Pitti Immagine Uomo 95: Weshalb die Modemesse auch für Uhrenfans interessant ist!

Pascal Gehrlein
07.01.2019
Pitti Uomo

 

Die Pfauen sind wieder unterwegs! –  Zweimal im Jahr trifft sich das „Who is Who“ der Männermode auf dem florentinischen Platz „Fortezza da Basso“, um stolz die neusten Trends zur Schau zu stellen. Doch was haben wir Uhrenenthusiasten davon? Abgesehen davon, dass die Leidenschaft für Mode und Uhren nicht weit auseinanderliegen, kommen den Fotografen auch außergewöhnliche Zeitmesser vor die Linse. Genau deshalb ist diese Modemesse auch für alle Uhrenkenner eine spannende Angelegenheit!

Florenz im Jahr 1972 – Hier präsentierten damals zunächst einige italienische Hersteller feinster Herrenmode ihre Neuheiten. Das ursprüngliche Ziel der Messe war es, das Handwerk der italienischen Hersteller auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen. Heute gehören zu den rund 1.300 Marken auch zahlreiche international bekannte Labels wie Borelli, Drake’s und Zegna. Im Gegensatz zu den großen Fashion-Shows in Mailand und Paris, liegt der Fokus der Messe damals wie heute auf dem Zusammentreffen von Marken und Einkäufern, die die Trends direkt bestellen können. Trotzdem tummeln sich in der toskanischen Stadt vom 08.-11. Januar auch mehr als 30.000 Besucher der Messe. Die extrovertiertesten unter ihnen sind die „Pfauen“: Männer in meist maßgeschneiderten Dreiteilern aus feinster Wolle und perfekt abgestimmten Accessoires, die sich von den Fotografen nur zu gerne ablichten lassen.

 

 

 

Seit Social Media und der zunehmenden Relevanz von Streetwear, landen diese Bilder nicht mehr in Printmagazinen, sondern direkt auf Instagram. Dadurch wurde „die Pitti“ in den letzten Jahren zum wichtigsten Laufsteg für Modeblogger, Influencer und Fotografen. 715.000 Bilder, die unter dem Hashtag #pittiuomo bisher geteilt wurden verdeutlichen diesen Hype. So wird vermutlich auch Anfang 2019 der Feed des ein oder anderen Instagram-Users mit Bildern aus Florenz überlaufen. Achten Sie dieses Mal besser auf die Handgelenke der gut gekleideten Herren!

 

Die Gemeinsamkeiten der Mode- und Uhrenenthusiasten

Pitti Uomo View
Pitti Uomo

 

Mode und Uhren sind beides „Welten“, in denen man sich nur zu gut verlieren kann. Die spezielle Haptik des kalten Stahlgehäuses, der Glanz der Keramik-Lünette, das Gefühl beim Aufziehen des Automatik- oder Handaufzugswerkes, das Emaille-Zifferblatt oder die Patina des „Tropical Dials“ – solche Details finden sich auch in hochwertigen Kleidungsstücken wieder. Das Werk gleicht dem Innenleben eines Anzuges, dem Futter, welches entscheidet wie sich das Sakko trägt und wie optimal es am Körper fällt. Die Wolle, die verwendet wurde, entscheidet über die Langlebigkeit des Stückes und die Struktur des britischen Tweed-Stoffes lassen uns bei genauerem Hinsehen nochmal verstehen, weshalb wir uns nicht für einen Anzug von der Stange entschieden haben! Nicht zuletzt ist es die Historie der Omega Speedmaster oder der Rolex Explorer, die Luxusuhren zu einem anziehenden Gegenstand machen. Solche Geschichten finden wir auch in der Modewelt wieder. „Notwendigkeit ist die Mutter der Erfindung“ – und so wurde beispielsweise der Trenchcoat 1901 für die Offiziere der britischen Armee entwickelt und sollte als nützliche Regenjacke für den Einsatz im „Trench“, dem Schützengraben, dienen.

 

 

Diese Empfänglichkeit gegenüber guten Geschichten und hochwertigen Produkten bleibt auch den Uhrenmarken wie Omega nicht verborgen, weshalb einige einen Ausflug in diese Welt wagen und auf der Pitti Uomo mit Partnern der Marke präsent sind.

 

Die Uhr macht das Outfit – oder andersherum?

