20.03.2024
 4 Minuten

Helden der Lüfte – die Mark-Kollektion der IWC-Fliegeruhren

Von Barbara Korp
IWC-Mark-2-1

Die Mark-Kollektion von IWC

Kaum eine andere Marke ist so bekannt für ihre Fliegeruhren wie IWC. Deshalb wollen wir einen Blick auf die Geschichte ihrer Kollektion Mark werfen – diese beinhaltete Fliegeruhren, die von Ingenieuren für Piloten entwickelt wurden und bei aller Konzentration auf die Technik mit legendärem Design zu begeistern wissen.

Die Geburt der Mark-Reihe

Als die britische Regierung 1948 einen Auftrag für Uhren für die Piloten der Royal Air Force ausschrieb, entwickelte IWC eine ganz spezielle Uhr: die Mark XI. Bereits im Jahr 1949 wurden die ersten Modelle ausgeliefert. Auf welch große Beliebtheit sie stießen, kann man leicht daran erkennen, dass sie bis 1981 im Einsatz blieben und nicht nur den Piloten der Royal Air Force, sondern auch anderen Einsatzkräften im Dienste des Commonwealth dienten.

Die Mark XI spiegelt ganz klar die DNA von IWC wider: Es ist eine von Ingenieuren geschaffene Uhr, die auf das Wesentliche reduziert wurde, aber dies in absoluter Perfektion. Ein schwarzes Zifferblatt mit weißen, nachleuchtenden Indizes sowie dem klassischen Fliegerdreieck auf der Zwölf garantiert unter allen Lichtverhältnissen eine optimale Ablesbarkeit. Ein Weicheisenkäfig im Inneren schützt die Uhr vor magnetischen Einflüssen. Diese Uhr war optisch ein Understatement – doch eben dadurch und dank ihrer perfekten Eignung für den Alltag von Piloten wurde sie zu einem Statement. Besonders in einer Zeit, in der Uhren eher aus der klassischen Métiers d’Art-Szene kamen, war dieser Fokus auf die Technik der Uhr ein bemerkenswerter Ansatz.

IWC – Mark XI
IWC – Mark XI

Mark XII

Anfang der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts wurde es für kurze Zeit still um diese Uhrenreihe. Die Mark XI war nicht mehr bei der Royal Air Force im Einsatz und daher in der allgemeinen Wahrnehmung weniger präsent. Ja, für kurze Zeit schien diese Uhr von der Bildfläche verschwunden zu sein. Manch einer glaubte damals sogar, dies sei das Ende der Mark-Uhren. Doch schon bald wurden sie vom Gegenteil überzeugt.

Im Jahr 1994 feierte sie ihr Comeback – als Mark XII. Nahe am Original, aber noch alltagstauglicher und zeitloser. Statt Plexiglas kam nun Saphirglas zum Einsatz, ein Uhrwerk von Jaeger-LeCoultre trieb die Uhr an und sie verfügte über eine Datumsanzeige. Zudem gab es die Uhr zum ersten Mal mit einem Stahlarmband, was ihren Coolness-Faktor nur noch erhöhte. Die Uhr hatte eindeutig den Sprung aus dem Cockpit geschafft und war zu einer lässigen Alltagsuhr geworden.

IWC – Mark XII am Stahlband
IWC – Mark XII am Stahlband

Mark XIII und XIV

Sie wundern sich, warum Sie noch nie eine Mark XIII oder XIV gesehen haben? Nun, das ist einfach zu erklären. Diese Modellnummern hat es nie gegeben. Stattdessen machte man einen Sprung von der Mark XII zur Mark XV, weil man die Ziffern 13, die bei uns als Unglückszahl gilt, und 14, die in asiatischen Ländern als Pech bringend gilt, nicht verwenden wollte. Denn auch wenn diese Uhren vom Geiste des Ingenieurs geprägt sind, kann es nicht schaden, Unglückszahlen zu vermeiden.

