04.09.2020
 6 Minuten

Chrono24 Buyer‘s Guide für die Grand Seiko Heritage Snowflake

Von René Herold
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Chrono24 Buyer‘s Guide für die Grand Seiko Heritage Snowflake

Die Grand Seiko Heritage Snowflake SBGA211 ist eines der beliebtesten Modelle des japanischen Luxusuhrenherstellers. Wie alle Zeitmesser aus dem Hause Grand Seiko ist auch die Snowflake makellos verarbeitet. Der Detailreichtum ist bei dieser Uhr jedoch besonders groß. Vor allem das namensgebende Zifferblatt macht die Snowflake zu einem Hingucker.

Die Grand Seiko Heritage Snowflake im Überblick
Die Grand Seiko Heritage Snowflake im Überblick

Das Design

Das strahlende Weiß und die feine, fast schon kristalline Struktur erinnern an frisch gefallenen Schnee. Und in der Tat wurde das Design von der Winterlandschaft um die Grand-Seiko-Werkstätten in Shiojiri in der Präfektur Nagano inspiriert. Das Blatt besteht aus mehreren dünnen Lagen, die in einem aufwendigen Prozess übereinandergeschichtet werden, bis der gewünschte Snowflake-Effekt entsteht.

Dieser einzigartige Untergrund bietet die perfekte Bühne für die von Hand anglierten und polierten Balkenindizes und Dauphine-Zeiger. Ihre akkurat ausgearbeiteten Fassetten reflektieren auch das kleinste bisschen Licht und verleihen der Uhr einen einzigartigen Glanz. Selbst das Datumsfenster bei 3 Uhr ist mit einem eigenen Rahmen versehen. Bei 8 Uhr finden Sie eine Gangreserveanzeige. Auch sie ist schneeweiß und leicht versenkt. Das wirkt zum einen sehr dezent und verleiht dem Zifferblatt zum anderen eine schöne Tiefe. Der Sekundenzeiger ist hingegen gebläut, hebt sich also sehr gut vom Zifferblatt ab.

Die perfekte Verarbeitung setzt sich beim Gehäuse nahtlos fort. Die Grand-Seiko-Designer entschieden sich bei der Snowflake für eine spezielle Titan-Legierung namens High-Intensity-Titanium. Es hat die gleichen Eigenschaften wie herkömmliches Titan (geringes Gewicht, hohe Zugfestigkeit), wartet jedoch mit einer deutlich höheren Kratzfestigkeit auf.

Grand Seiko SBGA211 Snowflake 
Bild: Bert Buijsrogge

Die Form des 41 mm großen Gehäuses ist stark von der legendären Seiko 44GS inspiriert. Anders als das historische Vorbild aus dem Jahr 1967 weist die Snowflake jedoch eine etwas geschwungenere Linienführung auf und wirkt weniger kantig. Wie bei allen Grand Seikos ist das Finish der Snowflake nahezu makellos. Polierte und gebürstete Flächen wechseln sich ab und sind durch messerscharfe Kanten voneinander getrennt. Die Uhrmachermeister nutzen zur Veredelung des Gehäuses die sogenannte Zaratsu-Technik. Diese erlaubt es, Flächen auf Hochglanz zu polieren, ohne dass es zu erkennbaren Verzerrungen kommt. Das Ergebnis ist eine Uhr von herausragender Qualität.

Das Spring Drive Kaliber 9R65

Das Kaliber 9R65 bildet das Herz der Snowflake. Bei dem Werk handelt es sich um ein sogenanntes Spring Drive – ein revolutionäres Kaliber, das Mechanik und Quarztechnik in sich vereint. Das Konzept stammt bereits aus den späten 1970er-Jahren und wurde vom Seiko-Ingenieur Yoshikazu Akahane entwickelt. Es dauerte allerdings bis zum Jahr 1997, bis das Spring Drive erstmals der Weltöffentlichkeit vorgestellt werden konnte.

