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Vintage-Tipp: Omega Speedmaster aus der zweiten Reihe – die Mark II

Theodossios Theodoridis
17.04.2019
Bild: ZEIGR

 

Wenn es um alte Omega Speedmaster geht, dann dreht sich in der Uhrenwelt alles um die legendäre Moonwatch. Es gibt unzählige Artikel zu diesem Thema. Kaum ein Uhren-Magazin oder Blog, das noch nicht die Geschichte der ersten Uhr auf dem Mond im Jahr 1969 wiedergegeben hätte. Seit genau 50 Jahren strickt Omega nun die Legende rund um die – ursprünglich für den Rennsport gedachte – Speedmaster, den Mond und die NASA.
Die Folge: Vor allem „Vintage-Speedies“ haben in den letzten Jahren einen beachtlichen Wertzuwachs erfahren. Sogar dann, wenn man die Inflation herausrechnet.

Modelle aus dem Jahr der Mondlandung und davor, sogenannte Pre-Moon Speedmaster, liegen heute gern mal bei Preisen von bis zu 10.000 Euro – mitunter sogar mehr. Je nachdem, um welche Referenz bzw. Werk es sich handelt und wie es um den (Original-) Zustand der Uhr bestellt ist. Selbst bei weniger spektakulären Modellen aus den 70er- und 80er-Jahren zahlt man heute ein Vielfaches des damaligen Kaufpreises.

Eine schöne Sache. Zumindest für jene, die seit Jahrzehnten so eine Uhr besitzen – oder zum richtigen Zeitpunkt gekauft haben.

Doch was ist, wenn man eine Vintage-Speedmaster sein Eigen nennen möchte und keine 3.000 Euro aufwärts zur Verfügung hat? Gib es Alternativen? Und wenn ja, wie sieht es mit deren Wertzuwachs aus?

 

Omega Speedmaster Mark II – das markante Update von 1969

Omega Speedmaster Mark II
Omega Speedmaster Mark IIBild: ZEIGR

 

Ja, es gibt solche Alternativen. Eine stammt sogar aus dem Jahr der Mondlandung, hat dasselbe Zifferblatt-Design wie die Moonwatch, das identische Handaufzugswerk (Kaliber 861) und trägt denselben Modellnamen „Speedmaster Professional“ – nur eben mit dem Zusatz Mark II (Ref. 145.014).

 

Omega Speedmaster Mark II
Omega Speedmaster Mark IIBild: ZEIGR

 

Das „Mark II“ wiederum steht für eine damals neue und zweite Variante der Speedmaster. Und die unterscheidet sich in Sachen Gehäuse-Design erheblich von dem bis dato runden Gehäuse der Speedmaster, das übrigens aus den 50er-Jahren stammt.

Nun kann man das bullig-markante Gehäuse der Mark II und der später nachfolgenden Modelle (Mark III, IV, 4.5 etc.) mögen oder nicht. Das ist Geschmackssache. Wem es aber gefällt, für den erweitert sich der Horizont in Sachen Vintage-Speedmaster um ein erhebliches Stück. Nicht nur modellseitig, sondern auch wenn es um einen möglichst niedrigen Einstiegspreis in die Speedy-Welt geht. Denn der liegt bei der Mark II bei rund 2.000 Euro. Mitunter zahlt man sogar weniger – je nach Anspruch. Das ist ein vergleichsweise günstiger Preis für eine Omega Speedmaster Professional.

Und: Man kann von den stetig steigenden (Neu-)Preisen der Moonwatch profitieren. Denn die ziehen erfahrungsgemäß die gebrauchten Modelle mit – auch die aus der zweiten Reihe. Plus: Omega hat die Mark II selbst noch einmal im Jahr 2014 aufgelegt. Und deren unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 5.200 Euro. Auch dies kann eine weitere Wertsteigerung fördern bzw. macht die Vintage-Mark II nochmals attraktiver.

Damit all das aber nicht graue Theorie und Spekulation bleibt, schauen wir uns doch mal an, wie sich die Vintage-Mark II in den letzten 10 Jahren im Wert entwickelt hat:

 

Wertentwicklung der Vintage-Mark II
Wertentwicklung der Vintage-Mark II

 

Man sieht: Der durchschnittliche Verkaufspreis bei Chrono24 (gelbe Linie) hat sich in den letzten 10 Jahren um fast 1.000 Euro ($1,100) erhöht – von circa 1.250 ($1,400) auf circa 2.200 Euro ($2,500) (März 2019).

