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Der Jahresrückblick: Uhrentrends 2018

Bert Buijsrogge
20.12.2018
Der Jahresrückblick: Uhrentrends 2018

 

Im Allgemeinen verändern sich Uhren innerhalb eines Jahres nicht drastisch. Mal abgesehen von neuen Materialien, die in der Herstellung zum Einsatz kommen. Zumeist sind es kleinere Anpassungen, die eine z.B. robuster machen Uhr oder ihre Präzision betreffen. Ein Uhrenliebhaber braucht in der Regel jedoch keine großen Veränderungen, daher ist eine gewisse Beständigkeit nicht weiter schlimm. Werfen wir einen gemeinsamen Blick auf die Trends, die im Jahr 2018 erkennbar waren.

 

Farbe

 

Farbige Zifferblätter sind keine echte Neuigkeit. In 2018 kamen aber auffällig viele farbenfrohe Uhren auf den Markt. Umweltschutz ist seit vielen Jahren ein wichtiges Thema. Es war also an der Zeit, dass sich auch die Uhrenhersteller zur Farbe Grün bekennen. Glashütte-Original hat in 2018 die Sonderauflage der Sixties vorgestellt. Die Ref. 1-39-52-03-02-04 kommt in einem satten Grün, einem Schwarz-Verlauf und aufgeprägten Muster. Auch Oris präsentierte neue Modelle mit grünen Zifferblättern, unter Anderem die Aquis Date mit Sonnenschliff. In der Szene trägt sie wegen ihrer Farbe den Spitznamen „Hulk“, genau wie die Rolex Submariner LV.

 

Inhouse-Werke

 

Die Herstellung des ersten Manufakturkalibers ist ein bedeutender und großer Schritt für jeden Hersteller. Werke von ETA und Sellita in Uhren zu verbauen, ist allgemein üblich und schmälert den Wert einer Uhr nicht grundsätzlich. Eine Uhr mit einem Manufakturwerk auszustatten, ist dagegen Herausforderung und Statement. Auch lassen sich damit höhere Preise rechtfertigen, was bei Uhren mit einem ETA Kaliber nicht unbedingt der Fall ist.

Baume & Mercier haben für die wahrscheinlich größte Überraschung gesorgt, als sie ihre Clifton Baumatic Ref. 10436 vorstellten. Sie ist mit dem ersten Baume & Mercier Manufakturkaliber ausgestattet. es besitzt dank Powerscape Technologie und Silizium Komponenten eine beeindruckender Gangreserve von 120 Stunden und ist COSC-zertifiziert. Die Verwendung neuer Techniken in der Schmierung lassen dieses Werk unter verschiedenen Bedingungen präzise arbeiten. Als zusätzliche Leistung ist das Werk außerdem bis zu 1.500 Gauss amagnetisch.

 

Ohne Ende Armbänder

 

Wohin man auch schaute – auf der SIHH 2018 wurden überall die verschiedensten Armbänder präsentiert. Ein echter Uhrenliebhaber hat natürlich eine gewisse Auswahl an verschiedenen Armbändern. Zumindest ist das bei mir der Fall. Neben den geliebten NATO Bändern, besitze ich eine Sammlung von (überwiegend) ledernen Armbändern, die ab und an ausgetauscht werden. Ich nutze dazu ein Pushpin-Tool. Aber Vorsicht: bei der Verwendung können Sie die Bandanstöße zerkratzen. Mich persönlich stört das nicht, kleine Kratzer geben der Uhr einen gewissen Charakter. Mit einfach und schnell austauschbaren Armbändern hat man das Problem gar nicht erst. Ich frage mich, warum es diese nicht schon seit Jahren gibt.

