01.04.2019
 4 Minuten

Zenith und die Liebe zu Präzision und Hightech-Materialien

Von Pascal Gehrlein
Zenith und die Liebe zu Präzision und Hightech-Materialien

Zenith und die Liebe zu Präzision und Hightech-Materialien

Zenith – die Marke mit dem Stern besetzt unter den Uhrenmarken ganz klar die Position des „Präzisions-Fanatikers“. Dafür finden unter anderem auch Hightech-Materialien wie Carbon Verwendung. Mit der DEFY Inventor macht Zenith seine revolutionäre Oszillator-Entwicklung zugänglicher, die DEFY El Primero 21 Carbon vereint das legendäre Kaliber mit neuester Technik des 21. Jahrhunderts und die El Primero Revival-Triologie lässt Uhrenliebhaber in Erinnerung schwelgen.

DEFY Inventor

Als Zenith 2017 das erste Mal mit seinem revolutionären „Zenith Oszillator“ aufwartete, war die Begeisterung der Experten groß. Das Besondere? Das Kaliber ZO 342 kommt ohne herkömmliche Hemmung mit Unruh und Spiralfeder aus. Stattdessen entwickelte Zenith einen Gangregler aus monokristallinem Silizium, welcher mit 108.000 Halbschwingungen dafür sorgt, dass die DEFY dreimal so schnell und präziser läuft als andere Uhren auf dem Markt. Der Haken? Damals gab es nur genau 10 Exemplare dieser Uhr.

Doch jetzt macht Zenith diese Technik für eine größere Zahl an Interessenten (laut Zenith werden mehrere hundert Stück hergestellt) zugänglich und lanciert die DEFY Inventor mit dem Kaliber ZO 9100 mit 50 Stunden Gangreserve. Der nur 0,5 mm große Oszillator sorgt für eine extreme Unempfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen und Magnetfeldern. Zudem ist der nur aus einem Stück gefertigte Gangregler weniger service-anfällig als ein „herkömmliches Regulatororgan“, welches aus etwa 30 Einzelteilen besteht.

Das Werk der Inventor befindet sich in einem 44 mm großen Gehäuse aus robustem und zugleich leichtem Titan (Gehäuse) und Aeronith (Lünette). Aeronith ist ein Aluminium-Polymer-Verbundstoff, dessen Oberflächenstruktur stark an einen Meteoriten erinnert. Ein Hingucker ist ebenfalls das skelettierte Zifferblatt der Dreizeiger-Uhr. Die DEFY Inventor bedient sich nicht nur dem Hightech-Mechanismus, sondern setzt ihn auch wirkungsvoll in Szene. Der freie Blick auf die Schwingungen des Werks lässt die technische Präzision der Uhr lebendig wirken – wie ein perfekt funktionierender Organismus.

Defy Inventor
Defy Inventor

Alles in allem unterstreicht Zenith durch das futuristische Design den Anspruch, ein neues Zeitalter der Uhrmacherkunst einleiten zu wollen. Die Größe und Höhe (14,5 mm) der Uhr ist trotz der Leichtigkeit sicher nicht für jedes Handgelenk gemacht. Dafür hat man als Träger jederzeit das Gefühl, dass man am Band aus Alligatorleder und Kautschuk ein Stück Zukunft am Handgelenk trägt.

Für die revolutionäre DEFY Inventor werden 18.900 Schweizer Franken fällig.

DEFY El Primero 21 Carbon

Zenith kann es nicht lassen und knöpft sich eines der aktuell populärsten Materialien im Bereich der Uhrmacherei vor: Carbon. Wie der Name der Uhr verrät, besteht der Primero-Chronograph nahezu vollständig aus dem Faserverbundwerkstoff, der wegen seiner hohen Festigkeit und gleichzeitig Leichtigkeit nicht nur bei den Uhrenmarken immer beliebter wird. Genauso leistungsstark ist auch das oft gelobte Primero-Kaliber von Zenith. Besonders dessen Präzision wird von Uhrenliebhabern extrem geschätzt. Hinzu kommt, dass durch die Einzigartigkeit des Carbonfaster-Musters, jede Uhr zum Unikat wird. Fällt Licht auf die schimmernden Fasern, ist das durchaus schön anzusehen – jedoch auch eher nichts für zarte Handgelenke ist. Denn das voluminöse, 44 mm große Gehäuse, sitzt relativ hoch auf dem Handgelenk auf. Als „diskret“ würden wir diese Uhr eher nicht bezeichnen.

