Fliegeruhren bis 3.000 €
5 Gründe für den Kauf einer Fliegeruhr
Fliegeruhren 6.000 € - 10.000 €
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Fliegeruhren: Funktionalität für höchste Ansprüche

Fliegeruhren sind präzise Instrumente und modische Accessoires zugleich. Ursprünglich für Piloten entworfen, entwickelten sich die Zeitmesser zu einem der beliebtesten Uhrentypen. Zu den bekanntesten Herstellern gehören Breitling und IWC.

5 Gründe für den Kauf einer Fliegeruhr

  • Hervorragende Ablesbarkeit bei Tag und Nacht
  • IWC Mark XI mit typischem Fliegeruhren-Look und Ikonenstatus
  • Breitling Navitimer ist der Kultchronograph mit Rechenschieber
  • Gebrauchte Markenmodelle gibt es schon für weniger als 1.000 EUR
  • Einige Uhren von Sinn und Stowa sind als Fliegeruhren zertifiziert

Aus dem Cockpit an den Schreibtisch

Groß, übersichtlich, funktional – das beschreibt Fliegeruhren am besten. Die beliebten Zeitmesser haben einen militärischen Ursprung und sind deshalb auf Ablesbarkeit und Funktionalität getrimmt, Form follows function also. Heute sind sie einer der angesagtesten Uhrentypen, fast jeder mag sie, vom Piloten bis zum Chef.

Fliegeruhren besitzen eine außergewöhnlich gute Ablesbarkeit. Um diese zur erreichen, ist das Design der meisten Modelle eher schlicht gehalten: Das Zifferblatt ist für gewöhnlich schwarz, Zeiger sowie Markierungen sind weiß und mit viel Leuchtmasse versehen. Das garantiert beste Sicht auch bei dunklen Verhältnissen.

Seit 2012 gibt es einen einheitlichen Standard für Fliegeruhren. Deutsche Hersteller wie Sinn oder Stowa lassen einige ihrer Fliegeruhren nach diesem Standard zertifizieren und stellen damit die Zuverlässigkeit ihrer Zeitmesser auch unter extremen Bedingungen sicher.

Breitling und IWC gehören zu den bekanntesten Schweizer Herstellern von Fliegeruhren. Armbanduhren wie die Breitling Navitimer oder die IWC Mark XI sind auf der ganzen Welt bekannt. Das Design der IWC-Uhr ist Vorbild für unzählige Pilotenuhren. Der Chronograph Navitimer ging mit seiner Rechenschieberlünette sogar in die Geschichte der Uhrmacherei ein. Mit diesem Recheninstrument lassen sich unter anderem Geschwindigkeiten, der Treibstoffverbrauch, Sink- und Steigflugraten sowie andere mathematische Funktionen berechnen.

Was kostet eine Fliegeruhr?

Modell Preis (ca.) Größe in mm Funktionen
Rolex GMT-Master II Pepsi 18.600 EUR 40 GMT
Rolex GMT-Master II Batman 9.600 EUR 40 GMT
IWC Mark XI (Vintage) 6.600 EUR 36
Breitling Chronomat 44 GMT 6.600 EUR 44 Chronograph, GMT
Breitling Navitimer 01 5.200 EUR 43 Chronograph, Rechenschieber, Datum
IWC Pilot’s Watch Chronograph 4.000 EUR 43 Chronograph, Day-Date
IWC Pilot’s Watch Mark XVIII 3.900 EUR 40 Datum
Sinn 103 Ti UTC TESTAF 2.800 EUR 41 Chronograph, GMT, Datum

Preise im Detail

Wenn Sie eine Fliegeruhr kaufen möchten, können Sie zwischen unterschiedlichsten Modellen von verschiedenen Herstellern auswählen. Das Angebot ist derart groß, dass für jedes Budget ein passendes Modell vorhanden ist. Günstige Uhren gibt es bereits für weniger als 1.000 EUR. Diese stammen zum Beispiel von Breitling. Die Breitling Aerospace hat die markentypischen Lünettenreiter bei 3, 6, 9 und 12 Uhr. In ihrem Inneren gibt ein hochpräzises Quarzwerk den Takt vor. Gebraucht gibt es die Multifunktionsuhr für rund 800 EUR. Auch die Breitling Chronomat gibt es als getragenes Exemplar bereits zu Preisen unterhalb von 1.000 EUR.

