28.11.2022 | Überarbeitet am: 27.12.2022
 7 Minuten

Die besten Uhrenmomente 2022

Von Jorg Weppelink
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2022 ist wie im Flug vergangen und nun fast vorbei. Es war ein weiteres fantastisches Jahr in der Welt der Uhren. In diesem Artikel wollen wir noch einmal einige der besten Neuerscheinungen, bemerkenswerten Geschichten und großen Jubiläen des Jahres hervorheben. Wir schauen uns auch die besten Marken des Jahres an und werfen einen Blick voraus auf 2023. Hier sind die Highlights des Jahres 2022.  

Der 50. Geburtstag der Royal Oak 

Es gab dieses Jahr einige große Jubiläen zu feiern. Los ging es mit dem 50. Jubiläum der Audemars Piguet Royal Oak. Das von Gérald Gentas entwickelte Modell kam 1972 auf den Markt und ist seitdem zu einer der beliebtesten und ikonischsten Uhren aller Zeiten geworden. Zum 50-jährigen Jubiläum des Modells brachte Audemars Piguet eine aktualisierte Royal Oak Kollektion mit eigens dafür entwickelten hauseigenen Kalibern und leicht veränderten Designs, Zifferblattfarben und Mustern auf den Markt. 

Royal Oak "Jumbo" Extra-Thin
Royal Oak „Jumbo“ Extraflach

Die wichtigste Neuerscheinung war zweifellos die Royal Oak „Jumbo“ Extraflach Referenz 16202. Diese moderne Version von Gentas Original wurde mit dem modernen hauseigenen Calibre 7121 ausgestattet. Außerdem wurden einige Veränderungen am Zifferblatt vorgenommen. Im Großen und Ganzen ist es aber schön zu sehen, dass Audemars Piguet den Look der größten Ikone der eigenen Marke nicht massiv verändert hat. Alle Jubiläumsmodelle verfügen über einen speziellen Rotor, der an das 50. Jubiläum erinnert. Ab nächstem Jahr werden alle Uhren mit Standardrotoren ausgestattet. Kurzum, AP hat wieder einmal bewiesen, dass die Royal Oak noch lange nicht am Ende und sogar besser als je zuvor ist.  

Breitling and Bulgari feiern Jubiläen 

In diesem Jahr feierte auch Bulgaris rekordverdächtige Finissimo-Reihe ihr 10-jähriges Jubiläum. Zu Ehren dieses Meilensteins entschied sich das Unternehmen gegen einen weiteren Rekord und brachte stattdessen einige schöne Jubiläumsmodelle heraus. Die ersten beiden sind die „Sketch“-Modelle in limitierter Auflage. Auf den ersten Blick sehen sie wie die Standard Octo Finissimo und Octo Finissimo Chronograph aus Titan aus, aber bei genauerem Hinsehen werden Sie erkennen, dass die Zifferblattdesigns auf Skizzenzeichnungen basieren. Außerdem brachte Bulgari zwei tolle roségoldene Versionen mit bemerkenswerten braunen Zifferblättern heraus. 

Bulgari Octo Finissimo with a "sketch" dial
Bulgari Octo Finissimo mit „gezeichnetem“ Zifferblatt

Breitling feierte das 70. Jubiläum der Navitimer, indem sie ein komplett neues Sortiment ihres Superstars auf den Markt brachten. Erstmals sind alle Uhren mit Breitlings hauseigenem Kaliber B01 ausgestattet. Zur Auswahl stehen eine Vielzahl verschiedener Modelle zwischen 41 und 46 mm. Sie können außerdem aus einer Reihe von Zifferblattfarben auswählen, die beweisen, dass die Navitimer heute noch genauso relevant ist wie vor 70 Jahren. Aber das war es noch nicht von Breitling: Die Marke brachte außerdem eine neue SuperOcean-Kollektion heraus. Inspiration dafür bot ihre gefeierte SuperOcean Referenz 2005 Mk2 aus den frühen 1970er-Jahren. Wie immer gab es auch eine Reihe schöner Neuveröffentlichungen mit limitierter Auflage von Breitling, darunter auch Highlights wie die Navitimer B02 Chronograph 41 Cosmonaute.  

