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Eine Uhr – zwei Logos. Wie Marken, die keine Uhren verkaufen, aufs Zifferblatt gelangen

Bert Buijsrogge
11.12.2018
Eine Uhr – zwei Logos. Wie Marken, die keine Uhren verkaufen, aufs Zifferblatt gelangen

 

Sicher haben Sie bei Ihren Streifzügen durch die unermesslichen Weiten des Uhrenmarkts auch schon Modelle mit mehr als einem Markenzeichen auf dem Zifferblatt gesehen. Wir sehen uns in diesem Artikel einige dieser Zeitmesser näher an und schauen, wie die Logos eine so prominente Platzierung erlangen konnten.

 

Domino’s Pizza auf der Rolex Air-King

Gute Arbeit wird belohnt — So sagt man jedenfalls. Belohnungen können sehr unterschiedlich sein. Bei der Pizza-Kette Domino’s gab es für erfolgreiche Mitarbeiter eine ganz spezielle Gratifikation: Die Top-Manager des Unternehmens erhielten für ihre Leistung eine Rolex Air-King mit Domino’s-Logo auf dem Zifferblatt. Keine schlechte Idee, um ihrem Hauptkonkurrenten Pizza Hut weiterhin ein Stück voraus zu sein.

 

Rolex Airking 5500 Domino's Pizza
Rolex Airking 5500 Domino’s PizzaFoto: Bert Buijsrogge

 

Der Pizza-Lieferdienst „Domino’s“ wurde 1960 in Amerika gegründet und eröffnete sieben Jahre später seine erste Franchise-Filiale – 1977 waren es bereits 200. Der Gründer Tom Monaghan schenkt erstmals in den 1970ern einem Mitarbeiter eine Uhr – seine eigene. Es folgte die Edelstahl Rolex Air King mit dem Domino’s Pizza Logo auf dem Zifferblatt. Das Schmuckstück sollte die Manager inspirieren, etwas Gas zu geben: Jeder der es schaffte, vier Wochen hintereinander einen wöchentlichen Umsatz von mindestens 25.000 USD zu machen, bekam so eine Uhr. Gut, am Anfang ging das zwar schon mit 20.000 USD. Aber überschlagen Sie mal, wie viele Pizzas sie damals hätten verkaufen müssen!

Es gab einige Rolex Air-King Modelle mit Domino’s Emblem in den vergangenen Jahren. Zunächst prangte das Logo auf der 6-Uhr-Position in einer 45- oder 90-Grad-Drehung. In der jüngsten Vergangenheit wanderte es dann als Metallapplikation auf das Oyster-Armband unterhalb der 6.

 

Rolex Air-King Pool Intairdrill

Rolex Oyster Perpetual Air-King Pool Intairdril
Rolex Oyster Perpetual Air-King Pool Intairdril

 

Die Rolex Air-King scheint für viele Marken ein guter Einstieg für gebrandete Giveaways gewesen zu sein. Ein weniger bekanntes Modell ist die Pool Intairdrill Edition. Diese Uhren gab es ebenfalls als Belohnung für verdiente Mitarbeiter – in diesem Fall für Manager und Sicherheitspersonal von Ölplattformen für den Fall, dass eine Bohrinsel eine bestimmte Anzahl von Tagen ohne Unfälle vorweisen konnte. Pool Intairdrill war ein wichtiger Zulieferer für Teile und Arbeitskräfte von Ölfirmen in den 1970er und 80er Jahren. Diese Sonderauflagen ziert das Pool Intairdrill Logo auf der Vorderseite und sie tragen den Namen des Geehrten eingraviert auf der Rückseite.

 

TAG Heuer Monaco Gulf Racing

 

Fans von Motorsportuhren feierten die Auflage der Tag Heuer Monaco Gulf Racing. Beide Firmen – Gulf und TAG Heuer – rühmen sich ihrer langen Erfolgsgeschichte im Motorsport. Jeder kennt das ikonenhafte Bild von Steve McQueen in seinem weißen Rennanzug mit Gulf-Streifen aus dem Film „Le Mans“ von 1971. Auf dem Foto trägt er auch eine Heuer Monaco am Arm.

Für TAG Heuer und Gulf war das Grund genug, 2017 eine limitierte Sonderausgabe zu Ehren von 50 Jahren Gulf Renn-Streifen herauszubringen. Andere vom Gulf-Branding inspirierte Uhren gab es schon, allerdings nicht mit Gulf Logo und Farben.

 

Rolex Comex

Rolex Sea-Dweller Comex
Rolex Sea-Dweller Comex

 

Rolex Taucheruhren mit dem Comex-Logo auf dem Zifferblatt sind legendär und bei Sammlern sehr beliebt. Comex ist die Abkürzung für Compagnie Maritime d’Expertises, eine französische Spezialfirma für Taucherequipment. Die Firma zählt zu den führenden Spezialisten für Tiefseetaucherei und hatte auch eine Partnerschaft mit Rolex. Man nennt Comex auch die NASA der Tiefsee.

Rolex Comex Taucheruhren wurden exklusiv an Comex-Mitarbeiter herausgegeben. Sie wurden daher in so kleinen Stückzahl produziert, dass sie nur selten am Markt auftauchen und folglich kaum zu finden und heißbegehrt sind. Das treibt den Preis, den man für eine Vintage-Rolex ohnehin schon zahlen muss, weiter in die Höhe.

Rolex stellte einige Comex-Uhren von den frühen 1970ern bis zu den späten 1990ern her. Einige Auflagen der Submariner und der Sea-Dweller bekamen die Comex-Verzierungen.

Dies sind nur einige Beispiele von Uhren, die Fremd-Logos auf dem Zifferblatt tragen. Es gibt eine Menge von ihnen auf dem Markt, auch wenn nicht alle so gut nachverfolgbar sind. Ein Beispiel ist die Omega Seamaster TCDD, deren Zifferblatt das Logo der Türkischen Staatlichen Eisenbahngesellschaft trägt. Es gibt auch Seiko-Uhren mit dem Dr. Pepper Logo und viele andere co-gebrandete Zeitmesser.

Jede der erwähnten Uhren ist einzigartig und meistens heiß begehrt, was sie oft wertvoller macht als die Standardausführungen. Die Gretchenfrage ist, ob sie das Geld wirklich wert sind. In einer Welt der Massenproduktion ist es natürlich schön, sich so von der Masse abheben zu können. Zugleich heißt es ja nicht zu Unrecht: Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Eine Uhr zu besitzen, die eine eigene Story mitbringt, ist auf jeden Fall immer etwas ganz Besonderes.

 

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Bert Buijsrogge
Von Bert Buijsrogge
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