Zwischen 1.000 EUR und 2.500 EUR finden Sie zahlreiche gebrauchte Breitling-Uhren. Auch Fliegeruhren des französischen Herstellers Bell & Ross gibt es in diesem Preissegment. Bereits getragene Flieger-Chronographen von IWC kosten ca. 2.000 EUR. Modelle mit drei Zeigern gibt es für weniger als 2.000 EUR. IWC-Chronographen in sehr gutem Zustand liegen bei etwa 2.500 EUR.

Das Modell 857 UTC von Sinn gibt es mit oder ohne Fliegeruhrenzertifikat. Beim Preis liegen beide Varianten in etwa gleich auf. Für ein neuwertiges Exemplar müssen Sie rund 1.900 EUR einplanen. Den Chronographen Sinn 103 Ti TESTAF bekommen Sie ungetragen für rund 2.600 EUR. Neuwertige Exemplare mit Zeitstopp- und GMT-Funktion kosten ca. 2.800 EUR.

In der Kategorie bis 10.000 EUR finden Sie die GMT-Master von Rolex. Die Genfer Uhrenmanufaktur entwickelte die GMT-Uhr Mitte der 1950er-Jahre speziell für die Anforderungen von Verkehrspiloten. Die amerikanische Fluggesellschaft Pan American World Airways (Pan Am) nutzte die GMT-Master als offizielle Dienstuhr.

Zu den begehrtesten Modellen gehört die GMT-Master II mit schwarz-blauer Keramiklünette, auch Batman genannt. Diese können Sie für etwa 9.600 EUR neuwertig kaufen. Bereits getragene Exemplare sind ein paar Hundert Euro günstiger. Die auf der Baselworld 2018 vorgestellte GMT-Master II Pepsi mit der Referenznummer 126710BLRO liegt sogar bei mehr als 18.000 EUR. Der offizielle Listenpreis beträgt 8.400 EUR.

Besonderheiten von Fliegeruhren

Fliegeruhren bieten eine besonders gute Ablesbarkeit. Hierfür verfügen sie meistens über große schwarze Zifferblätter, weiße Stundenmarkierungen und große Zeiger. Die Zeiger und Markierungen sind zudem mit viel Leuchtmasse versehen, sodass sie im Dunkeln lange hell nachleuchten. Außerdem besitzen die meisten Modelle eine dreieckige Markierung bei 12 Uhr. Indexe als Minutenmarkierungen und arabische Ziffern für die Stunden erleichtern das Ablesen der Uhrzeit.

Viele Fliegeruhren haben eine Chronographen-Funktion oder sogar einen Flyback-Chronographen, so zum Beispiel die Heuer Bund, die Heuer Ende der 1960er-Jahre für die Bundeswehr entwickelte. Diese Vintage-Uhr ist unter Sammlern begehrt und noch immer erschwinglich: Rund 5.000 EUR sollten Sie für diesen Flieger-Chronographen bereithalten.

Die beliebtesten Fliegeruhren

Die Breitling Navitimer ist eine der bekanntesten und beliebtesten Fliegeruhren. Der Chronograph mit Ikonenstatus besitzt eine Rechenschieberlünette, mit der sich mathematische Funktionen berechnen lassen. Mittlerweile gibt es die Navitimer auch mit dem Breitling-Manufakturkaliber 01, das 70 Stunden Gangreserve bietet. Die 46 mm großen Varianten lassen sich besonders gut ablesen. Highlights der Kollektion haben ein Manufakturwerk mit Schleppzeiger-Chronograph zum Stoppen von Zwischenzeiten. Die Navitimer gibt es aus Edelstahl, Gold oder Edelstahl und Gold.

Die Fliegeruhren von IWC gehören ebenfalls zu den begehrtesten auf dem Markt. Das Design dieser Armbanduhren gilt als stilprägend für diesen Uhrentypus. Die Big Pilot’s Heritage Modelle sind von historischen Pilotenuhren inspiriert und zählen somit zu den Retro-Uhren. Eine Ausführung ist mit 48 mm besonders groß und damit auszeichnet abzulesen. Aufgrund der großen Kronen lassen sich diese Retro-Fliegeruhren besonders gut bedienen. Neben den schlichten Drei-Zeiger-Modellen gibt es in der IWC-Fliegeruhren-Reihe auch Chronographen.

