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Russische Uhren – eine Kaufberatung

Russische Uhren bieten viel Uhr für wenig Geld. Modelle wie die Vostok Amphibia oder Fliegerchronographen von Poljot sind unter Sammlern heiß begehrt. Die mechanischen Zeitmesser sind hochwertig verarbeitet, langlebig und präzise.

Was sollten Sie beim Kauf einer russischen Uhr beachten?

  • Uhren aus Russland besitzen ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Russische Uhren haben gute Gangwerte, sind aber keine Schweizer Chronometer
  • Originale russische Uhren von Poljot gibt es nur gebraucht
  • Sogenannte „CCCP-Uhren“ aus der Sowjetunion sind unter Sammlern beliebt

Wie viel kosten russische Uhren?

Mit russischen Uhren steigen Sie günstig in die Welt der mechanischen Uhren ein. Gut erhaltene Vintage-Uhren bieten ein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Qualität der gebrauchten CCCP-Uhren, wie sie einige Fans nennen, ist aber nicht auf Augenhöhe mit Schweizer Uhren. Die vier kyrillischen Buchstaben CCCP sind eine Abkürzung für Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR). Russische Armbanduhren sind äußerst robust, zuverlässig und langlebig. Ungetragene Exemplare aus jüngerer Zeit können sogar mehrere Tausend Euro kosten.
 

Preise im Detail

Modell Funktionen Preis
Poljot Chronograph Cal. 3133 Datum, Chronograph ab ca. 250 EUR
Poljot Wecker Cal. 2612 Wecker ab ca. 200 EUR
Poljot Automatik 2416 Datum, Automatik ab ca. 150 EUR
Poljot Sturmanskie Fliegerchronograph Datum, Chronograph ab ca. 250 EUR
Raketa Jahreskalender Cal. 2628h Jahreskalender ab ca. 100 EUR
Slava Stoppuhr Chronograph ab ca. 200 EUR
Vostok Amphibia Cal. 2409 Datum, Handaufzug ab ca. 50 EUR
Vostok Amphibia Cal. 2416b Datum, Automatik ab ca. 100 EUR
Vostok Komandirskie Cal. 2414a Datum, Handaufzug ab ca. 50 EUR

Begehrte russische Uhren von Poljot

Russische Uhren von Poljot sind unter Sammlern besonders beliebt. Da die Original-Marke keine Zeitmesser mehr herstellt, gibt es nur noch gebrauchte Uhren. Vor allem Vintage-Uhren aus der Sowjetunion, die vor 1991 die Produktionshallen verließen, gelten als Sammlerstücke. Vor etwa 20 Jahren hat man diese CCCP-Uhren auf fast jedem Flohmarkt gefunden. Heute ist es weitaus schwieriger, gut erhaltene Exemplare in die Finger zu bekommen. Vor allem die russischen Fliegeruhren mit Chronographen-Funktion besitzen einen ausgezeichneten Ruf. Das Poljot-Kaliber 3133 basiert nämlich auf dem Schweizer-Werk Valjoux 7734. Das 3133 verfügt über einen Handaufzug und gilt als robust und zuverlässig.
 

Noch seltener sind Poljot-Chronographen mit 24-Stunden- oder Mondphasenanzeige. Einen Vintage-Chronographen von Poljot können Sie in gutem Zustand für etwa 250 EUR kaufen. Die Poljot Buran gibt es ebenfalls mit Zeitstoppfunktion. Ungetragene Exemplare kosten etwa 400 EUR. Vergleichbare Schweizer Chronographen, in denen das Valjoux 7734 tickt, befinden sich in Regionen um die 1.000 EUR. Eine Breitling Datora aus den 1970er-Jahren liegt sogar jenseits der 3.000-EUR-Marke.
 

