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Top 5 Extreme Expeditionsuhren

Jorg Weppelink
13.12.2018
Top 5 Extreme Expeditionsuhren

 

In diesem Artikel machen wir uns auf die Reise — nach Nordgrönland, zum Tauchen in die tiefsten Ozeane, auf die gefährlichsten Berge der Welt, weit ins Weltall und mit dem Flugzeug über den Ärmelkanal. Wir haben eine Liste von fünf Uhren zusammengestellt, die Teil der spektakulärsten Expeditionen aller Zeiten waren. Denn eines ist sicher: Bei fast jeder dieser wichtigen Erkundungstouren waren Uhren mit dabei.

 

1. Die Britische Nordgrönland-Expedition

Im Jahr 1952 machte sich die Gruppe auf den Weg. Sie bestand aus Britischen Militärs, zivilen Forschern und einem dänischen Offizier. Gemeinsam hatten sie die Mission, umfangreiche geologische, meteorologische, klimatologische und physiologische Untersuchungen in Nordgrönland durchzuführen. Während ihrer zwei Jahre in Grönland erfassten die Forscher unter der Führung von Royal Navy Commander James Simpson eine Rekord-Minustemperatur von -66.1°C, fanden heraus, dass Grönland von einer 2.700 m dicken Eisschicht bedeckt wird und dass das durchschnittliche menschliche Schlafbedürfnis acht Stunden pro Nacht beträgt.

Alle Teilnehmer der Expedition trugen dabei eine Tudor Oyster Prince (Ref. 7809). Hans Wilsdorf, Gründer von Rolex und Tudor, erbat von den Männern der BNGE ein Feedback zur Leistung der Uhr. Die Präzision der Oyster Prince wurde per Logbuch festgehalten, gemessen wurde mit Hilfe von Signalen, die vom BBC gesendet wurden. Die Uhren erwiesen sich als äußerst zuverlässig, und Tudor nutzte die in den Logbüchern festgehaltenen Werte, um für die Oyster Prince zu werben. Vergleichbare Rolex-Modelle sind heutzutage zwar begehrter, die Leistung der Tudor auf der damaligen Expedition ist aber nach wie vor sehr beeindruckend.

 

 

2. Jacques Cousteau’s Erforschung der Ozeane

So einige Uhren haben den weltberühmten französischen Meeresforscher Jacques Cousteau und die Crew seiner Calypso auf ihren Reisen begleitet. Die bekanntesten sind die Blancpain Fifty Fathoms, die Rolex Submariner und die Omega Seamaster Ploprof. Eine weiteres Modell, das Cousteau auf vielen seiner Tiefsee-Erkundungen trug, ist die Doxa SUB 300T. Das Original mit dem charakteristischen orangefarbenen Zifferblatt hatte es Cousteau besonders angetan. Er versah das Zifferblatt mit seinem schwarz-gelben „Aqua Lung“-Firmenlogo und brachte sie so auf den amerikanischen Markt.

Die SUB 300 wurde von Doxa im aufkommenden Hype um das Gerätetauchen entwickelt. Keiner im Unternehmen hätte sich aber zu Träumen gewagt, dass sie die damals berühmteste Taucher-Crew überhaupt ausrüsten würden. Neben der Version mit orangefarbenen Zifferblatt trugen Cousteau, seine Söhne Jean-Michel und Philippe und weitere Crew-Mitglieder auf vielen Expeditionen auch die schwarze „Sharkhunter“. Die Wirkung auf das Renommee von Doxa war entsprechend groß – mehr brauchte es nicht, um die Leistungsfähigkeit dieser Uhren unter Beweis zu stellen. Um eine dieser Originale von Cousteau und seiner Mannschaft zu bekommen, bedarf es einer Menge Geduld und noch viel mehr an Budget.

 

Doxa Sub 300T
Doxa Sub 300TFoto: FratelloWatches

 

3. Mit Louis Blériot über den Ärmelkanal

Die englische Daily Mail rief im Jahr 1908 zu einer ganz besonderen Herausforderung auf: Sie bot einen Preis für denjenigen, der es als erstes schaffen würde, den Ärmelkanal fliegend zu überqueren. Die Reihenfolge der Wettbewerber richtete sich nach deren Anmeldung. Der Franzose Hubert Latham war vor Louis Blériot an der Reihe, doch sein Versuch endete mit einer Bruchlandung. Blériot war dann als nächstes an der Reihe, die 40 km von Calais nach Dover zu fliegen. Zu damaliger Zeit galt das als unmöglich.

