22.10.2019
 4 Minuten

Die besonderen Zifferblätter der Rolex Daytona

Von Bert Buijsrogge
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Die besonderen Zifferblätter der Rolex Daytona

Die Rolex Daytona ist bekanntermaßen einer der begehrtesten Chronographen überhaupt. Schon als Kind träumte ich von einer solchen Uhr und bin mir sicher, dass ich damit nicht alleine bin. Als ich mir die Uhr dann endlich leisten konnte, dauerte es noch eine Weile, bis ich ein passendes Modell gefunden hatte. Damals war es schon sehr schwierig, eine Daytona zu bekommen – heute ist es fast unmöglich.

Rolex ist der Inbegriff für Luxusuhren schlechthin. Die Kombination aus hoher Nachfrage und relativ geringen Stückzahlen macht manche Modelle nahezu unerreichbar und treibt die Preise gewaltig in die Höhe. Das gilt für limitierte Versionen umso mehr. Astronomisch werden die Preise, wenn es sich um seltene Einzelstücke handelt, die Produktionsfehler aufweisen. Rolex nimmt an seinen Uhren zumeist nur kleine Änderungen vor. Jedes leicht überarbeitete Modell erhält von Uhrenliebhabern einen Spitznamen, damit man die Uhren einer Serie leichter auseinanderhalten kann. In diesem Artikel fokussieren wir uns auf die verschiedenen Zifferblätter der Rolex Daytona.

 

Details mit Sammlerwert

Rolex brachte im Laufe der Jahre verschiedene Versionen der beliebten Daytona auf den Markt. Sie alle sehen sich relativ ähnlich, unterscheiden sich jedoch in einigen Details, die sie vor allem für Sammler interessant machen. Hinzu kommt, dass die meisten dieser Modelle in geringen Stückzahlen produziert wurden. Es ist die damit einhergehende Einzigartigkeit, die diese Uhren so begehrt macht – vor allem in einer Welt, in der sonst alles gleich massenhaft produziert wird. Für manchen Uhrenfan ist der Weg das Ziel. Die aufwändige Suche nach dem einen, ganz besonderen Exemplar, ist ein wichtiger Teil beim Sammeln von Uhren. Bei der Daytona sind es vor allem die verschiedenen Zifferblätter, die diese Uhr so spannend machen. Doch welche gibt es und wie sind diese zu ihren Spitznamen gekommen?

Rolex Daytona Ref. 16520 5 liner
Rolex Daytona Ref. 16520 5 liner

 

Die 4- und die 5-Liner: Die Daytona Ref. 16520 hatte in den Jahren von 1988 bis 1993 vier Zeilen Text auf ihrem Zifferblatt. Im Jahr 1993 ergänzte Rolex den Text um die Zeile: „Officially Certified“. Entsprechend benannten die Fans die Modelle nach der Anzahl der Zeilen.

  Big Red: Die beiden Daytona-Modelle mit der längsten Produktionsphase sind die Ref. 6263 und die Ref. 6265. Beide sind nahezu identisch, einzig die Lünetten unterscheiden sich: Eine hat eine Acryl-Einlage, die der anderen besteht aus massivem Edelstahl. Späte Ausgaben beider Modelle erhielten ihren Spitznamen von dem roten „Daytona“-Schriftzug oberhalb des Hilfszifferblatts auf 6 Uhr.

 

Rolex Daytona Ref. 6265 Big Red
Rolex Daytona Ref. 6265 Big Red

Double Swiss: Die einzigen Daytonas mit dem so genannten „Double Swiss“-Zifferblatt sind das Vintage-Modell Ref. 6239 und die Pre-Daytona Ref. 6238 Mark I. Das Wort „Swiss“ ist hier zweimal zu finden: Einmal oberhalb der Minuterie bei 6 Uhr und ein weiteres Mal direkt darunter. Die Uhren mit diesem Zifferblatt sind extrem selten und stehen daher meist weit oben auf der Wunschliste von Sammlern.  

Floating Cosmograph: Diese Zifferblätter sind ein gutes Beispiel dafür, wie kleine Änderungen an Text oder Layout zu einer besonders hohen Nachfrage führen können. Neuere Varianter der Rolex Daytona haben fünf Zeilen Text, die direkt untereinander liegen. Bei einigen Exemplaren der Ref. 16520 „schwebt“ das Wort „Cosmograph“ leicht versetzt unterhalb der anderen Zeilen – daher der Spitzname.

Rolex Daytona inverted 6
Rolex Daytona inverted 6

Inverted 6: Hierbei handelt es sich um eine weitere Ref. 16520, auch bekannt als die Zenith Daytona. Wie der Name vermuten lässt, hat dieses Modell eine auf dem Kopf stehende 6 auf dem Zifferblatt – genauer gesagt auf dem Hilfszifferblatt bei 6 Uhr. Ein kleines Detail, das diese Daytona so besonders macht.

 

Rolex Daytona John Player Special
Rolex Daytona John Player Special

 

John Player Special: Zu Zeiten, als das Rauchen noch in Mode war und nicht gesellschaftlich verpönt, stellte Rolex ca. 300 Exemplare der Daytona Ref. 6241 mit einem Zifferblatt in Schwarz-Gold her. Die gleichen Farben hatten auch die Schachteln der britischen Zigarettenmarke John Player Special. Dies führte dazu, dass Rolex-Fans diesem Zifferblatt kurzerhand den gleichlautenden Spitznamen gaben.

Oyster Sotto: Die Oyster Sotto Ref. 6263 gehört zu den seltensten Daytona-Modellen überhaupt. Das italienische Wort sottoheißt übersetzt „unterhalb“. Das Wort „Oyster“ ist auf diesem Zifferblatt unterhalb des Wortes „Cosmograph“ angebracht. Schätzungen zufolge, gibt es heute lediglich 20 Exemplare dieser Uhr.

 

Rolex Daytona Ref. 16520 Patrizzi Dial
Rolex Daytona Ref. 16520 Patrizzi Dial

 

Patrizzi: Wie bereits erwähnt, können Produktionsfehler zu einem höheren Wert einer Uhr führen. Die Rolex Daytona Patrizzi ist eine davon. Einige Modelle der Ref. 16520 mit schwarzem Zifferblatt hatten Hilfszifferblätter, die mit organischem Lack versehen waren. Dieser verfärbte sich mit der Zeit dunkelbraun. Trotz – oder gerade wegen – dieses Fehlern, erzielte ein gewisser Herr Patrizzi bei einer Auktion seinerzeit das Doppelte des Originalpreises.  

Porcelain Dial: Das „Porcelain Dial“ haben ausschließlich einige der ersten Rolex Daytonas mit der Referenznummer 16520. Sie wurden mit Lack beschichtet und sind heute extrem selten

Underline: Sogar eine einzige, feine Linie kann helfen, bestimmte Modelle auseinanderzuhalten. Diese Linie ist neben der Daytona auch auf verschiedenen anderen Rolex-Modellen zu finden. Die Daytona Underline wurde in den frühen 1960er-Jahren hergestellt – die feine Linie ist unterhalb des Wortes „Cosmograph“ angebracht.

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Über den Autor

Bert Buijsrogge

Ich arbeitete 15 Jahre in der Immobilienbranche. In den letzten Jahren habe ich meine Leidenschaft für Uhren und Fotografie dann zum Beruf gemacht. Ich habe mich …

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