12.06.2020
 3 Minuten

Grand Seiko Infografik: Eine Evolutionsgeschichte

Von Chrono24
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Grand Seiko Infografik: Eine Evolutionsgeschichte

In der Symbolik steht der Löwe für Stärke, Weisheit und Macht – der König der Tiere. Nutzt man dieses Symbol nun als Logo eines neuen Uhrenmodells, so könnte man das durchaus als eine Ansage an die Uhrenbranche verstehen – und die japanische Marke Grand Seiko hat nicht versäumt, dem darin mitschwingenden Qualitätsversprechen auch Taten folgen zu lassen. Mit ihren 60 Jahren Geschichte ist die Seiko-Tochter eine Uhrenmarke, die, gemessen an den einschlägigen Traditionshäusern, noch immer zu den Youngstern der Branche gezählt werden kann. Umso bemerkenswerter ist es, wie Grand Seiko diese Zeit nutzte, um sich zu einer unter Uhrenkennern absolut begehrten Modellreihe und später selbstständigen Uhrenmarke zu entwickeln. Wir haben ein paar von Grand Seikos Meilensteinen auf dem Weg zum internationalen Erfolg und einige interessante Chrono24-Insights zur Marke in einer Infografik zusammengetragen. 

 

 

Die Geschichte von Grand Seiko beginnt 1959 und damit ein Jahr vor der Veröffentlichung des ersten offiziellen Grand Seiko Modells. Der japanische Uhrenhersteller Seiko hatte sich bereits einen Namen gemacht, auch wenn dieser noch nicht immer unbedingt mit High-End-Uhren in Verbindung gebracht wurde. Doch das sollte sich ändern. Um Innovation und technischen Fortschritt zu fördern, sorgte man kurzerhand für Konkurrenz in den eigenen Reihen: Die zwei Fabriken Suwa Seikosha und Daini Seikosha entwickelten fortan getrennt voneinander neue Seiko Modelle, die nicht nur mit den hohen Standards der Schweizer Konkurrenz mithalten, sondern diese im besten Fall noch übertreffen sollten. Das Ziel war nichts geringeres als Perfektion – in Technik, Design und Langlebigkeit. Die ersten Resultate ließen nicht lange auf sich warten. 

 

  

Suwa Seikosha veröffentlichte 1960 unter der Referenz 3180 das erste Grand Seiko Modell. Diesem hauchte das gleichnamige Handaufzugskaliber 3180 Leben ein, welches sein Werk mit einer Ganggenauigkeit von -3/+12 Sekunden pro Tag verrichtete – und das mit einer Gangreserve von bis zu 45 Stunden. Das Gehäuse strahlte meist in vergoldetem Stahl, wobei auch einige wenige Modelle aus Platin existieren. Auf dem Zifferblatt ist der Modellname Grand Seiko noch sehr prominent an der 12-Uhr-Position zu finden – eine Position, die später dem Markenschriftzug vorbehalten sein sollte, während Grand Seiko ausgeschrieben oder abgekürzt als GS auf die 6-Uhr-Position verdrängt wurde. Erste Modelle trugen außerdem noch den Chronometer-Schriftzug – ein Element, das später wieder entfernt wurde. Der Grund: Grand Seiko Uhren durchliefen zwar strengste interne Tests mit teils höheren Standards als von der Schweizer Chronometer-Prüfstelle COSC selbst, dennoch waren sie nicht von offizieller Stelle zertifiziert worden. 

 

 

Nur ein paar Jahre später wurde Suwa und Daini Saikosha gestattet, an den Schweizer Chronometer-Wettbewerben in Neuchâtel teilzunehmen, doch die Platzierungen fielen 1964 zunächst eher enttäuschend aus – ein Rückschlag, den man nicht lange auf sich sitzen ließ. 1967 kehrte Seiko zum Wettbewerb zurück und konnte sich gleich mehrmals unter den Top 10 Modellen platzieren. Im gleichen Jahr erschien das Grand Seiko Modell 44GS, mit dem Seiko in vielerlei Hinsicht neue Standards etablierte. Es handelte sich dabei um die Uhr mit dem genausten Handaufzugswerk (mit 18.000 bph) der Welt. Außerdem manifestierte sich im 44GS-Modell erstmals das neu entwickelte Design-Regelwerk (Seikos „Grammar of Design“) bestehend aus 3 Designregeln und 9 Grundelementen. 

 

 

Besonderen Innovationsgeist und Ausdauer bewies Seiko aber wohl mit der Entwicklung der Spring Drive Technologie für Grand Seiko Modelle. Es handelt sich dabei um eine Hybrid-Technologie, die es meistert, den Charme eines mechanischen Uhrwerks mit der Ganggenauigkeit eines Quarzwerkes zu kombinieren. Die Zugfeder des mechanischen Werkes wird dabei durch die Schwingungsfrequenz eines Quarzkristalls reguliert. Das Resultat: ein extrem Präziser Zeitmesser mit einer Ganggenauigkeit von bis zu +/-1 Sekunde pro Tag. Es dauerte ganze 21 Jahre, um diese Technologie auf den Weg zu bringen und weitere 5 Jahre, bis sie so weit perfektioniert war, um in der ersten Grand Seiko Uhr, dem Modell 9R6, Anwendung zu finden. 

 

 

Bei so viel Leidenschaft und Liebe fürs Detail ist es nicht verwunderlich, dass Grand Seiko Uhren auch auf unserem Marktplatz sehr beliebt sind. Der Top-Seller ist hier die Grand Seiko SBGA211 Snowflake, gefolgt von den Modellen SBGV245 und SBGK005. Grundsätzlich haben Zeitmesser mit Automatik-Kaliber bei den Verkäufen auf Chrono24 die Nase vorne. Ganze 62 Prozent der seit 2019 verkauften Grand Seiko Uhren ticken automatisch, während 26 Prozent der verkauften Uhren von einem Quarz-Werk angetrieben werden. Platz 3 belegt der Handaufzug mit 12 Prozent. 

 

 

Der Großteil der auf Chrono24 gekauften Grand Seiko Uhren erreicht seinen neuen Besitzer aus dem Heimatland Japan (35 %), dicht gefolgt von den USA mit 31 Prozent. UK folgt mit einigem Abstand auf Platz 3 mit 9 Prozent. Die glücklichen Käufer kommen dagegen zum größten Teil aus den USA (39 %), Deutschland (8 %) und UK (6 %). 

 

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