Fünf Uhren, die ein Nerd empfehlen würde

Jonathan Arnold
11.10.2018
Fünf Uhren, die ein Nerd empfehlen würde

 

„Das ist mein Budget. Welche Uhr empfiehlst du mir?“ Jedem Sammler wird diese Frage früher oder später einmal gestellt. Je nachdem von wem, gibt man sich dann mehr oder weniger Mühe, die passende Antwort zu geben. Denn allzu oft ist das Ergebnis der ausführlichen Beratung, dass der Fragende am Ende dann doch die beliebte Rolex Submariner oder Omega Speedmaster kauft. Wie die meisten eben.

Daran ist im Grunde genommen nichts auszusetzen, gehören doch beide Uhren zu den Spitzenmodellen und haben darüber hinaus einen sehr guten Ruf bei Experten. Man könnte sich aber auch die Mühe machen, bei der Suche nach einer wirklich besonderen Uhr behilflich zu sein — nach etwas speziell Passendem, das nicht jeder hat. So wie die folgenden fünf Modelle auf unserer Liste, empfohlen von einem erfahrenen Sammler und Nerd.

 

Tudor Black Bay Fifty-Eight

 

Die Tudor Black Bay Fifty-Eight erschien im Jahr 2018 und ist klar erkennbar von einem älteren Modell inspiriert. Tudor präsentierte im 1958 ihre erste Taucheruhr, die Reference 7924. Das mit 39 mm für damalige Verhältnisse recht große Gehäuse ist wasserdicht bis 200 m Tiefe. Bei Sammlern hat die Uhr den Spitznamen „Big Crown“.

Die Ähnlichkeit zur Big Crown ist bei der Black Bay Fifty-Eight unübersehbar. Auch sie hat ein 39-mm-Gehäuse mit poliertem und satiniertem Finish, ein gut lesbares, schwarzes Zifferblatt mit goldenen Akzenten an den Stundenindexen sowie die typischen Snowflake-Zeiger. Dieser Stil wird allgemein auch gerne als das „vergoldete Zifferblatt“ bezeichnet und war in den 50er und 60er Jahren sehr beliebt. Umgeben wird das Zifferblatt von einer einseitig drehbaren Edelstahllünette aus mattschwarzem, eloxiertem Aluminium mit einer ebenfalls gold akzentuierten 60-Minuten-Skala.

Im Inneren befindet sich Tudor’s neues Automatikkaliber MT5402, das speziell für Uhren mittlerer Größe inhouse entwickelt wurde. Das COSC-zertifizierte Chronometer-Werk kommt mit einer reinen Zeitanzeige und einer 70-Stunden-Gangreserve. Die Tudor Black Bay Fifty-Eight bietet eine Wasserdichtigkeit bis 200 m Tiefe. Getragen wird sie wahlweise am genieteten Stahlarmband mit poliertem, satiniertem Finish, am braunen Lederarmband mit Faltschließe und Sicherheitsverschluss oder am schwarzen Textilarmband mit goldenem Streifen und Schnalle.

 

NOMOS Orion Neomatik 41

 

Die meisten haben von NOMOS Uhren zumindest schon mal gehört. Bekannt ist die etwas spezielle Marke für besonders schön gestaltete Uhren. NOMOS besetzt eine kleine, feine Nische auf dem Markt — der Name ist relativ geläufig, aber eben nicht jedem. Es ist nach wie vor eher eine Uhr für Kenner und Insider.

Die Orion Neomatik 41 ist die perfekte Uhr für den Alltag. Das polierte Stahlgehäuse misst elegante 40,5 mm x 9,35 mm und passt sehr gut zu fast jedem Kleidungsstil. Sie gehört zu den größeren Modellen aus der NOMOS Kollektion. Der zusätzliche Platz auf dem Zifferblatt wurde aber nicht etwa mit aufwändigen Designs überladen — auch bei der Orion Neomatik 41 bleibt NOMOS dem typischen minimalistischen Stil treu, der die Marke so beliebt gemacht hat. Das galvanisierte weiß-versilberte Zifferblatt hat gold-geprägte Stundenindexe, hellblaue Zeiger für Stunden und Minuten sowie für die Sekunden auf dem leicht eingelassenen Hilfszifferblatt, das oberhalb von 6 Uhr platziert ist. Die Datumsanzeige befindet sich bei der 3.

Betrieben wird die Uhr vom Manufakturkaliber DUW 6101 mit Automatikantrieb. Gerade einmal 3,6 mm dick, bietet es eine Gangreserve von 42 Stunden.