Eine Besonderheit innerhalb der Poljot-Familie sind Exemplare mit dem Kaliber 2612. Diese russischen Uhren verfügen über eine Weckerfunktion. Wenn Sie sich schon immer von Ihrer Armbanduhr am Morgen wecken lassen wollten, ist diese Uhr genau die richtige für Sie. Praktisch sind die Zeitmesser auch auf Reisen, denn wer nimmt schon seinen Schlafzimmerwecker mit in den Urlaub oder auf Geschäftsreise? Eine Poljot Cal. 2612 bekommen Sie bereits für günstige 200 EUR. Eine Schweizer Uhr mit Alarm-Funktion ist das Modell Master Memovox von Jaeger-LeCoultre. Für gebrauchte Edelstahluhren sollten Sie ca. 5.000 EUR einplanen.
 

Schlichte russische Automatikuhren gibt es ebenfalls von Poljot. Diese Zeitmesser sind mit Preisen von rund 150 EUR sehr günstig zu haben. Das Kaliber 2416 mit automatischem Aufzug treibt diese Exemplare oftmals an. Vereinzelt finden Sie auch russische Uhren mit ETA-Werk. Die ETA ist ein Schweizer Hersteller von Rohwerken und gehört zur Swatch Group. Zahlreiche Schweizer Uhrenhersteller verwenden ETA-Kaliber in ihren Luxusuhren.
 

Günstige russische Uhren von Vostok

Vostok ist ein weiterer, sehr berühmter Hersteller von russischen Uhren. Besonders die Modelle Komandirskie und Amphibia sind beliebt, weit verbreitet und günstig zu haben. Die Amphibia ist eine russische Taucheruhr mit drehbarer Lünette, viel Leuchtmasse und verschraubter Krone. Wegen ihrer besonderen Gehäusekonstruktion ist die Amphibia bis zu 200 m (20 bar) wasserdicht. Im Innern des Zeitmessers geben mechanische Uhrwerke mit Handaufzug oder Automatik den Takt vor. Das Kaliber 2416b besitzt einen automatischen Aufzug und eine Datumsanzeige. Die Vostok-Werke gelten als Arbeitstiere. Manch Liebhaber von russischen Uhren spricht sogar von „unkaputtbarer“ Technik. Eine Komandirskie oder Amphibia können Sie für weniger als 100 EUR kaufen. Das gilt für gebrauchte Vintage-Uhren und für ungetragene Zeitmesser. Viele Fans schwören aber auf Exemplare aus der Zeit der UdSSR.
 

Russische Uhren der Luxusklasse

Mittlerweile gibt es auch neuwertige russische Uhren, die deutlich mehr als 1.000 EUR kosten. Diese stammen von jüngeren Herstellern, die erst seit dem Fall des Eisernen Vorhanges Uhren produzieren. Ein Beispiel für ein solches Unternehmen ist die Marke Poljot International. Die Firma existiert seit Mitte der 1990er-Jahre und fertigt all ihre Zeitmesser in Deutschland. Trotz des traditionsbeladenen Namens kann man hier nicht von „echten“ russischen Uhren sprechen. Vielmehr transportieren die Zeitmesser von Poljot International mit ihrem Design russisches Lebensgefühl.
 

Top-Modelle von Poljot International besitzen massive Goldgehäuse und sogar ein Tourbillon. Diamanten auf der Lünette werten die Skelettuhren zusätzlich auf. Die hochwertigen Materialien und die aufwendige Verarbeitung haben ihren Preis: Diese Exemplare kosten ca. 17.000 EUR. Ohne Diamanten liegt die Golduhr bei 12.000 EUR.
 

Wie gut sind russische Uhren?

Russische Uhren gelten allgemein als sehr robust, zuverlässig und langlebig. Da die meisten Kaliber auf Schweizer Uhrwerken basieren und sogar mithilfe von Schweizer Produktionsanlagen hergestellt werden, besitzen sie eine ähnlich hohe Qualität wie ihre Vorbilder aus dem Alpenland. Nur bei der Präzision müssen Sie in der Regel Abstriche machen. Eine tägliche Abweichung von rund 30 Sekunden ist vollkommen normal für russische Uhren. Mit etwas Knowhow und Geschick lassen sich die Kaliber aber leicht regulieren. Deshalb sind präzisere Gangwerte möglich.
 