Zenith El Primero 21 Carbon
Zenith El Primero 21 Carbon

Doch ist die Uhr einmal aufgefallen, bietet sie mit ihren technischen Extravaganzen schier endlosen Gesprächsstoff – angefangen vom Hundertstelsekunden-Chronographen des Werkes El Primero 9004, das mit einer unglaublichen Frequenz von 360,000 Halbschwingungen schlägt (ein Spektakel, das durchaus hypnotisierend wirken kann), bis hin zum Saphirglasboden und dem offenen Zifferblatt. Dieses bietet trotz aller Design-Elemente durch die weißen Markierungen eine sehr gute Ablesbarkeit, wie wir finden. Farbe kommt auch beim Chronographenzeiger ins Spiel: Die Wahl ist dabei auf Rot gefallen und verstärkt das Motto der Uhr – hohe Geschwindigkeit. Während die Wasserdichtigkeit von 10 ATM solide ist, hat Zenith mit dem Armband aus Kautschuk und Carbon-ähnlicher Struktur ein weiteres Detail geschaffen, das uns durchaus zum Schmunzeln gebracht hat.

Wer die unglaubliche Schnelligkeit des Chronographen am Handgelenk erleben will, der kann sich diesen Spaß für 18.900 Schweizer Franken sichern.

El Primero A386 Revival

Viele treue Zenith-Fans haben sehnsüchtig auf das Comeback dieses „legendären Trios“ gewartet. Ein schlauer Zug, dass Zenith sie erhört und auf der Baselworld die El Primero A386 Revival zum 50-jährigen Jubiläum des Chronographen vorgestellt hat.

Zu Ehren des legendären Hochfrequenz-Chronographen von 1969 offenbarte Zenith gleich eine Uhren-Trilogie aus massiven Metallen und in einer angenehmen Größe von 38mm – eine gelungene Abwechslung und Ergänzung zu den modernen und technisch-avantgardistischen Modellen der DEFY-Reihe. Die drei Modelle in Weißgold, Roségold oder Gelbgold sind auf 50 Stück limitiert und werden mit einer Garantie von 50 Jahren herausgegeben. Unnötig zu erwähnen, dass auch hier enorme Präzision ihm Spiel ist. Wie auch bei der ursprünglichen Version, so kann auch hier die Zeit bis auf die Zehntelsekunde genau gemessen werden. Für uns ist es allerdings das Design der (damaligen) und neuen Auflage, welches diese Uhr so attraktiv macht. Es ist eine Freude, die dreifarbigen Zähler sowie die Tachymeterskala anzusehen und wir sind fasziniert wie nahe das Revival an der original Primero ist, ohne dabei zu sehr auf die Retro-Schiene zu setzen. Eine perfekte Balance wie wir finden!

El Primero A386
El Primero A386

Abweichungen findet man lediglich beim Gehäuseboden, der den Blick auf das Werk freigibt. Das ist absolut verständlich und zu verzeihen, denn auch das Werk ist ein echter Hingucker und hört auf den Namen El Primero 400. Also das aktuellste Primero-Kaliber mit Automatikaufzug. Alle Modelle kommen historisch korrekt am Lederarmband in Braun oder Schwarz. Die Schließe besteht dabei aus dem gleichen Material wie das Gehäuse. Als Extra darf sich der Käufer über ein signalrotes Reiseetui und ein Mikrofasertuch freuen, dessen Vorderseite das Uhrwerk eines El Primero-Chronographen zeigt. Die Käufer wird es freuen, dass Zenith mit dieser Linie einen Kontrast zu den hochmodernen Uhren der DEFY und El Primero 21 Kollektion bietet.

Kostenpunkt für die limitierte Trilogie sind 19.900 Schweizer Franken.

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Pascal Gehrlein

Hey, ich bin Pascal. Nachdem ich viele Stunden auf Chrono24 verbracht habe, um schließlich meine erste „Luxusuhr“ zu kaufen, entdeckte ich im Impressum, dass der …

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