Der deutsche Uhrenhersteller Tutima ist ebenfalls für seine Fliegeruhren bekannt. Tutima hat wie Heuer Flieger-Chronographen für die Bundeswehr hergestellt. Diese Zeitmesser sind besonders selten, kaum bekannt und deshalb für Sammler sehr interessant. Die Militäruhr gibt es aus Stahl oder Titan. Die Titan-Version ist freilich deutlich leichter. Das Gehäuse des Tutima Military Chronograph ist überall abgerundet, damit sich der Pilot in Extremsituationen nicht an seiner Uhr verletzt. Auch die Drücker sind aus Sicherheitsgründen in das Gehäuse integriert. Im Innern gibt das automatische Kaliber 5100 von Lémania den Takt vor. Es zählt zu den seltenen und vor allem begehrten Uhrwerken mit Chronographen-Funktion. Wenn Sie sich für die Titan-Ausführung interessieren, sollten Sie rund 2.300 EUR einplanen. Die Edelstahl-Variante ist mit knapp 2.000 EUR etwas günstiger.

Historische Bedeutung von Fliegeruhren

Die Cartier Santos gilt als eine der ersten Fliegeruhren der Welt. Louis Cartier entwickelte die Armbanduhr mit quadratischem Gehäuse im Jahr 1904 für den brasilianischen Flugpionier Alberto Santos Dumont . Zwei Jahre später führte Dumont den ersten öffentlichen Flug mit einem motorisierten Flugzeug durch. Während seiner Flüge trug der Pilot seine Santos am Handgelenk. So konnte er beide Hände am Steuerknüppel lassen und gleichzeitig die Uhrzeit im Auge behalten.

Die Wurzeln heutiger Fliegeruhren liegen bei den Taschenuhren, genauer gesagt bei den Beobachtungsuhren der Hochseeschifffahrt. Sammler nennen diese genauen Zeitmesser B-Uhren, in England heißen sie Deck Watches und in Frankreich erhielten sie den Namen chronomètre de bord. Jede Bezeichnung meint den gleichen Uhren-Typus: tragbare Taschenuhren als Ergänzung zum Schiffschronometer. Das Schiffschronometer war fest verankert und an drei Achsen beweglich gelagert. So blieb das Zifferblatt bei starkem Wellengang immer oben. In dieser Lage war das Schiffschronometer reguliert. Seefahrer benötigten dieses hochpräzise Chronometer zur exakten Bestimmung ihrer Position. Bei langen Seereisen waren sekundengenaue Uhren unerlässlich für die Navigation.

Die Offiziere an Bord stellten ihre B-Uhren nach dem Schiffschronometer. Dann gingen sie aufs Peildeck hinaus und bestimmten mithilfe des Sextanten die Position des Schiffes. Eine B-Uhr besaß ein sehr genaues Uhrwerk, war aber wegen der größeren Temperaturschwankungen und der verschiedenen Lagen nicht so präzise wie das Schiffs-Chronometer.

Als die ersten Piloten Anfang des 20. Jahrhunderts Zeitmesser benötigten, nutzten sie B-Uhren der Marine. An das Gehäuse der Beochbachtungsuhren löteten sie Bügel, durch die sie dicke Lederbänder hindurchzogen. So modifiziert konnten sie die B-Uhren über der Kombi um den Arm tragen. Kennzeichen dieser Fliegeruhren waren große Kronen. Damit war das Stellen der Uhren auch mit Handschuhen möglich.

Wenig später erhielten die ehemaligen B-Uhren ihr typisches Fliegeruhren-Design. Ein schwarzes Zifferblatt mit gelben Ziffern setzte sich als Kennzeichen dieser Zeitmesser durch. Als Leuchtmasse kam Anfang des 20. Jahrhunderts noch radioaktives Radium zum Einsatz. Heute nutzen Hersteller nachleuchtendes Superluminova , das nicht radioaktiv strahlt. Der Vorteil der schwarzen Zifferblätter liegt auf der Hand: sie blenden nicht und sind während der Dämmerung und der Nacht gut ablesbar.

Schon damals besaßen die meisten Fliegeruhren einen Sekundenstopp. Das ermöglichte ein sekundengenaues Stellen der Uhr, was für eine genaue Navigation unerlässlich ist. Zu den wichtigsten deutschen Herstellern dieses Uhrentypus gehörte die Glashütter Firma A. Lange & Söhne. Der Hersteller lieferte während des Zweiten Weltkrieges die Pilotenuhren ausschließlich ans Militär. Deshalb sind diese Militäruhren heute sehr selten. Ebenfalls rar sind deutsche Fliegerchronographen. Hersteller wie Tutima oder Junghans produzierten die Armbanduhren mit Stoppfunktion. Die Werke kamen ursprünglich aus Glashütte. Insgesamt gibt es nur 300 bis 400 Exemplare aus 1930er- und 1940er-Jahren. Mittlerweile befinden sich diese Vintage-Uhren beim Preis jenseits von 30.000 EUR.