Grand Seiko Heritage Snowflake Caseback, Bild: Bert Buijsrogge
Grand Seiko Heritage Snowflake Caseback, Bild: Bert Buijsrogge

In einem Spring Drive fungiert ein Quarzkristall als Taktgeber. Anders als bei einem herkömmlichen Quarzwerk wird der Takt aber nicht einfach über einen Mikrochip an einen Schrittmotor übertagen. Auch Batterien oder Akkus sucht man vergebens. Die Energie kommt, wie bei einer mechanischen Uhr, aus einer Aufzugsfeder. Diese treibt ein Gleitrad mit einem kleinen Permanentmagneten an. Um das Rad sind zwei kleine Elektromagnete angeordnet, in die durch die Rotation des Rades eine Spannung induziert wird. Diese Energie reicht aus, um den Quarzkristall in Schwingung zu versetzen und einen IC zu betreiben. Der kleine Chip schickt wiederum ein Signal an die Elektromagnete, die ihrerseits dafür sorgen, dass das Gleitrad auf exakt acht Umdrehungen in der Sekunde heruntergebremst wird. Von hier an übernimmt es ein herkömmliches Getriebe, wie man es auch in einer mechanischen Uhr findet, die Zeiger zu bewegen.

Das Spring Drive ist äußerst präzise. Es weicht maximal 15 Sekunden pro Monat von der Referenzzeit ab. Ein Erkennungszeichen dieser Kaliber ist der gleitende Sekundenzeiger, der sich ohne erkennbares Ruckeln über das Zifferblatt bewegt – ein geradezu hypnotischer Anblick. Ist das Werk voll aufgezogen, reicht die Gangreserve für bis zu 72 Stunden.

Welche Varianten der Snowflake gibt es?

Die aktuelle Ausgabe der Snowflake ist die Grand Seiko Heritage SBGA211. Ihre Premiere feierte die Uhr im Jahr 2010, damals allerdings noch mit Seiko-Logo und der Referenznummer SBGA011. Der Wechsel in der Namensgebung erfolgte erst im Jahr 2017, nachdem Grand Seiko als eigenständige Marke etabliert wurde. Bis auf die unterschiedlichen Logos auf dem Zifferblatt sind die Uhren also völlig identisch.

Grand Seiko SBGA259 “Golden Snowflake”
Grand Seiko SBGA259 “Golden Snowflake”

Im Jahr 2018 erweiterte Grand Seiko die Reihe um die Referenz SBGA259. Bei Fans der Marke ist diese Uhr auch als Golden Snowflake bekannt, denn Zeiger und Indizes bestehen bei ihr aus Gelbgold. Auch das Zifferblatt weist einen leicht goldenen Schimmer auf. Genau wie die weiße Snowflake war auch die goldene Variante zuvor unter der Referenznummer SBGA059 als Seiko-Uhr zu bekommen. Technisch unterscheiden sich beide Uhren nicht von der Standard-Snowflake.

Il arrive parfois que Grand Seiko lance des versions spéciales de la Snowflake en série limitée sur certains marchés. Ce sont principalement les États-Unis et le Japon qui ont la chance de profiter de ces pièces de collection. On peut notamment citer la référence SBGA421 présentée en 2020. Cette montre limitée à 390 exemplaires et spécialement conçue pour le marché japonais se distingue par ses touches de couleur rouge que l’on retrouve sur l’aiguille des secondes et celle de l’indicateur de réserve de marche, le bord du verre de protection ainsi que l’inscription „Spring Drive“. Le fond transparent est également composé d’un cristal de saphir rouge.

Grand Seiko Snowflake SBGA421
Grand Seiko Snowflake SBGA421

Fans bezeichnen die Referenz SBGA387 häufig als Blue Snowflake oder Frosty. Sie ist allerding nur eine sehr nahe Verwandte der Snowflake und unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich von dieser. Am auffälligsten ist das hellblaue Zifferblatt. Es ist in Kirazuri, einer traditionellen japanischen Mal- und Drucktechnik, gestaltet und hat Ähnlichkeit mit überfrorenem Schnee. Ein weiterer Unterschied ist das Gehäuse. Es besteht aus Edelstahl, ist 40 mm groß und im klassischen 44GS-Stil gehalten. Das heißt die Kanten sind deutlich betonter als bei der Snowflake. Die Uhr kam im Jahr 2018 in einer Stückzahl von 558 Exemplaren auf den Markt und war ausschließlich US-amerikanischen Grand Seiko Boutiquen vorbehalten.