Viele Hersteller bieten eine Technik an, die es mit einer kleinen Nut möglich macht, das Armband zu wechseln. Andere haben den Mechanismus weiter entwickelt. Cartier hat mit der neuen Santos de Cartier auf der SIHH 2018 die selbst entwickelte SmartLink Technologie vorgestellt. Hiermit kann die Länge des Armbands leicht angepasst werden. Jedes Element des Bands hat auf der Rückseite einen kleinen Knopf, mit dem es entfernt werden kann. Auch wenn man diese Anpassungen nicht oft vornehmen wird, so ist es doch ein praktisches Extra. Die Uhr ist in verschiedenen Versionen erhältlich, unter anderem als Bicolor Modell in Gold und Stahl – die Ref. W2SA0006.

 

Kleinere Maße

 

Um uns herum wird alles größer und gigantischer. Die Uhrenindustrie entwickelt sich in die andere Richtung. „Downsizing“ hießt das Zauberwort. Es kommen immer mehr Modelle mit kleineren Maßen auf den Markt. So Tudor hat eine neue Black Bay Fifty-Eight vorgestellt, die technisch fast identisch mit ihrer Vorgängerin ist, nur dass alles etwas kleiner und dünner ausfällt als bei der Standard-Version. Vollendet wird diese Variante der Black Bay mit einem Snowflake-Stundenzeiger. Aus meiner Sicht ist dieses Modell die perfekte, moderne Interpretation einer fantastischen Vintage-Uhr. Auch Hublot hat eine kleinere Version eines Klassikers herausgebracht: eine Big Bang Unico King Gold, deren Durchmesser von 45 auf 42 mm verringert wurde. Das Modell ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich, unter anderem als Big Bang Unico King Gold, Ref. 441.OX.1180.RXv.

Absoluter Spitzenreiter im Downsizing ist Piaget. Hier ist es gelungen, die mit nur zwei Millimetern Höhe schmalste Uhr der Welt herzustellen. Leider ist es bis heute nur ein Prototyp. Letztendlich wollte Piaget vor allem zeigen, dass sie in der Lage sind, bei der Entwicklung schmaler Uhren mit Bulgari zu konkurrieren. Diese wiederum halten mehrere Rekorde in dem Segment, z.B. als Hersteller der schmalsten Automatikuhr mit Tourbillon.

 

GMT Uhren

 

Für Leute, die viel reisen gab es in 2018 endlich die GMT-Uhr, auf die sie gewartet haben: die Rolex GMT-Master II mit der legendären Pepsi-Lünette und einem Jubilé-Band. Auch wenn sie nicht so fein ausgearbeitet ist wie die original GMT-Master, ist diese Variante sehr gut gelungen. Günstig ist sie allerdings nicht und auch nicht leicht zu bekommen. Rolex‘ Tochterfirma Tudor sorgte außerdem für einiges Aufsehen, als sie zeitgleich die Black Bay als neue GMT-Version in Rot und Blau vorstellte: die Tudor Black Bay GMT.

 

Der Aufstieg von Online Shopping und Special Editions

 

Immer mehr Uhren werden online verkauft. Und das nicht nur von bereits etablierten Händlern. Auch bei Hodinkee kann man mittlerweile Uhren kaufen. Darüber hinaus entwickeln sie gemeinsam mit den Marken spezielle Varianten für den Onlinehandel. Die Modelle haben überarbeitete, coole Designs wie z.B. die Heuer Skipper oder die erste Grönefeld Uhr mit geschlossenem Zifferblatt.

Die Omega Speedmaster Speedy Tuesday 2 Ultraman sorgte ebenfalls für einiges Aufsehen. Auch dieses Modell wurde ausschließlich online angeboten. Inspiriert ist sie von der 1967er Speedmaster „Ultraman“. Zwar gab es diesen Namen nicht offiziell. Die Speedmaster kam damals als feines Detail im Comic „Return of Ultraman“ vor. Mit ihrem orangefarbenen Zeiger passte sie nämlich perfekt zu den Outfits der Helden des Monster Attack Teams.

 

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Bert Buijsrogge
Von Bert Buijsrogge
20.12.2018
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