Am 25. Juli 1909 um 4:41 Uhr morgens hob Blériot mit seiner Type XI ab. Am Handgelenk trug er seine Zenith Uhr – ein Vorgängermodell der Zenith Type 20, die in den 1930er-Jahren auf den Markt kam. Zenith rüstete in den frühen 1900er-Jahren viele Piloten mit ihren Uhren aus. Blériots Modell hatte eine massive, gerillte Krone und leuchtende Zeiger und Zahlen, was typisch ist für Pilotenuhren aus jener Zeit. Drei Jahre nach der erfolgreichen Überquerung des Ärmelkanals schrieb Blériot diese Worte an Zenith: „Von meiner Zenith bin ich extrem begeistert. Ich nutze sie regelmäßig und empfehle sie über alle Maßen allen, die höchste Präzision suchen.“ Ziemlich starke Worte von einem Mann, der Außergewöhnliches vollbracht hat.

 

 

4. Uno Lacedelli und Achille Compagnoni besteigen den K2

Der Mount Everest ist zwar der höchste Berg der Welt. Am schwierigsten zu besteigen aber ist der K2. Es wird viel diskutiert, welche Uhren Edmund Hillary und Tenzing Norgay trugen, als sie den Everest bestiegen. Es ist nicht eindeutig geklärt. Fest steht hingegen, welche Uhr zuerst auf dem Gipfel des K2 war.

Im Jahr 1954 machten sich 14 italienische Bergsteiger auf den Weg, die ersten Menschen zu sein, die den Gipfel des K2s erreichen. Anlass war das 90. Jubiläum des italienischen Bergsteigervereins. Auf ihrer Mission trugen die Männer Vulcain Cricket Uhren. Diese waren bekannt dafür, auch den widrigsten Bedingungen standzuhalten. Die Expedition schlug ihr Lager am Fuße des zweithöchsten Gipfels der Welt auf, ganz in der Nähe der chinesisch-pakistanischen Grenze. Am 31. Juli 1954 war es dann soweit. Uno Lacedelli und Achille Compagnoni erreichten als erste Menschen den Gipfel des K2s auf 8.611 m Höhe. An ihren Handgelenken: Vulcain Cricket Uhren. Ihre Präzision und Robustheit hatten einen wesentlichen Anteil am Gelingen der Mission, den gefährlichsten Gipfel der Welt zu besteigen.

 

 

5. Alexey Leonov und der erste Spaziergang im Weltall

Dass die Omega Speedmaster Professional die erste Uhr auf dem Mond war, ist hinlänglich bekannt. Vielleicht ist das sogar die legendärste Geschichte einer Uhr überhaupt. Welche Uhr aber trug der Kosmonaut Alexei Leonow, als er sich als erster Mensch ins Vakuum des Weltalls aufmachte? Es war eine Poljot Strela die er trug, als er am 18. März 1965 auf der Woschod-2-Mission seinen berühmten Spaziergang im All unternahm.

Aber es sollte nicht alles wie geplant klappen. Der Raumanzug funktionierte nicht richtig beim Ausstieg aus der Woschod 3KD. Er blähte sich auf und versteifte sich. Nach 12 Minuten und 9 Sekunden endete der Spaziergang, Leonow ließ den Druck vom Anzug manuell ab und begab sich in anschließend in die Luftschleuse. Im Inneren angelangt, folgten weitere Probleme. Es dauerte länger als geplant, bis Leonow und der mitreisende Kosmonaut Pawel Beljajew endlich an ihre Plätze kamen, um die Landung einzuleiten. Diese Verzögerung von 46 Sekunden ließ das Raumschiff die ursprünglich berechnete Landezone um fast 400 km verfehlen. In den dicht bewachsenen Ausläufern des westlichen Ural-Gebirges, in einem Gebieten voller Bären und Wölfen und bei eisigen Temperaturen, kam es zur Landung. Geborgen wurden die Kosmonauten erst am nächsten Tag. Bei all diesen widrigen Bedingungen und heftigen Erschütterungen zeigte die Poljot Strela von Leonow eine stets perfekte und zuverlässige Leistung. Eine legendäre Uhr und die Uhr, die auf dem ersten Spaziergang im All mit dabei war.

 

Poljot Strela Chronograph
Poljot Strela Chronograph

 

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Von Jorg Weppelink
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