Auch die Verarbeitung von Gehäuse und Armband kann nicht mit dem Niveau von Schweizer Uhren mithalten. Trotzdem erhalten Sie einen hochwertigen Zeitmesser, wenn Sie eine russische Uhr kaufen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie sich für eine russische Taucheruhr von Vostok, eine Fliegeruhr Poljot Aviator oder eine klassische Dresswatch von Raketa entscheiden. Jede russische Marke bietet gute mechanische Uhren. Achten Sie vor allem bei Vintage-Uhren auf den Zustand des Exemplars. Lassen Sie sich so viele Infos wie möglich vom Verkäufer geben und werfen Sie, wenn möglich, einen Blick ins Innere des Gehäuses.
 

Welche sind die bekanntesten russischen Uhren?

Die Beliebtheit russischer Uhren steigt seit Jahren stetig an. Besonders begehrt sind Vintage-Uhren der 1970er- und 1980er-Jahren, die noch zu Sowjet-Zeiten gefertigt wurden. Lesen Sie in den folgenden Abschnitten das Wichtigste über russische Uhrenhersteller.

Russische Uhren von der Ersten Moskauer Uhrenfabrik und von Poljot

Einer der bekanntesten und wichtigsten Hersteller aus der Sowjetunion war die Erste Moskauer Uhrenfabrik, die ab 1930 Zeitmesser herstellte. Damit war sie die erste und älteste Uhrenfabrik der Sowjetunion. Im Jahr 1964 benannte man das Werk in Poljot um. Ins Deutsche übersetzt bedeutet Poljot so viel wie „Flug“. Die Umbenennung erfolgte zu Ehren des ersten bemannten Weltraumfluges der Geschichte. Am 12. April 1961 war der Kosmonaut Juri Gagarin der erste Mensch im Weltall – mit an Bord war eine russische Sturmanskie-Uhr von der Ersten Moskauer Uhrenfabrik. „Sturmanskie“ bedeutet auf Deutsch in etwa „Steuermann“.

Unter Sammlern sind alte Sturmanskie-Uhren heiß begehrt. Ebenfalls beliebt sind Chronographen mit dem Kaliber Poljot 3133. Das Besondere an diesem Uhrwerk ist, dass es auf dem berühmten Schweizer Kaliber Valjoux 7734 basiert. Valjoux war ein Hersteller von Rohwerken, der sich auf Chronographen spezialisiert hatte. Das Unternehmen ist komplett in der Swatch Group aufgegangen. Das Kaliber Valjoux 7750 ist eines der berühmtesten und am häufigsten genutzten Chronographen-Werke mit Automatik.

Interessanterweise stellte Poljot das Chronographen-Kaliber 3133 mithilfe von Schweizer Maschinen her. Während der sogenannten Quarzkrise in den 1970er-Jahren überschwemmten günstige Quarzuhren aus Fernost den europäischen Markt. Altehrwürdige Schweizer Hersteller kamen daraufhin in finanzielle Nöte. Viele verkauften ihre Produktionsanlagen und damit auch ihr Knowhow an die Sowjetunion. Ähnliches geschah nach dem Zweiten Weltkrieg. Technische Zeichnungen und Unterlagen der Firmen Wempe und A. Lange & Söhne wurden ins Russische übersetzt und als Reparationsleistung in die UdSSR überführt. So kam die Sowjetunion an das äußerst präzise Einheitschronometer heran. Diese Uhr diente Seefahrern zur Navigation. Außerdem gelangten Maschinen und Werkteile aus Glashütte in die UdSSR. Daraufhin stellte man eine russische Fliegeruhr her, die eine verbesserte Version des deutschen Fliegerchronographen Kaliber 59 darstellte.

