29.08.2019
 5 Minuten

US Open Special: Die Top-Uhren der Tennis-Stars

Von René Herold
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US Open Special: Die Top-Uhren der Tennis-Stars

Der Tennissport und die Uhrenindustrie sind seit langem eng verbunden. Einen Top-Profi als Markenbotschafter zu gewinnen, ist für beide Seiten ein gutes Geschäft: Die Marken bekommen durch die Profis Aufmerksamkeit, und die Spieler können sich über exklusive Zeitmesser freuen. Schauen wir doch einmal, welche Partnerschaften besonders erfolgreich sind.

Rafael Nadal und Richard Mille – das Traumpaar

Gehen wir direkt in die Vollen und starten mit der wahrscheinlich erfolgreichsten Partnerschaft im Tennis-Zirkus: Rafael Nadal und Richard Mille. Der Spanier ist seit einigen Jahren Werbepartner der Schweizer Uhrenmanufaktur – mit messbarem Erfolg. Spielt Nadal, steigt das Interesse an Uhren der Marke schlagartig an, was auch der Webseiten-Traffic auf Chrono24 belegt. So landeten während Nadals Wimbledon-Matches 2019 deutlich mehr Besucher auf unseren Seiten rund um Nadal und Richard Mille: 

 

Anzahl der Besucher
Anzahl der Besucher (von Suchmaschinen kommend) auf Chrono24’s Nadal-Seiten während Wimbledon 2019.

Das noch recht junge Unternehmen mischt die Uhrenbranche seit 2001 mit teils bahnbrechenden Entwicklungen und innovativen Ideen auf. Die Uhren sind dank modernster Materialien, die teilweise aus der Luft- und Raumfahrt stammen, federleicht und gleichzeitig enorm robust. Diese Kombination war es auch, die Nadal letztendlich überzeugte. Seither legte Richard Mille mehrere Sondereditionen für den Tennis-Star auf.

Die jüngste Entwicklung ist die RM 27-03 Rafael Nadal. Bei dieser Hightech-Uhr bilden die Basisplatine und der mittlere Teil des Gehäuses eine Einheit. Die Ingenieure von Richard Mille nutzen hierzu das so genannte TPT-Carbon, das aus unzähligen hauchdünnen Schichten Carbonfaser besteht. Den Boden und die Lünette fertigt die Manufaktur hingegen aus TPT-Quartz, bei dem dünne Lagen Quarzkristalle und Kunstharz miteinander verschmolzen werden. Diese Kombination lässt die RM 27-03 in den spanischen Nationalfarben Rot und Gelb erstrahlen und macht sie extrem leicht sowie nahezu unkaputtbar.

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Das wahre Highlight der Uhr ist jedoch ihr Manufakturkaliber. Es besteht zu großen Teilen aus Grade 5 Titan, besitzt ein Tourbillon und verträgt dank eines ausgeklügelten Anti-Schock-Systems Fliehkräfte bis zu 10.000 g! Zum Vergleich: Die Saturn V – immerhin die Leistungsstärkste Trägerrakete, die die Menschheit je gebaut hat – brachte es beim Start gerade einmal auf eine Beschleunigung von 5 bis 6 g. Selbst Nadals harte Rückhand kann dieser Uhr also nichts anhaben.

So viel Innovation kostet natürlich. Mit einem Listenpreis von über 700.000 EUR gehört die RM 27-03 zu den wahrscheinlich teuersten Uhren, die jemals auf einem Tennis-Court getragen wurden.

Treue Partner – Roger Federer und Rolex

Wie auf dem Tennisplatz ist es zwischen Roger Federer und Rafael Nadal auch in Sachen Uhren ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Federer pflegt seit Jahren eine Partnerschaft mit Rolex. Das Schweizer Tennis-Ass bekam seinen ersten Sponsoringvertrag mit der Genfer Luxusuhrenmanufaktur bereits als Jungprofi. Nach einem kurzen Intermezzo mit Maurice Lacroix im Jahr 2004 wechselte Federer zwei Jahre später erneut zu Rolex und ist der Marke bis heute treu geblieben. Seine Sammlung umfasst inzwischen Klassiker genauso wie eher außergewöhnliche Modelle.

Rolex GMT Master 'Batman'
Rolex GMT-Master II ‚Batman‘

Eine Rolex Datejust II Ref. 116334 zierte beispielsweise bei seinem Wimbledon-Sieg im Jahr 2009 sein Handgelenk. 2012 reckte er den prestigeträchtigen Pokal mit einer Day-Date II in Everose-Gold (Ref. 218235) am Arm in die Höhe. Als er 2017 die Australian Open gewann, trug er gut sichtbar eine GMT-Master II Ref. 116710 BLNR, die wegen ihrer blau-schwarzen Keramiklünette gern als Batman bezeichnet wird. Auch die Sky-Dweller und die Yacht-Master II gehören zu seiner Sammlung, wie man bei den French Open 2009 und den Australien Open 2018 erkennen konnte.