Alternativen zur Snowflake

Grand Seiko bietet in der Elegance Kollektion eine Alternative zur Snowflake an. Die Blue Snowflake genannte Referenz SBGA407 ist ebenfalls mit einem Spring Drive 9R65 ausgestattet und hat ein hellblaues Snowflake-Zifferblatt. Das Gehäuse besteht aus Edelstahl und weist eine klassisch runde Form auf. Ein dunkelblaues Krokodillederarmband rundet den eleganten Look ab.

Wenn Sie auf das Spring Drive und die Zaratsu-Politur verzichten können, bietet sich die Seiko Presage SARX055 als preiswerte Lösung an. Fans nennen diese Uhr auch gerne die „Baby GS Snowflake“, und das aus gutem Grund. Die SARX055 ist optisch fast ein Zwilling der Snowflake. Ihr 41 mm großes Gehäuse ist ähnlich gestaltet wie das des Originals und besteht ebenfalls aus Titan. Allerdings nutzt Seiko nicht das High-Intensity-Titanium der Snowflake. Um das Material trotzdem vor Kratzern zu schützen, versieht es der Hersteller mit der selbst entwickelten DiaShield-Beschichtung. Das Zifferblatt unterscheidet sich vom Original durch das Seiko-Logo, den Presage-Schriftzug und die fehlende Gangreserveanzeige. Im Inneren der Uhr arbeitet das Seiko-Kaliber 6R15.

Seiko Presage SARX055
Seiko Presage SARX055

Eine besonders flache Vertreterin mit Snowflake-Zifferblatt ist die Presage SJE073. Ihr mit Zaratsu-Politur versehenes Edelstahlgehäuse ist dank des Kaliber 6L35 lediglich 9,8 mm hoch und passt somit problemlos unter jede Manschette. Seiko legte diese Uhr nur 1881 Mal auf.

Was kostet die Grand Seiko Snowflake?

Die Grand Seiko Heritage Snowflake SBGA211 finden Sie auf Chrono24 für knapp unter 5.000 EUR. Damit sparen Sie gegenüber der Preisempfehlung des Herstellers gut 1.000 EUR. Das Vorgängermodell SBGA011 ist noch ein paar Hundert Euro günstiger. Für ein ungetragenes Exemplar sollten Sie hier etwa 4.700 EUR einplanen, bereits getragene Uhren bekommen Sie ab ca. 3.800 EUR. Die günstigste Grand Seiko mit Snowflake-Zifferblatt ist die Golden Snowflake SBGA259. Sie kostet neuwertig ca. 4.500 EUR und gebraucht etwa 3.900 EUR.

Soll es eines der limitierten Snowflake-Modelle sein, müssen Sie mit deutlich höheren Preisen rechnen. So können Sie ein ungetragenes Exemplar der roten Snowflake SBGA421 für knapp 7.900 EUR kaufen. Die Referenz SBGA387 mit blauem Kirazuri-Zifferblatt kostet hingegen etwa 7.600 EUR. Planen Sie für bereits getragene Exemplare jeweils 1.000 EUR weniger ein.

Entscheiden Sie sich für eines der Presage-Modelle, wird es um einiges preiswerter. Die extra flache SJE073 kostet beispielsweise 2.200 EUR, während Sie das Serienmodell SARX055 bereits zu Preisen um 1.000 EUR finden.

Wertentwicklung

Grand Seiko Snowflake Wertentwicklung
Grand Seiko Snowflake Wertentwicklung

Uhren von Grand Seiko gelten allgemein als verhältnismäßig wertstabil. Dies gilt auch für die Snowflake-Modelle. Große Wertsteigerungen, wie sie beispielsweise Uhren von Rolex oder Patek Philippe erzielen, sind bei der Snowflake jedoch nicht zu erwarten. Als Investment ist die Uhr also nur bedingt zu empfehlen. Die SBGA211 ist eher ein Liebhaberstück, an dem Sie dank ihres Facettenreichtums über Jahre Ihre Freude haben werden.

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Über den Autor

René Herold

Mein Name ist René Herold und durch eine Stellenausschreibung auf Chrono24 aufmerksam geworden. Ich muss ehrlich zugeben, dass Uhren vor meinem Engagement bei …

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