Bekannte Poljot-Kaliber sind das Automatikwerk 2416 und das sehr beliebte Weckerkaliber 2612. Letzteres basierte auf einem Kaliber des Schweizer Rohwerkeherstellers Venus. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um einen Wecker für das Schlafzimmer, sondern um eine mechanische Armbanduhr mit Alarmfunktion. Dieses Modell ist die wohl bekannteste russische Uhr mit Wecker. Außerdem gab es verschiedene Handaufzugs- und Spezialkaliber mit Tag- bzw. Nachtanzeige oder 24-Stunden-Indikation. Das Chronographenwerk 3133 besaß in einer verbesserten Ausführung eine Mondphasen- oder eine 24-Stunden-Anzeige. Generell gelten diese russischen Kaliber als sehr robust und zuverlässig. Poljot fertigte auch russische Uhren mit ETA-Werk. So wurde zum Beispiel das Kaliber 2824 in zahlreichen Automatikuhren verwendet. Das 2824 ist ein weitverbreitetes Automatikwerk, das von namhaften Schweizer Herstellern genutzt wird.

Preise im Detail

Modell Funktionen Preis
Poljot Chronograph Cal. 3133 Datum, Chronograph ab ca. 250 EUR
Poljot Wecker Cal. 2612 Wecker ab ca. 200 EUR
Poljot Automatik 2416 Datum, Automatik ab ca. 150 EUR
Poljot Sturmanskie Fliegerchronograph Datum, Chronograph ab ca. 250 EUR

Russische Uhren von Poljot nach dem Ende der Sowjetunion

Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges näherte sich das Design vieler russischer Uhren dem Look westlicher Zeitmesser an. Im Jahr 2004 ging Poljot insolvent. Das Unternehmen Maktime übernahm große Teile der Produktion, war 2011 aber ebenfalls pleite. Markennamen wie Aviator, Buran oder Sturmanskie gingen 2004 an den russischen Uhrenhersteller Volmax über.

Noch immer gibt es unzählige Angebote von neuwertigen russischen Armbanduhren der Marke Poljot. Oft fehlen jedoch Hinweise, ob es sich um alte Lagerbestände oder sogar um Replika-Uhren handelt. Häufig ist das Ursprungsland der Uhren nicht eindeutig zu bestimmen. Geben Sie also Acht beim Kauf einer russischen Uhr von Poljot. Prüfen Sie das Angebot genau und fragen Sie den Verkäufer nach Details wie Produktionsjahr und -ort. Auch das Kaliber ist ein wichtiger Anhaltspunkt. Es gibt auch Armbanduhren der Marke Poljot International, die aus Deutschland kommen.

Seltenheitswert genießen vor allem jene russischen Uhren, die vor 1991 und somit noch zu Sowjet-Zeiten hergestellt wurden. Generell sind russische Armbanduhren qualitativ hochwertig. Das wissen auch Sammler und Liebhaber. Deshalb hat die Nachfrage in den letzten Jahren deutlich zugenommen, was sich auch bei den Preisen bemerkbar macht. Vintage-Uhren von russischen Herstellern werden immer seltener und somit auch teurer.

Russische Uhren von Vostok

Vostok ist neben Poljot einer der wichtigsten und bekanntesten Hersteller von russischen Uhren. Berühmt ist die Firma vor allem für Militäruhren wie die russische Taucheruhr Vostok Amphibia. Ins Deutsche übersetzt bedeutet das russische Wort „Vostok“ so viel wie „Osten“. Das Unternehmen wurde 1942 auf Befehl von Josef Stalin gegründet. Im Zweiten Weltkrieg verlegte man wegen der heranrückenden Truppen der deutschen Wehrmacht die Produktionsstätten weiter nach Osten. Noch heute befindet sich der Firmensitz in Tschistopol ca. 800 km östlich von Moskau. Vostok ist ein offizieller Lieferant der sowjetischen Truppen gewesen und beliefert noch immer die russischen Streitkräfte. Der Hersteller produziert aber auch zivile Zeitmesser. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges fertigt die Firma Borduhren für Militärfahrzeuge, Flugzeuge und sogar U-Boote. Außerdem sind russische Armbanduhren hinzugekommen.
 