Tudor ist DIE Marke des Jahres 2022 

Eine weitere Reihe, die 2022 ihr 10. Jubiläum feierte, ist Tudors Black Bay Serie. Das Unternehmen brachte keine besonderen Jubiläumsmodelle auf den Markt, aber wusste mit einer Reihe neuer Modelle zu beeindrucken. Die erste und bedeutsamste dieser Neuveröffentlichungen ist die Black Bay Pro. Diese GMT mit Edelstahllünette ist eindeutig von der namhaften ersten Generation der Rolex Explorer II Referenz 1655 aus den 1970er-Jahren inspiriert. Tudor verlieh dem Zifferblatt allerdings einen eigenen Touch und rüstete die Uhr mit dem hauseigenen Kaliber MT5652 aus. Das gleiche Kaliber findet sich auch in der neuen Black Bay GMT S&G, die der ikonischen Rolex GMT-Master „Root Beer“ nachempfunden wurde. 

Tudor Black Bay Pro
Die Tudor Black Bay Pro

Beide Modelle wurden zusammen mit einer neuen Bicolor-Version der Black Bay Chrono auf der Watches & Wonders vorgestellt. Im Verlauf des Jahres feierten dann auch noch die neue Tudor Ranger und die Pelagos 39 ihre viel umjubelten Debüts. Tudor schafft es immer wieder mit bemerkenswerter Präzision genau die richtigen Modelle auszuwählen und diese für ein breiteres Publikum erschwinglich zu halten. Somit war 2022 eindeutig Tudors Jahr. Zum ersten Mal konnte Tudor der berühmteren Schwestermarke Rolex die Show stehlen. 

Ein Rolex-Jahr voller ordentlicher, aber wenig überraschender Neuerscheinungen 

Wo wir gerade bei Rolex sind: Die Marke mit der Krone bot uns dieses Jahr einige weniger inspirierte neue Modelle. Die auffälligste Neuerscheinung war zweifellos die GMT-Master II „Destro“ mit ihrer grün-schwarzen Lünette. Viele waren von diesem Modell mit Krone auf der linken Seite weniger beeindruckt, aber wahre Fans der Marke verliebten sich direkt in die Farbkombination der Lünette und störten sich nicht sonderlich an der Position der Krone. Ein neues Modell, das positiver aufgenommen wurde, war die Rolex Air-King mit komplett überarbeitetem Gehäusedesign und einem tollen neuen Zifferblatt. Weitere Neuerscheinungen waren die gelbgoldene Yacht-Master 42 und die neue Day-Date aus Platin mit geriffelter Lünette, etwas, das wir so noch nie gesehen hatten. 

Rolex GMT Master II "Destro"
Die Rolex GMT-Master II „Destro“

Sind Sie bereit für die MoonSwatch?

Rolex-Konkurrent Omega hatte deutlich mehr Überraschungen für uns parat. Den Auftakt machte Anfang Januar die spektakuläre weißgoldene Speedmaster 321 mit tiefscharzem Zifferblatt aus Onyx. Die bedeutendsten Neuerscheinungen der Marke waren allerdings die neuen Speedmaster Planet Ocean Ultra Deep-Modelle, die neue Standards für moderne Taucheruhren setzten. Das Uhrenunternehmen brachte ebenfalls eine Reihe farbenfroher Zifferblattvarianten für die 38-mm-Seamaster Aqua Terra heraus. Außerdem debütierte die Speedmaster ’57-Serie mit Unterstützung von George Clooney. Ein brillantes neues Modell, das bisher ein wenig unter dem Radar flog, ist die grüne Version der Seamaster Professional Diver 300M. 