Wie gesagt, wir sprechen hier lediglich von den Durchschnittspreisen. Geht man von dem niedrigsten Preis im Jahr 2009 von unter 1.000 Euro (siehe hellblauer Bereich) und dem höchstmöglichem Preis 2019 von circa 2.600 Euro ($2,900) aus, dann hat sich der Wert der Mark II mehr als verdoppelt. Um etwas präziser zu sein: Wir sprechen hier vom Faktor 2,6.

Zu sehen ist außerdem, dass es 2014/15 einen bis heute anhaltenden Anstieg auf über 2.000 Euro ($2,200) gab (gelbe Linie). In diesem Zeitraum erschien, wie oben bereits erwähnt, die Neuauflage der Mark II. Dazu auch mehr in diesem diesem ZEIGR-Artikel aus dem Erscheinungsjahr 2014.

 

Omega Speedmaster Mark II – Preisunterschiede & Prognose

Nun stellen sich bei so einer Betrachtung natürlich zwei Fragen: Warum gibt es derartige Preisunterschiede? Und gilt dieser Wertzuwachs auch für die Zukunft?

 

Omega Speedmaster Mark II
Omega Speedmaster Mark IIBild: ZEIGR

 

Nun, der Preis einer alten Omega Speedmaster Mark II hängt, wie bei jeder Vintage-Uhr, von mehreren Faktoren ab: Befindet sie sich noch im Originalzustand, kommt sie mit oder ohne (Original-)Metallband, mit Box & Papieren oder ohne, wann war die letzte Revision, etc. All das kann den Preis erhöhen – oder eben niedriger ausfallen lassen. Und natürlich unterscheidet sich der Kauf bei einem Händler mit Gewährleistung von dem bei einer Privatperson. Wer also eine Vintage-Mark II im Top-Zustand mit allem „Drum und Dran“ haben möchte, der wird sich eher über dem Durchschnittspreis wiederfinden. Wer genügsamer ist, entsprechend darunter.

Und die zweite Frage:

 

Wertsteigerung – eine sichere Sache?

Das kann natürlich niemand garantieren. Aber: Die Mark II ist prädestiniert dafür, auch in den kommenden Jahren von der Begehrlichkeit und den steigenden Preisen der klassischen Omega Speedmaster zu profitieren. Und das im selben Maße, wie sie es in der Vergangenheit getan hat. Zumindest ist das die Tendenz, die sich aktuell abzeichnet.

Und wie gesagt, der Einstiegspreis in die Welt der Speedmaster ist hier (noch) vergleichsweise niedrig. In meinen Augen ist sie damit nach wie vor ein guter, solider Tipp – und eine schöne Alternative zur Moonwatch. Zudem feiert die Mark II in diesem Jahr, so wie die Mondlandung, ihr 50-jähriges Jubiläum. Damit ist sie irgendwie schon selbst ein Klassiker.

 

Fazit: Wer sich in diese Uhr, so wie ich, auf Anhieb verliebt hat und sie zu einem guten Preis erwirbt, der bekommt ein schönes Stück Speedmaster-Geschichte, an dem er jede Menge Freude haben wird. Ein Wertverlust lässt sich – wie gesagt, bei angemessenem Kaufpreis – über die nächsten Jahre nahezu ausschließen. Und es mag sein, dass die Mark II nicht ganz so mainstreamig und populär wie die Moonwatch ist. Gerade das aber macht ihren Reiz aus. Dasselbe gilt übrigens für die gesamte Mark-Reihe bzw. die anderen Modelle. Die Uhren sind allesamt einen Blick wert. Vor allem, wenn man sich für die Geschichte der Speedmaster interessiert – auch jenseits der Mondlandung.

 

Über den Autor:

Theodossios Theodoridis
Theodossios TheodoridisBild: ZEIGR

 

Theodossios Theodoridis, Jahrgang 1972, ist Betreiber des deutschsprachigen Uhren-Blogs ZEIGR und seit über 30 Jahren passionierter Uhrensammler. Mit Vorliebe sammelt er Vintage-Uhren und Chronographen. Darunter auch die Omega Speedmaster. In seiner Sammlung befinden sich unter anderem die Moonwatch, die Mark II, die Mark 4.5, die Mark 40 und die Limited Edition der Ultraman. Seit 2013 schreibt er über diese und viele weitere Uhren auf seinem Blog.

 

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