Ein wirklich außergewöhnliches Stück ist Federers Daytona Ref. 6263. Der Chronograph mit schwarzem Zifferblatt und weißen Totalisatoren ist äußerst rar und stammt aus dem Jahr 1981 – Federers Geburtsjahr. Sie ist ein Geschenk seiner Frau Mirka, die ihm die Uhr mit etwas Hilfe von Rolex zu seinem 30.Geburtstag organisierte.

Die Top-Spielerinnen Caroline Wozniacki und Angelique Kerber gehören zu den Rolex-Markenbotschafterinnen. Ihre bevorzugten Modelle: die Rolex Datejust und die Daytona.

Serena Williams trägt Audemars Piguet

Serena Williams ist eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen aller Zeiten. Sie hat jedes Grand-Slam-Turnier mindestens drei Mal gewonnen, holte olympisches Gold und stand unzählige Male an der Spitze der Tennis-Weltrangliste. Auch in Sachen Luxusuhren mischt die US-Amerikanerin gut mit, denn auf dem Platz trägt sie stets eine Uhr des traditionsreichen Luxusuhrenherstellers Audemars Piguet.

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Besonders gern trägt sie bei ihren Matches die Royal Oak Offshore Quartz mit Roségoldgehäuse, diamantbesetzter Lünette, weißem Zifferblatt und weißem Kautschukband. Anfangs handelte es sich dabei um das Standardmodell mit der etwas sperrigen Referenznummer 67540OK.ZZ.A010CA.01. Doch seit einiger Zeit sieht man sie meist mit einem extra für Sie angefertigten Exemplar, bei dem die Krone auf die linke Seite verlegt wurde.

Weitere Modelle in ihrer Audemars-Piguet-Sammlung sind verschiedene Ausführungen der Royal Oak Offshore Chronograph und die Millenary mit Handaufzug. Ein echtes Highlight ist die AP Diamond Outrage, ein mit Diamanten übersätes Kunstwerk, mit dem sie bei der Met Gala 2017 allen die Show stahl.

Seiko – Sondereditionen für Novak Djokovic

Auch Novak Djokovic hat eine Audemars-Piguet-Vergangenheit. Von 2011 bis 2014 trug er Uhren der Schweizer Manufaktur. Doch dann unterschrieb der Weltranglistenerste einen Vertrag bei dem japanischen Uhrengiganten Seiko, der ihm seither zahlreiche Limited Editions auf den Leib schneiderte.

So etwa die Premier Kinetic Perpetual Calendar in den Varianten SNP145P1 mit schwarzer PVD-Beschichtung und SNP146P1 mit Rotgoldauflage. Die knapp 43 mm großen Dresswatches bieten ein Großdatum und einen ewigen Kalender, das heißt, die Uhr achtet automatisch auf Monate mit weniger als 31 Tagen und sogar Schaltjahre. Im Inneren verrichtet Seikos Kinetic-Kaliber 7D56 seinen Dienst. Bei diesem Hybridwerk erzeugt ein Rotor die elektrische Energie, die die Uhr zum Laufen benötigt. Wird die Uhr länger nicht getragen, schaltet sie in einen Schlafmodus, der bis zu vier Jahre dauern kann. Weckt man die Uhr, stellt sie sich automatisch auf das aktuelle Datum und die aktuelle Uhrzeit.

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Ein weiteres Djokovic-Modell ist die Astron GPS Solar Chronograph SSE022J1. Diese Uhr verfügt über ein solargetriebenes Quarzwerk, das mittels GPS-Signal überall auf der Welt automatisch die korrekte Zeit und das korrekte Datum anzeigt – perfekt für einen Vielflieger wie Novak Djokovic. Für den sportlichen Touch sorgt eine Zeitstoppfunktion inklusive Tachymeterskala.

Das tragen die Stars von morgen

Etablierte Stars zu verpflichten, ist oft schwierig. Deshalb fokussieren sich viele Marken auf aufstrebende Talente. Breitling verpflichtete beispielsweise kürzlich die britische Nummer eins Johanna Konta.

Die Australian-Open-Gewinnerin von 2019, Naomi Osaka, trägt hingegen seit einem guten Jahr Uhren der Marke Citizen. Und Hublot hat sich mit Simona Halep und Karolina Pliskova die Dienste zweier Top-Spielerinnen gesichert.

Doch die Sache mit den Werbebotschaftern kann auch nach hinten losgehen, wie das Beispiel Marija Scharapowa zeigt. Der russische Tennis-Star musste im März 2016 zugeben, dass sie bei den Australian Open einige Monate zuvor gedopt gewesen war. Sie wurde für 15 Monate gesperrt und verlor ihren Werbevertrag mit TAG Heuer, weil der Schweizer Uhrenhersteller schlechte Publicity fürchtete.

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Über den Autor

René Herold

Mein Name ist René Herold und durch eine Stellenausschreibung auf Chrono24 aufmerksam geworden. Ich muss ehrlich zugeben, dass Uhren vor meinem Engagement bei …

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