Preise im Detail

Modell Funktionen Preis
Vostok Amphibia Cal. 2409 Datum, Handaufzug ab ca. 50 EUR
Vostok Amphibia Cal. 2416b Datum, Automatik ab ca. 100 EUR
Vostok Komandirskie Cal. 2414a Datum, Handaufzug ab ca. 50 EUR

Komandirskie

Die bekanntesten Uhren von Vostok sind die Komandirskie, was auf Deutsch Kommandant bedeutet, und die Taucheruhr Amphibia. Beide Modelle gibt es seit den 1960er-Jahren. Exemplare, die für das Verteidigungsministerium hergestellt wurden und nur in speziellen Geschäften erhältlich waren, besitzen den Vermerk „ЗАКАЗ МО СССР“ auf dem Zifferblatt. Vostok-Uhren mit diesem Schriftzug sind unter Sammlern besonders begehrt, da sie aus Sowjetzeiten stammen und richtige Militäruhren sind. Ungetragene Vostok-Amphibia-Uhren können Sie bereits sehr günstig erwerben. Die Zeitmesser sind gut verarbeitet und gelten insgesamt als unverwüstlich.
 

Eine Besonderheit der Vostok Amphibia ist der zweiteilige Uhrenboden, der wie die auffallend große Krone verschraubt ist. Unter dem eigentlichen Deckel des Gehäusebodens befindet sich eine großflächige Dichtung. Ein mit dem Gehäuse verschraubter Ring drückt den Deckel fest auf die Dichtung. Dieses System hat den Vorteil, dass die Dichtung beim Öffnen des Gehäuses nicht beschädigt wird. Das kann bei herkömmlichen Dichtungen nämlich passieren, wenn man den Boden auf den Dichtring aus Gummi schraubt. Außerdem drückt der Deckel der Amphibia mit zunehmendem Außendruck immer stärker auf die Dichtung, sodass kein Wasser ins Innere der Uhr eindringen kann. Ebenfalls besonders ist das verwendete Plexiglas auf der Vorderseite der Amphibia. Dieses dehnt sich bei zunehmendem Druck aus und dichtet so die Uhr ab. Kenner sprechen von einem selbstabdichtendem System.
 

Die Uhrwerke der Vostok-Uhren basieren auf Schweizer-Kalibern. Es gibt Handaufzugs- und Automatikwerke. Weit verbreitet ist das automatische Kaliber 2416b mit Datumsanzeige, 31 Steinen, einer Stoßsicherung, 31 Stunden Gangreserve und einer Unruhfrequenz von 19.800 Halbschwingungen pro Stunde (A/h). Das Automatikwerk lässt sich auch per Hand aufziehen. Über einen Unruhstopp verfügt der Taktgeber allerdings nicht. Das Handaufzugskaliber 2414 bietet vergleichbare Werte. Nur die Gangreserve ist mit rund 43 Stunden etwas höher als die des Automatikwerkes 2416b.
 

Die Vostok Amphibia gibt es mit unzähligen Zifferblattvarianten. Der Großteil besitzt militärische Motive. So können Sie zum Beispiel Panzer, U-Boote oder Taucher auf der Vorderseite der Uhr sehen. Es gibt sogar Exemplare mit den Portraits von Josef Stalin oder Wladimir Putin. Am häufigsten sind die Zifferblattfarben Schwarz, Blau oder Weiß. Für eine Taucheruhr typisch besitzt die Amphibia Leuchtmasse auf den Zeigern und dem Zifferblatt. Zur Funktionskontrolle unter Wasser dient der Sekundenzeiger, der kurz vor der Spitze über einen leuchtenden Punkt verfügt.
 