Historische Highlights von Fliegeruhren

  • Ursprünge liegen bei maritimen Beobachtungsuhren (B-Uhren)
  • B-Uhren mit Bügeln und Lederriemen waren die ersten Fliegeruhren
  • Erste Armband-Fliegeruhr war die Cartier Santos
  • A. Lange & Söhne war einer der wichtigsten Hersteller deutscher Fliegeruhren

Die Kult-Fliegeruhr – IWC Mark XI

Ein Fliegeruhren-Klassiker ist die IWC Mark XI. Der Schweizer Hersteller IWC fertigte die Uhr ab Ende der 1940er-Jahre. Die Mark XI war eine verkleinerte Version der Mark X. Etwa 30 Jahre lang lieferte IWC die Mark XI an zahlreiche Luftwaffen der Welt. Die schlichte Uhr hatte ein Handaufzugskaliber und besaß keine Stoppfunktion. Deshalb war sie vergleichsweise günstig und für rund 350 Schweizer Franken zu haben. Mittlerweile liegen die Preise zwischen 5.000 EUR und 9.000 EUR. Kennzeichen der Uhr war ein schwarzes Zifferblatt mit hellen Leuchtziffern und einem Dreieck auf der 12-Uhr-Position. Noch heute fertigen Hersteller wie Fortis Fliegeruhren in diesem schlichten Design.

Neuer Fliegeruhren-Standard – DIN 8330

Seit Anfang 2016 gibt es eine offizielle Norm für Fliegeruhren: die „DIN 8330: Zeitmesstechnik – Fliegeruhren“. Der Uhrenhersteller Sinn Spezialuhren stieß den Prozess zur Entwicklung der Norm an. Das Deutsche Institut für Normung (DIN) beschloss im Sommer 2013, die neue Fliegeruhren-Norm zu entwickeln. Diese basiert auf dem „Technischen Standard Fliegeruhren“ (TESTAF) und orientiert sich an den Herausforderungen der modernen Luftfahrt. Der Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen und Sinn Spezialuhren entwickelten den TESTAF im Jahr 2012. Laut DIN 8330 muss eine Armband-Fliegeruhr dazu in der Lage sein, die Zeitmessgeräte des Fluggerätes vollumfänglich zu ersetzen. Außerdem muss sie mit den Bordinstrumenten des Fluggerätes kompatibel sein, sie darf keine Gefahr für Fluggerät und Piloten darstellen und sie muss den physikalischen Belastungen des Flugbetriebes standhalten.

Die DIN 8330 unterscheidet nach Sichtflugregeln (VFR) und Instrumentenflugregeln (IFR). Der Unterschied besteht darin, dass zertifizierte Uhren nach IFR eine Stoppfunktion benötigen. Sie sind also Chronographen. Uhren nach VFR besitzen eine 12-Stunden- sowie eine 60-Minuten-Anzeige. Der zentrale Sekundenzeiger muss über eine Stoppvorrichtung verfügen. Außerdem verlangt die DIN-Norm nach einer beidseitig drehbaren Lünette mit minutengenauer Markierung und Minutenrastung. Das Zifferblatt und der Hintergrund der Skala müssen mattschwarz sein. Der Durchmesser des Zifferblattes darf nicht weniger als 27 mm betragen. Da eine Fliegeruhr bei Tag und Nacht gut ablesbar sein sollte, müssen laut DIN-Norm alle Stundenindizes, das Orientierungsdreieck auf der Drehlünette, der Stunden-, der Minuten- und der Sekundenzeiger mit Leuchtmasse belegt sein. Diese muss mindestens drei Stunden lang nachleuchten.

Die DIN 8330 schreibt weiterhin vor, dass Fliegeruhren und deren Bedienelemente zwischen minus 15 °C und plus 55 °C voll funktionsfähig sein müssen. Hinzu kommt ein Stoßtest, der den freien Fall aus 1 m Höhe auf einen Hartholzboden simuliert. Die Prüfung auf Wasserdichtheit erfolgt nach der DIN 8310. Außerdem durchlaufen die Uhren weitere Prüfungen, die das Gangverhalten, die Bandbefestigungen, den Widerstand gegenüber Magnetfeldern und viele weitere Tests umfassen. Am Ende der Zertifizierung darf die Fliegeruhr in ihrer Funktionsfähigkeit nicht beeinträchtigt sein. Äußere Beschädigungen sind ebenfalls nicht gestattet.

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