21.12.2022
 6 Minuten

Top 5 Bergsteigeruhren: Schweizer Zeitmesser für Gipfelstürmer

Von Barbara Korp
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Kennen Sie auch das Gefühl, wenn der Berg ruft? Wenn ja, dann wissen Sie, dass niemand diesem Ruf widerstehen kann – und auch, dass echte Bergliebhaber nicht einfach ohne Planung loslaufen. Denn wie bei jedem anderen Sport, kann auch hier die richtige Ausrüstung entscheidend sein. Teil dieser Ausrüstung sind nicht nur Kleidung und Schuhe, sondern auch eine verlässliche Uhr, die auch in der Höhe zuverlässig läuft. Schließlich müssen Auf- und Abstieg genau geplant sein. Bei größeren Expeditionen ist eine exakte Koordination mit anderen Teammitgliedern nötig – und manchmal hilft die Uhr, um den Tag zu strukturieren. Sie sehen, Timing ist alles.

Jedoch gibt es kein spezifisches Profil, was eine gute Bergsteigeruhr ausmacht. Am Felsen streifen, in Kontakt mit Wasser kommen, niedrige Temperaturen und widrige Witterungsverhältnisse, hohe Temperaturen und extreme Trockenheit – alles ist möglich. Doch stets muss sie verlässlich laufen und einfach ablesbar sein. Wie gut, dass das Land der Uhrmacherkunst auch ein Land der Berge ist. Somit halten Schweizer Uhrenfirmen mehrere Modelle für Sie bereit, die den vielfältigen Herausforderungen von Bergtouren gewachsen sind. Begleiten Sie mich heute also auf einen Spaziergang durch die Welt der Berge – und vielleicht begleitet Sie ja eine meiner Top 5 Bergsteigeruhren schon bald auf Ihren Wanderungen.

Nr. 1 der Bergsteigeruhren: Rolex Explorer

Die unbestrittene Nummer 1 der Bergsteigeruhren für Gipfelstürmer und Abenteurer ist die Rolex Explorer. Oft gilt sie auch als die Uhr, die bei der Erstbesteigung des Mount Everest dabei war. Dabei ist dies viel zu kurz gegriffen. Bereits in den 1930er-Jahren stattete Rolex viele Expeditionsteams aus. Egal ob diese den Himalaja erkundeten oder andere Gebiete erforschten – basierend auf diesen Erfahrungen, die unter extremen Bedingungen gesammelt wurden, konnte Rolex die Uhren immer weiter verbessern. Als dann Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay im Jahr 1953 den Mount Everest bezwangen, war Rolex Ausstatter des Expeditionsteams. Noch im gleichen Jahr erschien die Rolex Explorer – die Uhr, die dank jahrzehntelanger Entwicklung zur ultimativen Uhr für Abenteurer wurde.

Optisch ist die Explorer heute dem Original noch zum Verwechseln ähnlich. Schwarzes Zifferblatt, arabische Ziffern bei 3, 6 und 9, großes Dreieck bei der 12 und nachleuchtende Indizes. Natürlich basiert die Leuchtmasse heute nicht mehr auf radioaktivem Radium und auch das Uhrwerk wurde weiter verbessert. Ihre Wasserdichtigkeit und der extrem widerstandsfähige Edelstahl sind aber heute so beeindruckend wie damals. Und dank 36 mm Durchmesser ist das Modell sowohl von Männern wie auch Frauen tragbar – denn Abenteuer können von uns allen erlebt werden.

Rolex Explorer – die ultimative Uhr für Abenteurer

Die Erfolgsgeschichte geht weiter: Rolex Explorer II

Noch eine Rolex Explorer? Ja, Sie lesen richtig. Und es ist nicht nur ihr eigenständiges Design, das eine eigenständige Nennung rechtfertigt. Vielmehr ist es die Tatsache, dass die Uhr bei vielen bedeutenden Expeditionen der Neuzeit dabei war. Sie begleitete Ed Viesturs bei dessen Besteigungen aller Achttausender dieser Welt ohne Sauerstoff – und stellte sicher, dass er das Zeitmanagement auf diesen Touren optimal durchführen konnte. Denn die Uhr zeigte ihm auch die eigenen Grenzen auf – die Zeit bis zum Abend, aber auch die Stunden, in denen man noch nicht an lebensgefährlichem Energie- und Sauerstoffmangel leidet.

