Vintage-Taucheruhren

Robert-Jan Broer
12.07.2016
taucheruhren

Vintage-Uhren sind nach wie vor stark angesagt. Neben bestimmten Marken besteht bei Sammlern zurzeit großes Interesse an alten Chronographen und Taucheruhren. In diesem Artikel wollen wir uns auf einige alte Taucheruhren konzentrieren, die sich als Sammlerobjekte eignen könnten.

Wasserdichte Uhren sind heutzutage so allgegenwärtig wie Handys mit Kamera, doch das war nicht immer so. Die ersten wasserdichten Uhren waren eher halbwegs „staubdicht“ als wasserdicht. Rolex stellte sein wasserdichtes Oyster-Gehäuse 1926 vor und Omega legte 1932 mit der Omega Marine nach, einer der ersten Armbanduhren, die tatsächlich unter Wasser funktionierten. Sie haben vermutlich auch schon von den Panerai-Uhren gehört, die die italienische Marine auf Taucheinsätzen nutzte.

In den 50er- und 60er-Jahren gab es einen riesigen Markt für wasserdichte Uhren. Die Rolex Submariner, Omega Seamaster 300 und sogar die 62MAS von Seiko galten als echte Taucheruhren mit brauchbaren Tauchtiefen (150 m und mehr). Lassen Sie sich nicht täuschen, Uhren, die als wasserdicht bis 30 m oder sogar 50 m ausgewiesen sind, sollten nicht im (oder vermutlich nicht mal in der Nähe von) Wasser getragen werden. Sie sind tatsächlich „staubdicht“ und Dichtungen sorgen dafür, dass bei Regen oder beim Händewaschen keine Feuchtigkeit eindringen kann. Sie können sie aber nicht beim Schwimmen, Baden oder Duschen tragen.

Schauen wir uns nun also ein paar Vintage-Taucheruhren an, die für Sammler interessant sein könnten:

Longines Automatic Diver

Diese Uhr hat vor einigen Jahren durch eine Neuauflage, die Longines Legend Diver, größere Bekanntheit erlangt. Die Originalversion aus den 60ern ist eine wunderschöne alte Taucheruhr mit dem Longines-Werk CAL19AS, einem Super-Compressor-Gehäuse und zwei Kronen (zur Einstellung der Zeit und der inneren Taucherlünette) auf 2 bzw. 4 Uhr.

Diese Uhren sind in gutem, originalen Zustand mittlerweile nur schwer zu kriegen, aber für Sammler alter Uhren ist ja die Jagd der halbe Spaß. Glücklicherweise sind die Preise für solche Modelle noch nicht so abgehoben wie für Chronographen oder bestimmte Marken.

Rolex Submariner

Wenn es um Vintage-Taucheruhren geht, kommt man an der Rolex Submariner nicht vorbei. Um diese alten Modelle ist so ein Hype und eine solche Nachfrage entstanden, dass der Kauf einer Submariner aus den 50ern, 60ern und selbst aus den 70er-Jahren ein schwieriges Unterfangen geworden ist. An beliebten Referenzen wie der 5512, 5513 und 1680 wurde oft viel herumgebastelt, damit sie wieder „originalgetreu“ sind. Wie heißt es so schön: Buy the Seller. Also schauen Sie sich den Verkäufer ganz genau an, wenn Sie eine authentische alte Rolex Submariner suchen.

Die typischen Taucheruhren aus dieser Zeit zeichnen sich durch drehbare Lünetten, leuchtende Zeiger (oder zumindest früher mal leuchtende Zeiger) sowie verschraubte Kronen und Gehäuseböden aus – Merkmale, die viele andere (Schweizer) Marken kopiert haben.

Rolex Submariner
Rolex Submariner, Bild: © Bert Buijsrogge

Omega Seamaster PloProf

Die Seamaster PloProf wurde 2009 neu aufgelegt, das Original stammt aber aus den 70ern. Diese erste PloProf-Kollektion wurde in enger Kooperation mit COMEX (ja, der Firma, die später mit Rolex zusammenarbeitete) entwickelt. Die Seamaster PloProf hatte ein Monobloc-Gehäuse und eine clevere Verriegelung für die Taucherlünette und die Krone. Die in mehreren Ausführungen, einschließlich einer Version mit linksseitiger Krone, erhältliche Seamaster PloProf war nie besonders populär und so sind nur noch wenige Exemplare erhältlich.

Heutzutage würde eine alte Seamaster PloProf am Handgelenk aber auch nicht mehr wunderlich wirken, weil ihre Größe nicht mehr als störend empfunden wird. Achten Sie bei der PloProf darauf, dass Zifferblatt und Zeiger Originalteile sind und dass das Werk regelmäßig gewartet wurde.

Seiko 6105-8110

Den Filmkennern unter Ihnen könnte die Seiko 6105-8110 in Apocalypse Now an Martin Sheens Handgelenk aufgefallen sein. Sie wurde von 1968 bis 1977 produziert und dann von der Seiko 6309 abgelöst. Mit einer Wasserdichtigkeit bis 150 m war sie damals eine echte Taucheruhr. Obwohl Seiko (wie auch heute noch) große Stückzahlen produzierte, ist gerade diese Referenz wegen ihrer recht großen Beliebtheit nur schwer in einem guten, tragbaren Zustand zu finden.

Tudor Submariner

Die Tudor Submariner ist der Rolex Submariner ohne Zweifel sehr ähnlich. Kein Wunder, schließlich gehört Tudor zum Rolex-Konzern und hat in diesen Modellen auch lange Zeit Rolex-Teile verbaut. Die Tudor Submariner 94110 und 94010 sind zwei Beispiele für wunderschöne Taucheruhren. Auf der Gehäuserückseite ist sogar der Rolex-Schriftzug und auf der Krone die Rolex-Krone zu sehen. Das Uhrwerk hingegen basiert auf einem ETA-Kaliber.

Anders als heute hat Tudor anfangs keine eigenen Werke entwickelt und gefertigt, da dies nicht der Vision des Gründers Hans Wilsdorf entsprach, dass Tudor-Uhren preiswerter sein sollten als Zeitmesser von Rolex.

Breitling Superocean

Breitling ist für seine Navigationsuhren für Piloten berühmt, hat aber auch einige sehr schöne Taucheruhren im Angebot. Die Superocean, ein Model, das immer noch in der aktuellen Kollektion vertreten ist, hat eine lange Geschichte. Die alte Superocean Referenz 2005 von 1965 ist eine Kombination aus Taucheruhr und Chronograph und ein sehr gefragtes Stück. Ein Chronograph (Kaliber Venus 188) in einer Taucheruhr mag Ihnen seltsam erscheinen, doch Breitling hat dieses Modell bis 200 m wasserdicht gemacht.


Robert-Jan Broer
Von Robert-Jan Broer
12.07.2016
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