10.05.2021
 5 Minuten

Sieben Uhren, sieben Weltrekorde

Von Chrono24
World Record watches

7 Watches, 7 World Records

Luxusuhren von Rolex, Patek und Co. sind nicht nur schön und heiß begehrt, sie sind auch wahre Hochleistungsmaschinen. Erfahren Sie hier, welche Modelle alle Rekorde gebrochen haben und in die Geschichte eingingen. 

Platz 7: Vacheron Constantin – die komplizierteste Uhr der Welt

Je komplizierter, desto besser. Das meinen zumindest viele Uhren-Liebhaber. Auch die großen Marken haben es sich zur Aufgabe gemacht, sich gegenseitig mit immer mehr Funktionen zu überbieten. Doch kaum ein Hersteller kann es in puncto Komplikationen mit der Schweizer Uhrenmanufaktur Vacheron Constantin aufnehmen. Die aus 18 Karat Weißgold gefertigte Taschenuhr mit der Referenz 57260 bietet ihren Besitzern ganze 57 Funktionen, darunter eine Schaltjahresanzeige, Sonnenaufgangs- und Untergangsanzeige sowie jeweils einen ewigen gregorianischen und hebräischen Kalender. Ein besonderes Highlight ist ein Drei-Achsen-Tourbillon. Es dreht sich einmal in der Minute um seine drei Achsen und lässt in dessen Käfig alle 15 Sekunden ein sich drehendes Malteserkreuz, das Vacheron-Constantin-Logo, aufblitzen. Für dieses Kunstwerk der Uhrmacherei musste der stolze Besitzer wahrscheinlich zwischen 8 und 10 Mio. EUR investieren. 

Platz 6: Piaget – die flachste mechanische Uhr der Welt

Seit Jahrzehnten ist Piaget ein Pionier im Bereich der ultra-dünnen Uhren.
Seit Jahrzehnten ist Piaget ein Pionier im Bereich der ultra-dünnen Uhren.

„Ist das jetzt eine Cent-Münze oder tatsächlich eine Uhr?“, fragt sich sicher der ein oder andere Uhren-Liebhaber, der die Altiplano Ultimate Concept aus dem Hause Piaget in die Finger bekommt. Mit ihrer Bauhöhe von 2 mm ist die Rekordhalterin geradezu absurd flach. Das Uhrwerk ist gleichzeitig Teil des Gehäuses. Selbst die eigens konzipierte Krone schließt direkt mit dem Gehäuse ab, was der Altiplano Ultimate Concept ein ganz spezielles Design verleiht und ihrem Besitzer sicher einige bewundernde Blicke einheimst. Aber auch die unwesentlich höhere Piaget Altiplano Ultra Thin kann sich sehen lassen. 

Platz 5: Patek Philippe – die teuerste Luxusuhr, die je verkauft wurde

Auch auf Chrono24 überschreitet Patek Philippe, z. B. mit der Grandes Complications, die Eine-Million-Euro-Grenze.
Auch auf Chrono24 überschreitet Patek Philippe, z. B. mit der Grandes Complications, die Eine-Million-Euro-Grenze.

Machen wir weiter mit einer Uhr, die alle Preisrekorde der Vergangenheit blass aussehen lässt: die Patek Philippe Grandmaster Chime Ref. 6300A-010. Das wertvolle Einzelstück kam 2019 für 31 Mio. CHF (umgerechnet etwa 28.169.000 EUR) bei Christie’s unter den Hammer und ging in den Besitz eines anonymen Bieters über. Dagegen wirkt sogar Paul Newmans legendäre Daytona, die 2017 in New York für schlappe 17,5 Mio. USD von Philipps versteigert wurde, geradezu wie ein „Schnäppchen“. 

Platz 4: Rolex – die erste Uhr auf dem Mount Everest

Rolex oder Smiths? Mount-Everest-Abenteurer Sir Edmund Hillary machte fleißig Uhren-Werbung.
Rolex oder Smiths? Mount-Everest-Abenteurer Sir Edmund Hillary machte fleißig Uhren-Werbung.

„Wann ist denn endlich Rolex an der Reihe?“, werden Sie sich vielleicht fragen. Die Marke mit der Krone stattet bereits seit Jahrzehnten Sportler und ambitionierte Entdecker aus, was sie 1953 schließlich auch auf den Gipfel des Mount Everest brachte – oder zumindest in die Nähe davon. Im Nachgang machte nämlich der leitende Offizier Sir Edmund Hillary Werbung für den Konkurrenten Smiths, die er laut Plakat-Slogan „bis zum Gipfel trug“. Doch welcher war nun der Zeitmesser der Wahl von Edmund Hillary und seinem Begleiter Sherpa Tenzing Norgay? Das wissen wohl nur die beiden Bergsteiger selbst. Für die Rolex Oyster Perpetual und ihren Nachfolge-Modell Explorer bedeutete das „Dach der Welt“ auf jeden Fall einen Siegeszug, während Uhren-Konkurrent Smiths schon wenig später von der Bildfläche verschwand. Spätestens die diesjährige Watches & Wonders und die Vorstellung der neuen Explorer hat die Aktion wieder in Erinnerung gerufen. Da spielt es kaum eine Rolle, ob Sir Edmund Hillary wirklich begeisterter Rolex-Träger war oder nicht. 

Platz 3: Breitling – Weltumrundung im Heißluftballon

Die Breitling-Träger Piccard und Jones umrunden 1999 die Erde in einem Ballon.
Die Breitling-Träger Piccard und Jones umrunden 1999 die Erde in einem Ballon.