 

Omega Railmaster

 

Im Jahr 2017 sorgte vor allem die imitierte Omega 1957 Trilogy Kollektion für einiges Aufsehen. Anlass war das 60. Jubiläum der Seamaster, Speedmaster und der Railmaster. Zur gleichen Zeit präsentierte Omega auf der Baselworld 2017 auch die Railmaster Master Chronometer Kollektion. Noch immer erhält diese fantastische Uhr relativ wenig Aufmerksamkeit. Zu Unrecht, bietet sie doch einiges zu einem relativ geringen Preis.

Entwickelt als gut lesbare, hoch funktionale Armbanduhr, kommt die Omega Railmaster in einem 40-mm-Edelstahlgehäuse. Sie hat ein satiniertes Tool-Watch-Finish und ein schönes, industriell anmutendes Design. Das Zifferblatt aus Stahl hat ein senkrecht gebürstetes Muster, die Minuterie und die Stundenmarkierungen sind auflackiert. Die Uhr hat einen dezenten Vintage-Look und ist insgesamt einfach sehr cool und geschmackvoll zurückhaltend gestaltet.

Auch das Werk ist etwas ganz Besonderes. Das automatische Manufakturkaliber 8806 ist hinter einem geschlossenen Gehäuse versteckt und hat eine Co-Axial Hemmung, eine 55-Stunden Gangreserve und Siliziumteile. Zertifiziert als Master Chronometer ist es amagnetisch bis 15.000 Gauss und wird mit einer 4-Jahres-Garantie ausgeliefert.

Grand Seiko  Hi-Beat 36,000 GMT

Die nerdigste Uhr auf unserer Liste ist wahrscheinlich die Grand Seiko Hi-Beat 36.000. Sie ist aber auch die funktionalste und die vielleicht am besten konzipierte. Falls Sie es noch nicht wussten: die Gehäusekonstruktionen und Zifferblatt-Verarbeitungen von Grand Seiko sind legendär, sie bieten einen extrem hohen Wert zu einem akzeptablen Preis.

Das 40 mm x 14 mm messende Edelstahlgehäuse dieser Uhr ist auffallend angenehm zu tragen. Auf den ersten Blick eher unauffällig, offenbart dieses Modell seine Besonderheiten beim genauen Hinsehen. Vor allem das Zifferblatt ist, wie bei Grand Seiko üblich, perfekt und sehr schön verarbeitet. Die Stabindexe für die Stundenanzeige sind handgefertigt und die Zeiger der Uhr haben es uns ganz besonders angetan. Die Ortszeit wird zentral angezeigt und der ebenfalls zentral angebrachte GMT-Zeiger zeigt eine weitere Zeitzone an.

Die Grand Seiko Hi-Beat 36.000 GMT ist mit dem Manufaktur-Kaliber 9S86 ausgestattet, das mit 5 Hz arbeitet, daher der Zusatz „Hi-Beat” im Namen. Dieses Automatikkaliber bietet eine 55-Stunden-Gangreserve und hat eine maximale Abweichung von +5∕-3 Sekunden am Tag.

 

Cartier Drive de Cartier Extra Flat

Cartier Drive de Cartier Extra Flat
Cartier Drive de Cartier Extra FlatFoto: Bert Buijsrogge

 

Die Drive de Cartier Extra Flat ist unserer Meinung nach eine der coolsten Cartier-Herrenuhren der letzten Jahre. Das schlichte aber einzigartige Design ist stilvoll und elegant, ähnlich wie das der Cartier Tank, die vor 100 Jahren auf den Markt kam. Es erklärt den Erfolg der Uhr bei Uhrenliebhabern und modebewussten Zeitgenossen.

Das schön gestaltete Gehäuse der Drive de Cartier Extra Flat ist typisch für die Marke: ein abgerundetes, weiches Karree, dessen ebene Flächen komplett poliert sind. Die Seiten und die Rückseite des dünnen Gehäuses sind horizontal gebürstet. Insgesamt misst das Gehäuse 38 mm x 39 mm x 6,6 mm. Die Extra Flat kommt mit dem ultradünnen Cartier 430 MC Antrieb, das vieles vom Piaget 430P hat, auf dem es basiert. Letzteres findet man für gewöhnlich nur in deutlich teureren Uhren.

Perfekt abgerundet wird der Look durch das silber-weiße Zifferblatt mit dezentem Sonnenschliff. Alle typischen Cartier Details findet man auch bei diesem Modell: die großen römischen Ziffern als Stundenindexe, die Stunden- und Minutenzeiger aus feinem Stahl und die innere Minuterie für die Minutenanzeige. Die achteckige Krone ist mit dem klassischen Cartier Cabochon Saphir besetzt.

 

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