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Weshalb die Rolex Datejust 36 mehr Aufmerksamkeit verdient hat!

Pascal Gehrlein
09.07.2019
Weshalb die Rolex Datejust 36 mehr Aufmerksamkeit verdient hat!
Weshalb die Rolex Datejust 36 mehr Aufmerksamkeit verdient hat!

 

Die Rolex Datejust war die erste Rolex, die ich mir unbedingt kaufen musste. Genauer gesagt, handelte es sich um eine Rolex Datejust 16013 aus dem Jahr 1983. Ja, mit einem diamantenbesetzten Zifferblatt! Ich dachte mir wohl, wenn Rolex-Klischee, dann auch richtig! Danach folgte eine Datejust Referenz 1603 aus dem Jahr 1977 mit silbernem Zifferblatt. Besonders diese Uhr ist für mich die perfekte Mischung aus chic und alltagstauglich. Neuvorstellungen der Datejust, besonders die Datejust II mit 41 mm oder die im vergangenen Jahr vorgestellte 36 mm Bicolor-Varianten in Rolex Everose-Gold mit Oyster-Band, haben mich persönlich nicht überzeugt. Umso gespannter war ich auf die diesjährige Neuvorstellung der traditionellen 36 mm Variante mit schwarzem Zifferblatt und Jubilé-Band.

 

 

Baselworld 2019

Wie bereits im Vorjahr hat auch 2019 die GMT-Master II in vielen Medien und auf Social Media die Einführung der anderen Modelle von Rolex (und anderen Marken) auf der Baselworld überschattet. Teils verständlich, denn die (zum großen Teil durch Rolex-Strategie getriebene) Rarität der Uhr, die kontroversen Diskussionen rund um den Wechsel von Oyster- auf Jubilé-Band und der generelle Hype, der um Rolex-Sportmodelle aktuell herrscht, lässt wenig Raum für andere Zeitmesser. Die neue Rolex Datejust Referenz 126234 (also der Nachfolger der 16234) ist auf den ersten Blick weniger aufregend und kommt ganz „classy“ ohne Spitznamen aus! Sie ist „einfach“ eine zeitlos-elegante Armbanduhr – ein sicheres Geschäft.

 

Rolex Datejust – die kompletteste Armbanduhr?

Es gehört nicht viel Mut dazu, zu behaupten, dass die Datejust wie keine andere Uhr für Rolex steht. Sie ist anmutig, dabei robust und strahlt eine gewisse Autorität aus. Dieser Punkt wird gestützt durch die vielen Innovationen, die Rolex zuerst bei der Datejust auf den Markt brachte und so zuvor von keiner anderen Armbanduhr geboten wurden: Die Datumsanzeige und später die Datumsschnellschaltung, das Quickset-Datum – nur ein Paar  der bedeutenden Entwicklungen, die im Jahr 1945 zuerst der Datejust vorbehalten waren. Ganz genau war es die Referenz 4467, die als erste Uhr mit Fensterdatum in die Geschichte einging. Um Mitternacht stellte die Uhr das Datum automatisch auf den nächsten Tag ein. Durch die Zyklopenlupe konnte das Datum jedoch erst ab dem Jahr 1954 betrachtet werden. Dieses Modell, damals noch ohne den Namen Datejust auf dem Zifferblatt, führte die bis dahin erreichten Meilensteine der Genfer Marke in einer Uhr zusammen und feierte damit den 40. Geburtstag des Unternehmens. Dazu gehörten das wasserdichte Oyster-Gehäuse, das Perpetual-Uhrwerk mit patentiertem Automatikmechanismus sowie eine chronometerzertifizierte Ganggenauigkeit. Wer damals eine Datejust kaufte, bekam eine Armbanduhr, die alles zu können schien. Datumsanzeige, Wasserdichtigkeit, eine Größe von 36 mm und die Auswahl zwischen einem Edelstahlgehäuse mit Weißgold- oder Gelbgoldlünette.

Wie für die Marke typisch, änderte Rolex über die Jahre kaum etwas am grundlegenden Design der Uhr – ganz nach dem Motto: Evolution statt Revolution! Rolex erneuerte in den Folgejahren ausschließlich die Automatikwerke und die Einführung von Saphirglas Anfang der 70er-Jahre. 1977 gönnte Rolex den Datejust-Besitzern den „Quickset“-Mechanismus, wodurch das Datum nicht mehr durch Weiterdrehen eingestellt werden musste. Schrittweise und praktische Verbesserungen – ein weiteres Markenzeichen von Rolex. Zudem bietet die Datejust mit verschiedenen Materialien, Zifferblattfarben und römischen oder arabischen Indexen mit die größte Vielfalt in der Rolex-Kollektion.