Natürlich gibt es auch Personen, denen diese Geschichten und die Beschaffenheit der Uhr weniger wichtig sind. Für diejenigen ist die Uhr eher ein bloßes Stilelement, das viel zitierte „einzig legitime Accessoire eines Mannes“. Ob das bei vielen Herren auf der Messe nun der Fall ist oder nicht, wage ich nicht zu behaupten. Klar ist jedoch, dass es in den letzten Jahren viele Handgelenke zu sehen gab, die mit interessanten Uhren passend zum Outfit geschmückt waren. Und das bereitet jedem Uhrenfan eine Freude! Betrachten wir einige Schnappschüsse der vergangenen Messen als Vorgeschmack auf die erste Pitti Uomo im Januar.

 

80er-Jahre Chic – Bicolor Rolex

Pitti Uomo Rolex

 

Im Filmklassiker „American Psycho“ trägt der Hauptcharakter Patrick Bateman eine Bicolor Datejust 16013 mit einem wunderschönen „linen dial“ und veranschaulicht damit das Motto der New Yorker Yuppie-Generation: „Du hast es, also stelle es zur Schau!“. Wie könnte man das besser umsetzen als mit einer Uhr in Gold und Stahl von Rolex. Das Gegenteil zum heutigen Minimalismus-Trend, wenn man so will. Aber heute darf man den Trägern von Bicolor-Modellen unterstellen, dass sie um die kulturelle Bedeutung dieses Jahrzehntes wissen und die Dekadenz deshalb mit einem Augenzwinkern in Richtung der 80er-Jahre gemeint ist. Diesem Gentleman jedenfalls erregt der blaue Glen-Check-Anzug in Kombination mit einem burgunderfarbenen Mantel nicht genug Aufmerksamkeit, weshalb die Bicolor Datejust der finale Eyecatcher sein sollte.

 

Camouflage ist zurück – Panerai Radiomir PAM 735

Pitti Uomo Panerai

 

Dieser ältere Herr möchte uns seine Uhr zwar nicht zeigen, doch das hält uns nicht davon ab zu spekulieren, welche Uhr am besten zu seinem Look passt. Militärmuster waren in diesem Jahr besonders angesagt. Ob als secondhand M-65 Militärjacke oder als Hose – der Militär-Look ist genauso angesagt wie Vintage-Uhren. Die echten „Fashion-Aficiandos“ spielen mit den ursprünglich rein funktionalen Kleidungsstücken und kombinierten diese mit einem Sakko, oder Cardigan. Dieser besondere „Pfau“ setzt noch einen drauf und veredelt seinen Layering-Look (das Übereinandertragen verschiedener Kleidungsstücke) mit diversen Erdtönen wie grün und braun, die er mit bunten Accessoires kombiniert. Dazu passt die Panerai PAM 735 mit ihrem 45mm Titan-Gehäuse und mattgrünen Zifferblatt perfekt. Diese Uhr erfüllt die Kriterien Vintage- und Military-Look mit Leichtigkeit und hat zudem durch die Historie der Marke italienischen Flair.

 

Streetstyle trifft Luxussportuhr – Patek Philippe Nautilus

Pitti Uomo Patek Philippe

 

Wem ein Anzug trotz Militärjacke zu schick ist, der kombiniert diese eben mit einem lockeren T-Shirt und einer blauen Chino. Dazu passt dann auch eine Patek Philippe Nautilus 5711/1A, die aktuell vielleicht begehrteste Luxussportuhr auf dem Markt. Der leider bereits verstorbene Designer der Uhr, Gérald Genta, hätte sicher nichts dagegen, dass sein Design heute von vielen Modeenthusiasten als „Daily Driver“ ausgewählt wird. Neben der Charaktereigenschaft als sportlich-elegante Edelstahluhr steckt in der Nautilus seit 1976 noch immer ein „Enfant Terrible“, das mit der Dress-Watch-Tradition von Patek gebrochen hat und als teuerste Uhr der Welt vermarktet wurde. Wohl auch deshalb tragen die Mode-Rebellen aktuell mit Genuss Patek!

 

Man darf gespannt sein, was die Mode- und Uhrentrends der diesjährigen Pitti Uomo 95 sein werden!

 

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Pascal Gehrlein
Von Pascal Gehrlein
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