Porsche Design Uhren von IWC Schaffhausen

Jonathan Arnold
03.07.2018
IWC Schaffhausen Porsche Design Titanium Chronograph

 

Wenn man über wegweisende mechanische Uhren nachdenkt, ist Porsche Design nicht unbedingt der Name, der einem sofort in den Sinn kommt. Dann schon eher an die Rolex Submariner oder an die Breitling Navitimer. Der Porsche Design Chronograph I? Eher weniger. Doch zu Unrecht. Die Marke ist zwar eher bekannt für ihre coolen Sonnenbrillen-Kollektionen und High-Tech-Accessoires, doch auch ziemlich beeindruckende Luxusuhren kommen aus dem Hause Porsche Design. Und das bereits seit 1973, als der komplett schwarze Chronograph I auf den Markt kam.

 

Von Porsche zu Porsche Design

Professor Ferdinand Alexander Porsche, Image: Porsche Design
Professor Ferdinand Alexander Porsche, Foto: Porsche Design

 

Zum Chronograph I gleich mehr. Doch die legendäre Marke Porsche Design verdient hier natürlich vorab die eine oder andere Zeile. Man könnte denken, dass es sich bloß um ein übliches Lizenzmodell handelt, bei dem fertig entwickelte Produkte ganz simpel mit einem bekannten Markennamen versehen und vertrieben werden. Die Luxottica Group wäre so ein Beispiel und es gibt etliche mehr. Bei Porsche Design verhält sich die Sache anders, die Designschmiede ist eine Tochterfirma einer der berühmtesten Automarken der Welt. Gegründet wurde das Unternehmen von Ferdinand Alexander Porsche, dem Designer des originalen 1964er Porsche 911 und Enkel von Porsche Gründer Ferdinand Porsche.

 

Porsche Design Chrono I, Image: Porsche Design
Porsche Design Chrono I, Foto: Porsche Design

 

Nach dem überwältigenden Erfolg des 911ers (und einigen Veränderungen in der Firmenpolitik), entschied sich F.A. Porsche seiner Leidenschaft für Produktdesign weiteren Raum zu geben. Im Jahr 1972 gründete er dafür ein Design-Studio. Das erste Resultat war der Chronograph I, betrieben von einem Lemania Werk. Zurückhaltend gestaltet aber äußerst funktional, macht vor allem das ganz in schwarz gehaltene Design diese Uhr so besonders. Das gab es in diesem Segment vorher so noch nicht: ein schwarzes Stahlgehäuse mit passendem schwarzen Armband. Man kann sagen, dass die Uhr damit der Wegbereiter war für die große Auswahl an schwarzen mit PVD und DLC beschichteten Modelle, die wir heute so lieben.

 

Porsche Design und IWC Schaffhausen

Porsche Design by IWC Ocean 2000
Porsche Design by IWC Ocean 2000

 

So richtig spannend wurde es dann, als Porsche Design in den späten 1970er-Jahren die Zusammenarbeit mit den schweizerischen Uhrmachern von IWC Schaffhausen startete. Viele Hersteller und deren Umsätze litten zu jener Zeit gewaltig unter den Folgen der Quarzkrise, nicht wenige mussten damals ihr Geschäft aufgeben. Nur die Marken überlebten, die ihre Käufer mit wirklich innovativen und kreativen Produkten überzeugen konnten. Viele halten die Kooperation mit Porsche Design für die entscheidende Maßnahme, die IWC damals im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern vor dem Absturz gerettet hat.

Die Zusammenarbeit erscheint rückblickend sehr clever durchdacht. Die Produkte beider Firmen waren bekannt dafür, dass sie praktisch und funktional designt waren. Ein typisch „deutscher“ Ansatz, wie man wohl sagen könnte. Das Ergebnis der Zusammenarbeit waren Modelle, die von der Bauhaus-Theorie beeinflusst Funktion über Form erheben. Drei der Uhren stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

 

Porsche Design Compass Watch

IWC Schaffhausen Porsche Design Compass Watch
IWC Schaffhausen Porsche Design Compass Watch

 

Die Compass Watch wurde 1978 vorgestellt. Wie der Name schon andeutet, ist in der Uhr ein Kompass verbaut. Dieser ist smart im Gehäuse platziert, versteckt unter Zifferblatt und Werk. Beim ersten Hinsehen erkennt man lediglich eine stylishe, kompakt gestaltete schweizerische Uhr, die Zeit und Datum gut lesbar darstellt. Sollte aber ein Ernstfall eintreten, in dem Sie — warum auch immer — einen Kompass zur Orientierung benötigen, so ist dieser per Öffnen der oberen Gehäusehälfte sichtbar gemacht und einsatzbereit. Zumindest könnte es Gelegenheiten geben, in denen das sehr nützlich ist.