Bei der Moonwatch legte Omega mit einigen neuen Gold-Modellen den Fokus auf die Erweiterung des Luxussegments der Produktreihe. Das Unternehmen enthüllte außerdem die brillante neue X-33 Marstimer, die sowohl optisch als auch technisch atemberaubend ist. Die größte Moonwatch-News war jedoch zweifellos die Vorstellung der MoonSwatch. Die Zusammenarbeit von Omega und Swatch wurde ein Riesenerfolg. Die Reihe aus 11 verschiedenen Modellen, die alle verschiedene Planeten oder Himmelskörper darstellen, ist farbenfroh und sieht der echten Speedmaster sehr ähnlich. Unglücklicherweise führte der Erfolg des Modells zu Produktionsengpässen und logistischen Schwierigkeiten, die den Enthusiasmus ein wenig dämpften. Die Brillanz der neuen Reihe konnte das jedoch nicht schmälern, denn sie überbrückt erfolgreich die Lücke zwischen bezahlbaren und Luxusuhren. 

Swatch MoonSwatch "Mission to the Moon"
Swatch MoonSwatch „Mission to the Moon“

Die Magie von Cartier

Ein weiterer großer Name, der 2022 genau wie in den Jahren zuvor Schlagzeilen machte, ist Cartier. Cartier stellte auf der Watches & Wonders wahrscheinlich die größte Zahl bemerkenswerter neuer Modelle vor, die für Furore sorgten. Die neue Pasha-Reihe war ein willkommenes Update, die Santos Dumont-Modelle mit ihren lackierten Lünetten sind einfach wunderbar und die Tank Louis Cartier-Uhren beweisen eindrucksvoll, dass diese Ikone unschlagbar ist. Die gelbgoldene Tank Louis Cartier mit schwarzem Zifferblatt und Armband ist eine wahre Schönheit. Die Tank-Must-Modelle waren eine willkommene Ergänzung des Sortiments für diejenigen, die einen bezahlbaren Einstieg für Cartier suchen. Für das gewisse Etwas grub sich Cartier durch die eigenen Archive und ergänzte die exklusive Privé-Kollektion mit der Tank Chinoise. Diese Neuerscheinungen zeigen deutlich, warum Cartier so bemerkenswert und beliebt ist. 

Cartier Tank Must in red
Cartier Tank Must in Rot

Patek Philippe ohne die Nautilus

2021 stellte Patek Philippe enttäuschenderweise die Produktion der Nautilus ein. Somit waren wir auf ein Jahr ohne eine neue Nautilus eingestellt. Auf der Watches & Wonders konzentrierte sich das Unternehmen mehr auf die klassischen Modelle im eigenen Sortiment. Die neue Version der 5172G Chronograph mit lachsfarbenem Zifferblatt sieht sensationell aus. Das gilt gleichermaßen für ihr komplizierteres Gegenstück, die 5320G Perpetual Calendar. Mein Lieblingsmodell war die 5326G Annual Calendar Travel Time. Ihre fantastische Ästhetik in Kombination mit ihrem brillanten Gehäusedesign und der erstmaligen Kombination aus Reisezeit- und Jahreskalender-Komplikationen machen aus ihr etwas ganz Besonderes. Die Uhr wurde zusammen mit der fantastischen, aber simpleren Calatrava Referenz 5226G vorgestellt. Das war jedoch noch lange nicht alles. Patek Philippe brachte eine Reihe von Uhren mit grünen Zifferblättern auf den Markt; das Highlight war die 5270P Grand Complications. Ende Oktober kam dann fast aus dem Nichts die neue weißgoldene Nautilus Referenz 5811/1G. Bedeutet das, dass irgendwann die Edelstahlversion zurückkehren wird? Das wird die Zeit zeigen, aber die etwas größere 41-mm-Version aus Weißgold sieht mit ihrem blauen Sonnenschliff-Zifferblatt großartig aus. 