Russische Uhren von Slava

Slava ist eine Handelsmarke und Teil des Firmennamens der Zweiten Moskauer Uhrenfabrik, deren Wurzeln bis in das Jahr 1924 zurückreichen. Ins Deutsche übersetzt heißt das Wort „Slava“ so viel wie „Ruhm“ oder „Ehre“. Die Zweite Moskauer Uhrenfabrik nutzte den Markennamen ab etwa Mitte der 1950er-Jahre. Zu Beginn erhielten nur Damenuhren den Slava-Schriftzug. Später kamen auch Quarzuhren, Taschenuhren und Wecker hinzu. Über viele Jahre hinweg spielte das Design bei diesen russischen Uhren eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger war die Steigerung der Produktionszahlen. Erst ab Mitte der 1990er-Jahre entwickelte sich die Formensprache der Zeitmesser zu einem bedeutenden Element.
 

Zu den bekanntesten Modellen von Slava gehören die russischen Pobeda-Uhren, deren Werke auf dem französischen Kaliber LIP R-26 basieren. „Pobeda“ bedeutet auf Deutsch „Sieg“. Die Erste Moskauer Uhrenfabrik hatte bereits im Jahr 1937 Konstruktionspläne und Fertigungsanlagen für dieses Uhrwerk erstanden. Die Zweite Moskauer Uhrenfabrik stellte Weiterentwicklungen unter den Bezeichnungen 2602 und 2602A her. Der Vertrieb der Zeitmesser erfolgte unter dem Namen Pobeda. Zwischen 1946 und 1955 hatte Slava auch eine Taschenuhr mit dem Kaliber 3602 im Programm. Dieses Uhrwerk basiert auf dem französischen Werk Cortebert 620.
 

Seit 1958 ist der Markenname Slava Bestandteil der Unternehmensbezeichnung. Noch heute hat die Zweite Moskauer Uhrenfabrik ihren Sitz in Moskau und wird dort als Aktiengesellschaft geführt.

Russische Uhren von Raketa

Raketa, zu Deutsch „Rakete“, stellt seit 1961 russische Uhren her. Sitz des Unternehmens ist Sankt Petersburg. Dort produziert die Uhrenfabrik Petrodworez verschiedenste Zeitmesser: von Armband- und Taschenuhren über spezielle Uhren für Polarforscher bis hin zu Militäruhren für die Marine, die Armee und die Luftwaffe. Die Uhrenfabrik Petrodworez ist der älteste vorkommunistische Betrieb Russlands. Bereits 1721 gründete Zar Peter der Große die Produktionsstätte. Zu Beginn stellte das Werk Edelsteinkunstwerke für den Zaren und dessen Familie her. Zu Ehren des ersten bemannten Raumfluges in der Geschichte der Menschheit nannte die Uhrenfabrik Petrodworez ihre Uhren fortan „Raketa“.
 

Bevor der Betrieb russische Uhren und Uhrwerke herstellte, beschränkte er sich auf die Produktion von Zubehörteilen für die Wehrtechnik und die Uhrenindustrie. Ab 1949 liefen die ersten Armbanduhren unter dem Namen Swesda vom Band. Auch russische Pobeda-Uhren verließen die Leningrader Werkshallen. Die Uhrenfabrik Petrodworez entwickelte das Präzisionsuhrwerk Raketa 2609N, das als Grundlage für dutzende Uhrwerke diente. Raketa-Uhren gibt es mit Automatikkaliber, Kalenderfunktion oder 24-Stunden-Anzeige. Letztere eignet sich vor allem für Polarforscher. Außerdem stellte die Uhrenfabrik Petrodworez antimagnetische Uhren für zum Beispiel U-Boot-Fahrer her.
 

In den 1980er-Jahren produzierte die Fabrik mehr als 4 Mio. Zeitmesser. Uhren von Raketa kamen bei der Sowjetarmee, der sowjetischen Marine und Luftwaffe zum Einsatz. Auch die Zivilbevölkerung trug Uhrenmodelle dieses Herstellers. Außerdem exportierte die UdSSR ihre Raketa-Uhren in die ganze Welt. Russische Uhren von Raketa gelten als zuverlässig und robust.
 

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