07.05.2021
 4 Minuten

Ellen DeGeneres – die Uhren-Queen von Hollywood

Von René Herold
Ellen

Ellen DeGeneres: Hollywood’s Watch Queen

Ellen DeGeneres kennen die meisten als erfolgreiche Comedian, Talkshow-Moderatorin, Produzentin und LGBTI-Aktivistin. Doch neben all ihren Produktionsfirmen, Plattenlabels und Lifestyle-Marken hat die 63-Jährige noch eine ganz besondere Leidenschaft: schöne und seltene Uhren. 

Nun sind Luxusuhren in Tinseltown wahrlich keine Seltenheit, DeGeneres stellt in dieser Beziehung jedoch alle in den Schatten. Sie ist ein echter Uhren-Nerd und besitzt eine der umfangreichsten und beeindruckendsten Sammlungen der Traumfabrik. Besonders angetan haben es ihr dabei die Marken Rolex und Patek Philippe. Zu Beginn ihrer Sammlerkarriere galt ihre Aufmerksamkeit noch meist Modellen aus den jeweils aktuellen Kollektionen. Inzwischen liegt ihr Fokus jedoch klar auf Vintage-Uhren und Raritäten. Zu ihrer Sammlung zählen beispielsweise einige sehr interessante Varianten der Rolex Cosmograph Daytona

Ellens Lieblingsuhr: die Rolex Daytona

Dieser Chronograph ist nach der berühmten Rennstrecke in Florida benannt und gehört seit 1963 fest zum Programm von Rolex. Bekanntester Träger der Daytona war der Schauspieler und Hobbyrennfahrer Paul Newman. Dessen bevorzugtes Modell war mit dem sogenannten Exotic Dial ausgestattet. Das Design dieser Zifferblätter ist recht simpel: Das Blatt ist einfarbig weiß oder schwarz und wird von einem kontrastierenden Minutenring umgeben. Die drei Hilfszifferblätter sind in der gleichen Farbe gestaltet wie die Minuterie, haben Art déco-Ziffern und die sogenannten Klötzchen-Indizes. Damals war die Uhr ein Flop. Heute stellt eine „Paul Newman Daytona“ für viele Sammler so etwas wie den Heiligen Gral dar. Für eine potente Sammlerin wie Ellen ist es natürlich Ehrensache, ebenfalls ein Exemplar zu besitzen. Ihre Wahl fiel auf eine Referenz 6241. Besonders gut zu erkennen ist die Uhr bei Ellens Auftritt in der Seinfeld-Show „Comedians in Cars Getting Coffee“. 

Rolex Cosmograph Daytona Ref. 6241 „Paul Newman“
Rolex Cosmograph Daytona Ref. 6241 „Paul Newman“

Hinzu kommen weitere rare Versionen der Daytona, etwa die wegen ihres großen roten Daytona-Schriftzugs „Big Red“ genannte Referenz 6263 oder die ultrarare 6264 „John Player Special“. Bei diesen Uhren, die auf Auktionen regelmäßig Millionenpreise erzielen, handelt es sich im Grunde um seltene Varianten der Paul Newman Daytona aus Gelbgold. Zifferblatt und Lünette der „John Player Special“ sind schwarz. Genau diese Farbkombination brachte der Uhr ihren Spitznamen ein, erinnert sie doch stark an die gleichnamige Zigarettenmarke. Verglichen mit diesen Vintage-Klassikern, wirkt die moderne Platin-Daytona mit eisblauem Zifferblatt und kastanienbrauner Lünette, die man bei Ellen ebenfalls häufig beobachten kann, fast ein wenig langweilig. 

Rolex Cosmograph Daytona Ref. 6264 „John Player Special“
Rolex Cosmograph Daytona Ref. 6264 „John Player Special“

Jede Menge Rolex-Raritäten 

Ellen begeistert sich aber auch für andere Uhren aus dem Hause Rolex. So besitzt sie eine Auswahl verschiedener Submariner-Modelle, darunter die „Smurf“ genannte Variante mit Weißgoldgehäuse und Zifferblatt sowie Lünette in knalligem Blau.  