Mark XV bis XVIII

In den folgenden Jahren kamen weitere Versionen der Mark Fliegeruhren auf den Markt. Die Updates waren jeweils sehr subtil und stilvoll. Am auffälligsten war sicherlich, dass der Durchmesser der Uhr von 36 mm auf 40 mm zunahm. Auch für Sammler wurde diese Uhrenkollektion plötzlich interessant, da einige der beliebten „Le Petit Prince“-Modelle auch in der Mark-Serie erhältlich waren. Diese bestechen nicht nur durch ihr wunderschönes blaues Zifferblatt, sondern auch durch Darstellungen des Kleinen Prinzen auf der Gehäuserückseite. Daneben gab es immer wieder Sondermodelle der Anthony de Saint-Exupéry-Serie – alle mit dunkelbraunem Zifferblatt, das einen ganz besonderen Charme ausstrahlt. Natürlich – es sind keine klassischen Fliegeruhren mit schwarzem Zifferblatt mehr. Aber es sind wunderschöne Hommagen an die Faszination des Fliegens und die Anfänge der Luftfahrt.

IWC Mark XVIII Le Petit Prince
IWC Mark XVIII Le Petit Prince

Mark XX

Als 2022 die Mark XX lanciert wurde, geschah dies passend zur Kollektion: Man legte den Fokus auf die Technik und nicht auf die Marketingkampagne. Statt an Testimonials auf Plakaten bekam man sie in den IWC-Boutiquen präsentiert und konnte sie am eigenen Handgelenk kennenlernen.

Ja, die Mark XX war einfach plötzlich da – und sie war alles, was man sich erhofft hatte. Optisch lediglich dezent angepasst, ein wenig feiner und ergonomischer dem Handgelenk angepasst. Technisch atemberaubend: Denn in ihr wurde ein Manufakturwerk mit gut fünf Tagen Gangreserve und höchster Ganggenauigkeit verbaut! Der Ingenieurgeist von IWC hat diese Uhr wirklich fit für die Zukunft gemacht.

IWC – Mark XX
IWC – Mark XX

Fazit

Es gibt viele gute Gründe, eine Mark-Fliegeruhr zu tragen. Sie vereint wirklich alle Aspekte, die uns Uhrenliebhabern wichtig sind: Ästhetik, Technik, Geschichte, Tragbarkeit – und das zu einem guten Preis. Für mich sind es aber vor allem zwei Aspekte, die mich immer wieder zu meiner Mark XX greifen lassen. Zum einen liegt sie trotz ihrer Größe angenehm am Handgelenk. Zum anderen ist sie eine Statement-Uhr. Während eine Big Pilot für Männer bei Durchmessern von 43 bis 45 mm beginnt, kann ich als Frau zu einer Fliegeruhr mit 40 mm Durchmesser greifen und den gleichen Effekt erzielen.

So sieht sie zu einem sportlichen Outfit toll aus und unterstreicht dessen Charakter. Zu eleganter Kleidung und vor allem zum Business-Look bildet sie einen spannenden Kontrast. Dezent und doch ein Blickfang. Ein Bekenntnis, etwas zu wagen und trotzdem Stil zu haben. Ob es der Hauch von Freiheit oder der Hauch von Modebewusstsein ist, der sie umweht, kann ich nicht sagen. Sicher ist nur, dass sie mich oft begleitet und mir mehr Komplimente eingebracht hat als jede andere Uhr in meiner Sammlung.


Über den Autor

Barbara Korp

Als ich entdeckte, dass Uhren viel mehr als nur Schmuckstücke sind, war es um mich geschehen. Ich habe mich in die Schönheit ihrer Technik verliebt. Gleich darauf folgte jedoch eine Enttäuschung: Die meisten Modelle waren viel zu groß für mich. Doch ich gab nicht auf – und entwickelte dadurch ein spezielles Interessenfeld.

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