 

 

Die aktuellen Datejust-Modelle

Im Jahr 2009 erschien mit der Rolex Datejust II eine Variante in 41 mm, womit Rolex es zum ersten Mal wagte von der 36 mm Größe abzuweichen. Viele mögen argumentieren, dass die größere Datejust zeitgemäßer ist und das Größenupdate lange genug auf sich hat warten lassen, doch meiner Meinung nach verlor die Datejust dadurch ihre Eleganz und feinen Proportionen.

Umso erfreulicher, dass Rolex 2018 die Oyster Perpetual Datejust 36 überarbeitete und mit dem neuen Kaliber 3235 ausstattete. In diesem Jahr folgte nun die Datejust 36 mit Lünette in Edelstahl und Rolesor (Rolex Weißgold) mit schwarzem Zifferblatt. Diese Wahl erfreute mich besonders, da im Vergleich zu anderen Modellen die Datejust zwar häufig erspäht werden kann, doch zumindest in meinem Umfeld gibt es wenige Datejust-Modelle mit schwarzen Zifferblättern zu sehen. Zudem ist diese Version deutlich alltagstauglicher und erschwinglicher als die 2018 vorgestellte Version in Everosegold und Stahl. Mit dieser Variante kehrt Rolex zu den Anfängen zurück. Ein 36 mm großes Unisex-Gehäuse, robust und gleichzeitig elegant. Im Vergleich zu den neusten, teils extravaganteren Two-Tone-Modellen, den Sportmodellen wie der Sea-Dweller oder Yachtmaster, ist die Datejust mehr Understatement und in absehbarer Zeit sicher nicht aus der Mode. Diese Uhr ist das beste Beispiel für das, was viele Uhrenfans lieben und wohl mindestens genauso viele die Augen verdrehen lässt: Stetige Evolution, kleine Optimierungen und Detail-Anpassungen statt alles neu!

 

 

Geschützt ist das 100 Meter wasserdichte Gehäuse und schwarze Zifferblatt mit Sonnenschliff durch ein Saphirglas. Wie alle neuen Datejust-Modelle wird auch diese Uhr vom neuen Manufakturkaliber 3235 angetrieben. Das Automatikwerk wird erst nach 70 Stunden Gangreserve müde und ist selbstverständlich ein „Superlative Chronometer“ mit einer Ganggenauigkeit von -2/+2 Sekunden pro Tag. Das Highlight bei jeder Datejust ist für mich das Jubilé-Band. Die drei inneren Glieder sind poliert, während die äußeren Glieder satiniert und somit weniger anfällig für Kratzer sind. Der feine Look und der Wiedererkennungswert der Uhr wurden bewahrt, jedoch gleichzeitig auf den neusten technischen Stand gebracht. Denn das Armband kann durch die Easylink-Verlängerung ohne Abnehmen des Bandes und Anpassen der Glieder um bis zu 5 mm weiter oder enger gemacht werden. Wer Besitzer eines Vintage-Modells ist, wird den Unterschied zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit merken. Die Vintage-Modelle tragen sich meiner Meinung nach mit etwas mehr Leichtigkeit, man könnte auch sagen weniger „wertig“, als das neue massivere Band. Die neuen Armbänder sind dafür robuster (Stichwort Stretch) und haben praktische Features.

 

Fazit

Enttäuschung wäre ein zu hartes Fazit, doch als Fan von Vintage-Modellen der Datejust, wie der Referenz 1601 (ebenfalls mit schwarzem Zifferblatt) oder 1603 als perfekte Alltagsuhr, konnte mich in den letzten Jahren keines der Datejust-Modelle in die Verlegenheit bringen, mich mit dem Kauf einer neuen Uhr zu beschäftigen. Mir waren die Modelle zu massiv, zu extrovertiert und für mich damit zu weit weg vom ursprünglichen Flair des Modells. Doch das änderte sich mit der Referenz 126234 definitiv! Eine Mischung aus originalem Design und modernster Technik.

 

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Pascal Gehrlein
Von Pascal Gehrlein
09.07.2019
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