Die Rolex GMT-Master darf ebenfalls in keiner ernstzunehmenden Sammlung fehlen. Ellen kann hier mit ein paar herausragenden Sammlerstücken aufwarten. In ihrem Besitz befinden sich zum Beispiel eine goldene „50th Anniversary Special Edition“ mit grünem Zifferblatt und eine Referenz 1675 „Blueberry“, deren Spitzname sich von ihrer blauen Lünetteneinlage ableitet. Diese Variante der GMT-Master wurde für einen kurzen Zeitraum Anfang der 1970er-Jahre aufgelegt und ist heute entsprechend selten zu finden. 

Von den Dresswatch-Klassikern Datejust und Day-Date hat die Talkshow-Queen ebenfalls verschiedene Modelle. Die Datejust ist auch das bevorzugte Modell von Ellens Ehefrau, Portia De Rossi. Die Schauspielerin trägt meist eine Datejust 41 aus Gelbgold mit hellem Zifferblatt. 

Rolex Explorer II Ref. 1655 „Freccione“
Rolex Explorer II Ref. 1655 „Freccione“

Dass Ellen sich für die Uhren interessiert, zeigt der Umstand, dass ihre Sammlung auch Uhren beherbergt, die von der breiten Masse meist weniger wahrgenommen werden. Die Yacht-Master oder die Explorer II sind ein paar Beispiele. Bei letzterer entschied sich die Moderatorin für ein Exemplar der Referenz 1655 – eine Vintage-Uhr aus den späten 1970er-Jahren, die bei ihren Fans aufgrund des orangen pfeilförmigen 24-Stunden-Zeigers auch unter dem Spitznamen „Freccione“ (ital. für Pfeil) bekannt ist. Der Zeiger dient nicht nur der Dekoration, sondern fungiert als Tag-/Nachtindikator. Rolex hatte die Uhr ursprünglich für Polar- und Höhlenforscher entwickelt, die lange ohne Tageslicht auskommen müssen und deshalb leicht die zeitliche Orientierung verlieren. 

Auch Patek Philippe steht hoch im Kurs

Patek Philippe ist die zweite Marke, die bei Ellen hoch im Kurs steht – und das zu Recht. Die Uhrenmanufaktur blickt auf mehr als 180 Jahre Geschichte zurück und gilt als eine der prestigeträchtigsten Uhrenmarken überhaupt. Eine der vielen Ikonen aus dem Hause Patek Philippe ist die Nautilus. Als die Uhr 1976 auf den Markt kam, war sie eine Sensation, denn sie war eine der ersten Luxussportuhren aus Edelstahl. Für viele Uhrensammler ist die Nautilus eine absolute Traumuhr – ein Traum, den sich Ellen letztes Jahr während einer Amsterdam-Reise erfüllte. Neben einigen anderen Raritäten erstand sie dort eine Vintage-Nautilus aus den 1970er-Jahren. 

Patek Philippe Nautilus 5711/1A
Patek Philippe Nautilus 5711/1A

Die Nautilus ist jedoch nicht die einzige Patek in ihrem Besitz. Häufig kann man eine Aquanaut Travel Time Ref. 5164A oder eine Grandes Complications Ref. 5204/1R-001 an ihrem Handgelenk beobachten. Die Aquanaut ist dabei besonders bei Fernreisen interessant, denn sie ist in der Lage, neben der aktuellen Ortszeit auch die Zeit in einer zweiten Zeitzone anzuzeigen. Die 5204/1R verfügt auf der anderen Seite über einen Ewigen Kalender, eine Mondphasenanzeige und einen sogenannten Schleppzeiger-Chronographen. Dieser auch als Rattrapante bezeichnete Chronograph kann dank zweier übereinanderliegender Stoppsekundenzeiger Zwischenzeiten stoppen, ohne den Stoppvorgang unterbrechen zu müssen. 

Ein teures Vergnügen  

Alle genannten Uhren haben natürlich ihren Preis. Auf Chrono24 werden beispielsweise gut erhaltene Exemplare der Rolex Daytona Ref. 6241 für knapp 230.000 EUR gehandelt. Für die Patek Philippe 5204/1R muss man ähnlich tief in die Tasche greifen. Die Edelstahlvariante der Patek Philippe Nautilus 3700 aus den 70ern findet man dort für etwa 120.000 EUR. Bei diesen Preisen wirkt die Rolex Explorer II 1655 fast wie ein Schnäppchen: Sie kostet „nur“ 24.000 EUR. 

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Über den Autor

René Herold

Mein Name ist René Herold und ich bin durch eine Stellenausschreibung auf Chrono24 aufmerksam geworden. Ich muss ehrlich zugeben, dass Uhren vor meinem Engagement bei …

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