Auch Rune Gjeldnes, der Grönland der Länge nach, die Arktis sowie die Antarktis durchquerte, trug eine Rolex Explorer II. Denn gerade im ewigen Eis wird Zeit ein relativer Begriff. Daher benötigt man eine Uhr, die den Tag gliedert, den Rhythmus von Gehen und Pausen vorgibt – und einem sagt, wann es Zeit ist, das Nachtlager aufzubauen. Auch dass diese Uhr das Datum sowie eine eindeutige Unterscheidung von Tag und Nacht anzeigt, ist bei solchen Bedingungen von Vorteil. Denn auf monatelangen Expeditionen durch das ewige Eis verliert jeder schnell das Gefühl für die Tageszeit und den Kalender.

Dank einfach ablesbarer Zeitanzeige, der bewährten Oysterlock-Sicherheitsschließe und der robusten Bauweise ist sie auch für Sie perfekt. Egal, ob Sie klettern gehen oder mit Kindern herumtollen, die Rolex Explorer II macht alles mit. Wenn es einmal ruhiger zugeht, müssen Sie sie nicht abnehmen. Der orangefarbene 24-Stunden-Zeiger sowie die Lünette mit ihrer 24-Stunden-Graduierung dienen dann als modische Details, die Ihre Uhr zum Eyecatcher machen. Persönlich finde ich, die Explorer II sieht mit dem einen oder anderen Kratzer noch besser aus. Auch wenn solch einer anfangs ärgerlich sein mag – er gehört zu einer Uhr für Abenteurer dazu. Denn solch eine Uhr ist gemacht, um mit Ihnen zu leben und damit auch die Spuren Ihres Lebens zu tragen.

Rolex Explorer II – das zweite Kapitel der Erfolgsgeschichte

Nachhaltige Bergsteigeruhr: Norqain Independence Wild One

Dass Norqain in dieser Aufzählung nicht fehlen darf, ist klar. Schließlich hat diese junge Schweizer Marke bereits die Berge in ihrem Logo und ihre Gründer lieben die Schweizer Bergwelt. Daher wissen sie auch genau, welche Anforderungen eine Uhr für das Wandern erfüllen muss. Eindrücklich hat man dies mit der Norqain Independence Wild One bewiesen. Ihre beeindruckendste Eigenschaft ist ihr leichtes Gewicht. Möglich wird das durch das neu entwickelte Material Norteq, welches dreieinhalb Mal leichter als Titan ist. Zudem ist es auch antimagnetisch und korrodiert nicht. Das bei der Herstellung übriggebliebene Material wird übrigens recycelt. Denn neben der Leidenschaft für das Abenteuer ist auch die Sorgfalt im Umgang mit Ressourcen ein großes Thema für die Marke. Die Uhren werden daher CO₂-neutral hergestellt und die Armbänder sind als vegan zertifiziert. Denn jeder Bergliebhaber will die Natur, die er beim Bergsteigen so genießt, erhalten.

Auch Mountainbiker werden an dieser Uhr ihre Freude haben – dank verbautem Stoßdämpfer macht sie auch die wildesten Abfahrten mit. Optisch ist sicher das in Lagen aufgebaute Zifferblatt am auffälligsten – das Logo wird hier zu einem Mandala-Muster angeordnet und erinnert sowohl an Berge wie auch an Schneeflocken. Sportliche Höchstleistungen können zudem auf der Norqain-Plakette auf der linken Seite des Gehäuses eingraviert und somit zum Teil der Uhr gemacht werden. Individualisten, Extremsportler oder Umweltliebhaber – für sie und auch alle anderen Abenteurer lohnt sich ein Blick auf diese Uhr!