 

IWC Schaffhausen Porsche Design Compass Watch
IWC Schaffhausen Porsche Design Compass Watch

 

So erklärte auch F.A. Porsche seine Idee. Eher selten benötigt, kann ein Kompass im Notfall aber ein Leben retten. IWC fertigte das Gehäuse aus gehärtetem Aluminium, einem besonders leichten und vor allem amagnetischem Material, das die Funktion des Kompasses nicht beeinflusst und dabei sehr komfortabel zu tragen ist.

 

Porsche Design Titanium Chronograph

Auch die nächste Uhr in dieser Liste war eine Neuheit in der Welt der mechanischen Uhren. Der Titanium-Chronograph war die allererste Armbanduhr aus Titan, die 1980 auf den Markt kam. Mittlerweile gibt es eine riesige Auswahl von Titanuhren, aber damals sorgte es für einiges Aufsehen. Kaum einer verwendete zu jener Zeit Titan; ein teures und schwer zu bearbeitendes Material, das ausschließlich in der Raumfahrt Verwendung fand. Die Ingenieure bei IWC fanden neue Wege in der Verarbeitung und verwirklichten damit die Idee eines eleganten, minimalistischen und wirklich spektakulären Chronographen.

Neben dem futuristischen Material bietet das Design dieser Uhr aber noch einiges mehr. Die clever integrierten Drücker findet man auch heute noch in der Serie Monobloc Actuator. Auch das passende integrierte Titanband ist sehr gelungen und passt sich schön in das Design ein. Der Titanium-Chronograph machte mit seiner vollendeten Perfektion die Kooperation beider Marken endgültig weltbekannt.

 

Porsche Design Ocean 2000

Die Porsche Design Ocean 2000 hat die vielleicht spannendste Hintergrundgeschichte der drei hier vorgestellten Modelle, auch wenn es sie ohne die beiden anderen nie gegeben hätte. IWC ist vor allem für Fliegeruhren bekannt, zusammen mit Porsche Design aber brachten die Schaffhausener auch diese sehr besondere Taucheruhr auf den Markt. In den späten 1970er-Jahren wurde das Unternehmen von der deutschen Bundeswehr beauftragt, besonders robuste und technisch innovative Taucheruhren zu entwickeln. Diese wurden in stark limitierten Auflagen hergestellt und sind heute unter dem Namen Ocean BUND bekannt.

 

Porsche Design by IWC Ocean 2000
Porsche Design by IWC Ocean 2000

 

Leichtgewichtig, anti-magnetisch und widerstandsfähig sollten die Uhren sein und außerdem eine Wasserbeständigkeit bei erheblicher Tiefe leisten. IWC hatte bei eigenen Vorgängermodellen und für Porsche Design ja schon mit amagnetischen Materialien und Titan gearbeitet und konnte mit dieser Erfahrung diesen Auftrag sehr gekonnt und erfolgreich umsetzen. Für eine Eliteeinheit der deutschen Marine, den Minentauchern, fertigte IWC außerdem ein Spezialmodell der Uhr an, die die Taucher bei der Beseitigung von Unterwasserminen trugen. Hier ist der Amagnetismus überlebenswichtig — die Minen reagieren auf jede Art von Metall in ihrer näheren Umgebung.

Als IWC und Porsche Design das kommerzielle Potenzial dieser Taucheruhr erkannten, brachten sie die ähnlich gestaltete Ocean 2000 auf den Markt. Wie die Armeeuhr ist auch dieses Modell anti-magnetisch und wasserdicht bis zu 2.000 m Tiefe, was zu jener Zeit absolut einzigartig war. Sie hat außerdem ein integriertes Armband und ein Klettband, mit der sie auch mit Taucheranzug getragen werden kann. Die Ocean 2000 gilt als Vorgänger der modernen IWC Aquatimer-Familie.

Falls Sie also gedacht haben sollten, der Name Porsche Design stünde nur für Sonnenbrillen und Hightech-Gepäck, lagen Sie nicht ganz richtig. Die Marke hat eine mitentscheidende Rolle gespielt in der Geschichte des modernen Uhrendesigns.

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Porsche Design – der 911 am Handgelenk


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