Für den traditionellen Schweizer Uhrenhersteller Breitling ging es ebenfalls hoch hinaus. So stellte die Uhrenmarke 1999 gemeinsam mit dem Psychologen Bertrand Piccard und seinem Co-Piloten Brian Jones den Rekord für den längsten Flug aller Zeiten und – noch wichtiger – die erste Weltumrundung in einem Ballon auf. Im „Breitling Orbiter 3“, der hybrid mit Kerosin und Heißluft betrieben wurde, legten die zwei Abenteurer ganze 40.814 Kilometer am Stück zurück und verbrachten knapp 20 Tage in der Luft. Mit an ihrer Seite: die Breitling Navitimer, mit deren Hilfe Piccard und Jones auch in mehreren Tausend Metern Höhe noch genau im Blick hatten, welche Zeitzone sie gerade überflogen. Breitling legte zum zwanzigjährigen Jubiläum des Rekords im Jahr 2019 mit der Cockpit B50 eine Special Edition auf. Sie erinnert den Abenteurer und Uhren-Träger von heute an einen großen Uhren-Enthusiasten und den letzten großen Abenteuer des 20. Jahrhunderts. 

Platz 2: Rolex vs. Omega – Tauchen zum tiefsten Punkt der Erde

Rolex an Bord: Das U-Boot „Trieste“ tauchte mit Deep-Sea-Uhr auf fast 11.000 Meter Tiefe.
Rolex an Bord: Das U-Boot „Trieste“ tauchte mit Deep-Sea-Uhr auf fast 11.000 Meter Tiefe.

Die großen Schweizer Uhrenmarken möchten nicht nur hoch hinaus, sondern auch tief hinab auf den Grund des Meeres. Im Wettkampf um den tiefsten Tauchgang liefern sich die Uhrenmarken Rolex und Omega ein stetiges Kopf-an-Kopf-Rennen. Zuerst in den Ring – beziehungsweise ins U-Boot – stieg Rolex. Schon am 23. Januar 1960 erreichte das Tiefseeboot „Trieste“ mit dem US-Navy Lieutenant Don Walsh und dem Schweizer Ozeanograf Jacques Piccard an Bord den Meeresgrund in einer Tiefe von 10.916 m im Marianengraben. Ein Rekord, der fast 60 Jahre lang ungebrochen bleiben sollte. An der Außenhülle des Bootes befestigt, war die Rolex Deep Sea Special mit ihrem charakteristischen überdimensionalen Plexiglas, die den Tauchgang unbeschadet überstand. Daraufhin starteten die Serien-Taucheruhren von Rolex, Sea-Dweller und Submariner, ihren Siegeszug durch die Uhrenwelt. 

Dem Uhren- und Abenteurer-Kontrahenten Omega gelang es erst 2019, den Rekord der „Trieste“ und Rolex Deep Sea Special zu brechen. Mit modernster Technik macht das Team um den US-Abenteurer Victor Vescovo den tiefsten Punkt des Marianengrabens von 10.928 m aus und taucht mit U-Boot und Tiefsee-tauglicher Omega-Seamaster in die Tiefen des Westpazifiks. Auch dieser Zeitmesser hat den Tauchgang unbeschadet überstanden. Somit beweisen die beiden wohl ikonischsten mechanischen Taucheruhren, was sie können und wie viel Qualität die Besitzer erwartet. 

Der eigentliche technische Tiefsee-Sieger ist allerdings ein wahrer Underdog: die H2O Watch Kalmar 2 OceanicTime. Die kleine Manufaktur aus Norddeutschland hat eine extrem druckfeste Uhr geschaffen, die in einem Labortest dem Druck in einer Tiefe von über 25.000 m standhielt. Zum Leidwesen des in der Branche eher unbekannten Rekordhalters bietet die Erde solche Wassertiefen aber nicht, sodass der Weltrekords-Zeitmesser sich mit Laborversuchen begnügen muss. 

Platz 1: Omega – die erste Uhr auf dem Mond

Video Omega Speedmaster Professional
Bis heute gilt die Omega Speedmaster als Weltraum-Uhr.

Die Mondlandung im Jahr 1969 ist weder aus der Uhren-, noch aus der Weltgeschichte wegzudenken. Auch wenn Neil Armstrong seine Omega Speedmaster im Raumschiff zurückließ, als er den Mond betrat, schaffte es die „Moonwatch“ mit einer eingravierten 43 dann doch wenig später am Handgelenk von Buzz Aldrin als erste Armbanduhr auf den Mond. Ein Detail, das Omega bis heute für zahllose Werbekampagnen nutzt. Doch welche Marke kann schon von sich behaupten, von der NASA für bemannte Expeditionen in den Weltraum auserkoren worden zu sein? Neben dem Titel als erste Uhr auf dem Mond darf sich die Speedmaster somit wohl auch als meist getestete Uhr feiern lassen. 

Auch andere Marken haben es in den Weltraum geschafft, wenn auch nicht so werbewirksam wie Omega: die Sinn 140A LE am Handgelenk des deutschen Physikers Reinhard Furrer, die Seiko „Pogue“ Ref. 6139 des bekennenden Seiko-Fans und US-Astronauten William Reid Pogue sowie die Fortis B-42 Cosmonaut und die Bulova Moon Watch. Doch keine von ihnen kann an Erfolg der „Moonwatch“, die Omega mittlerweile mit neuem Kaliber anbietet, anknüpfen. 

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