Norqain Independence Wild One – für Abenteurer und Naturliebhaber

Zweit-Uhr für alle Fälle: Swatch Unisex GE712

Die Swatch Unisex GE712 steht hier stellvertretend für beinahe alle Uhren dieser Marke, wobei es sich hier oft eher um eine Zweit-Uhr handelt. Also die, die man anlegt, wenn die schöne „Erst-Uhr“ zu Hause bleibt. Und zu diesen Gelegenheiten zählt auch eine Wandertour! Natürlich empfehle ich nicht, eine Swatch für die Besteigung eines Achttausenders zu tragen. Doch wenn wir ehrlich sind: Wir unternehmen doch öfter sportlichere Sonntagsspaziergänge als extreme Wanderungen. Dabei müssen wir uns schon einmal am Felsen festhalten oder Zweige streifen die Uhr – doch das Timing des Abstiegs ist nicht lebensentscheidend. Vielmehr benötigen wir eine zuverlässige Zeitanzeige, ohne das Handy aus dem Rucksack nehmen zu müssen.

Natürlich ist es nicht ratsam, ein seltenes Sammlerstück für eine Wanderung zu tragen. Doch für alle Standardmodelle gilt: Sie sind flach genug, um nicht zu stören, wasserdicht genug, um Outdoor-tauglich zu sein und erschwinglich genug, dass ihr Verlust einen nicht allzu sehr schmerzen würde. Zugleich sind sie zuverlässig und bequem zu tragen. Ob Sie sich nun für eine Uhr in gedeckten Farben entscheiden oder ein ausgefalleneres buntes Modell wählen – eine Swatch ist eine qualitativ einwandfreie Quarzuhr, die ihren Job so richtig gut macht: Ihre Uhr für all die Situationen zu sein, die schönen Uhren nicht zumutbar sind.

Für Liebhaber: Montblanc 1858 Geosphere

Montblanc ist für hochwertige Schreibwaren weltberühmt. Als die Marke 1997 begann, auch Uhren herzustellen, war klar, dass diese dasselbe hohe Niveau erreichen müssen. Montblanc stellt heute viele erstklassige Uhren in vielfältigen Linien her. Als Schweizer Firma mit einem Berg in Namen ist man sich der Bedeutung der Bergwelt für das Unternehmen bewusst. Daher war es selbstverständlich, dass auch einige Uhren den Bergen gewidmet werden sollen. Ein Ergebnis davon ist die Montblanc 1858 Geosphere, die Tradition mit Abenteuerlust verbindet.

Eine Uhr zum Bergsteigen? Wohl eher nein. Denn auch wenn sie technisch dazu in der Lage wäre – die Montblanc 1858 Geosphere ist einfach zu elegant für Abenteuer-Outdoor. Vielmehr ist sie die perfekte Uhr für Bergliebhaber. Diese Sonderedition ist allen Vintage-Liebhabern unter den Abenteurern gewidmet. Dies wird vor allem durch das verwendete breite Lederarmband deutlich. Gemeinsam mit dem Bronzegehäuse, welches im Laufe der Zeit eine charakteristische Patina bekommt, nimmt sie Sie auf die Spuren der frühen Bergsteiger mit. Wie auch die anderen Modelle dieser Serie zeigt sie auf der 6 sowie der 12 einen Globus der südlichen beziehungsweise nördlichen Hemisphäre. Auf diesen sind die Gipfel der Seven Summits rot markiert. Somit erlaubt die Uhr ein ständiges Träumen von beziehungsweise Erinnern an die Abenteuer, welche man dort erlebt hat oder noch erleben will.

Montblanc 1858 Geosphere Limited Edition – für Liebhaber ideal


Über den Autor

Barbara Korp

Als ich entdeckte, dass Uhren viel mehr als nur Schmuckstücke sind, war es um mich geschehen. Ich habe mich in die Schönheit ihrer Technik verliebt. Gleich darauf folgte jedoch eine Enttäuschung: Die meisten Modelle waren viel zu groß für mich. Doch ich gab nicht auf – und entwickelte dadurch ein spezielles Interessenfeld.

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