jahren spürbar an Popularität gewonnen. Infolgedessen sind viele Uhren der Marke auf dem Gebrauchtmarkt im Preis gestiegen. Obwohl diese nicht annähernd an die Preise von Rolex heranreichen, zeigt dies eindeutig ein wachsendes Interesse an Cartier. Die seltenen Klassiker und limitierten Auflagen sind sehr begehrt und dementsprechend teuer. Sie können zwar immer noch eine günstige gebrauchte Cartier ergattern, aber wundern Sie sich nicht, wenn die Preise für diese Uhren in den kommenden Jahren weiter steigen.

Rolex vs. Breitling: wer gewinnt?

Wenn Sie eine erstklassige Allrounder-Uhr oder die ultimative funktionale Toolwatch suchen, sind Sie bei Rolex genau richtig. Uhren von Rolex sind dafür bekannt, ewig zu halten, und darüber hinaus ist Rolex die ultimative Luxusuhrenmarke. Wenn Sie jedoch etwas Ausgefalleneres, Stilvolleres und Einzigartiges suchen, ist Cartier die richtige Wahl. Die Marke bietet eine große Auswahl einzigartiger, ikonischer Klassiker mit Prestige und Raffinesse, die den funktionalen Charakter von Rolex übertrumpfen. Was auch immer Ihre Wahl ist, mit diesen beiden Luxusuhrenherstellern der Weltklasse können Sie nichts falsch machen.


Über den Autor

Jorg Weppelink

Hallo, ich bin Jorg und schreibe seit 2016 Artikel für Chrono24. Meine Beziehung zu Chrono24 reicht jedoch deutlich weiter zurück, denn meine Liebe zu Uhren erwachte …

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