Patek Philippe 5172G Chronograph
Patek Philippe 5172G Chronograph

Grand Seiko und die brandneue New-Evolution-9-Reihe

Bei Seiko und Grand Seiko gibt es immer tolle Neuerscheinungen. So viele sogar, dass die Zeit kaum ausreicht, um alle zu besprechen. Aber eine Kollektion, die Sie sich definitiv anschauen sollten, ist die Grand Seiko Evolution 9. Diese wurde erstmals im letzten Jahr vorgestellt. Ihr Highlight war die Hi-Beat SLGH005 „White Birch“. Die Evolution-9-Reihe bringt sowohl neue Uhrwerke als auch neue Gehäuseformen in das Portfolio der Marke ein. Dafür wurde diese Reihe auch entwickelt. Mit diesen Evolution-9-Modellen macht Grand Seiko einen Schritt in die Zukunft mit eckigeren, moderneren Gehäusedesigns und herausragenden neuen Hi-Beat- und Spring-Drive-Kalibern. Dieses Jahr wurde die Kollektion um die Spring Drive SLGA009 „White Birch“ und die schicke SLGH017 „Night Birch“ ergänzt. Zusätzlich gab es für uns auch noch ein paar bemerkenswerte neue GMT-Modelle. Die Erste ist die SBGE283 mit schwarzem Zifferblatt und Edelstahllünette. Den Hauptpreis gewinnt allerdings die SBGE285 „Mist Flake“ mit ihrem tollen grauen Zifferblatt und ihrem monochromen Look. Grand Seiko brachte außerdem noch die Taucheruhr SLGA015 und mit der SBGC249 und 251 zwei neue Chronographen auf den Markt. Diese neuen Modelle beweisen, dass Grand Seiko für die Zukunft gewappnet ist. 

Grand Seiko Hi-Beat SLGH005
Grand Seiko Hi-Beat SLGH005

Andere herausragende Neuerscheinungen

Wie Sie sehen können, gab es eine Menge großartiger neuer Modelle von den bekanntesten Marken. Es gab aber auch viele weitere herausragende Neuerscheinungen. Die Wiedereinführung der Vacheron Constantin 222 war eines der Höhepunkte des Jahres und die DOXA-Army-Modelle waren eine schöne Überraschung. Die MB&F LM Sequential Evo ist der erste Chronograph der Marke und auch ziemlich spektakulär und die neue rotgoldene H. Moser & Cie. Streamliner Tourbillon Vantablack ist absolut beeindruckend. Ein weiterer Uhrenhersteller, der hier Erwähnung finden muss, ist Longines. Das Unternehmen stellte unter anderem die brillante Spirit Zulu Time, die Ultra-Chron Diver und die Heritage Chronograph vor. Longines investierte in den letzten Jahren in hochwertigere Uhrwerke. In Kombination mit ihren vintage-inspirierten Designs ist die Marke somit ein würdiger Konkurrent für Tudor. Oris-Fans freuten sich über die Vorstellung der ersten regulären Divers Sixty-Five, die mit dem neuen Calibre 400 ausgestattet wurde; das gleiche Uhrwerk, das auch die sehr angenehm zu tragenden neuen ProPilot-X-Modelle aus Titan antreibt.  

Die Uhren in diesem Artikel sind nur eine kleine Auswahl der vielen brillanten Uhren, die 2022 auf den Markt kamen. Das zeigt eindeutig, dass die Uhrmacher sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Ich empfehle Ihnen, sich die fantastischen Uhren, die dieses Jahr auf den Markt kamen, genauer anzuschauen. Bei so vielen Neuerscheinungen konnte man leicht die ein oder andere verpassen. Wer weiß, vielleicht finden Sie so ja Ihre neue Lieblingsuhr!  


Über den Autor

Jorg Weppelink

Hallo, ich bin Jorg und schreibe seit 2016 Artikel für Chrono24. Meine Beziehung zu Chrono24 reicht jedoch deutlich weiter zurück, denn meine Liebe zu Uhren erwachte …

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