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Unbeliebte Uhren sammeln

Robert-Jan Broer
24.11.2017
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Rolex Milgauss
Robert-Jan Broer
24.11.2017

 

Für viele mag es sicherlich komisch klingen, denn warum zum Teufel sollte man unbeliebte Uhren sammeln? Unbeliebte Uhren sind für uns jene, die viele und vor allem Uhrensammler nicht kaufen würden.

 

Rolex Daytona – Das beste Beispiel

Das beste Beispiel, warum es eine gute Idee sein könnte, eine unbeliebte Uhr zu kaufen, ist wahrscheinlich die Rolex Daytona. In den frühen 1980er-Jahren blieben Händler auf der Daytona sitzen. Mechanische Uhren waren generell kaum nachgefragt und diejenigen, die eine mechanische Uhr kauften, fanden es merkwürdig, viel Geld für eine Rolex auszugeben, die nicht mit einem Automatikkaliber, sondern mit einem gewöhnlichen Valjoux-Handaufzugswerk ausgestattet war. So konnte man diese Luxusuhren von den späten 1970er- bis in die Mitte der 1980er-Jahre für relativ kleines Geld erstehen. Das hat sich mächtig verändert, oder?! Hätten Sie zu diesem Zeitpunkt eine Daytona gekauft, könnten Sie sich heute ein echt schickes Auto oder sogar die Anzahlung für ein Haus leisten!

Es gibt noch ein paar Beispiele in der Uhrengeschichte, aber die entscheidende Frage ist, welche „unbeliebte” Uhr könnten Sie heute kaufen, die sich in den kommenden Jahren zu einem beliebten Sammlerobjekt entwickelt? Daneben gibt es noch einen weiteren logischen Grund unbeliebte Uhren zu sammeln: Es macht das Hobby Uhrensammeln etwas erschwinglicher.

 

Aktuelle unbeliebte Uhren

 

Aktuell wären die Rolex Milgauss oder die Rolex Explorer II interessante „unbeliebte” Kandidaten für Ihre Uhrensammlung, weil sie im Vergleich zu einer Submariner oder einer GMT-Master II nicht so begehrt sind. Das muss man natürlich relativ betrachten, denn Rolex produziert mittlerweile extrem viele Uhren und die beiden genannten Modelle verkaufen sich – verglichen mit Uhren anderer Hersteller – keineswegs schlecht.

Sollte die „Krone aus Genf” ein Muss für Sie sein, dann schauen Sie sich mal eine Explorer II mit weißem Zifferblatt an. Abgesehen von der drehbaren Lünette verfügt diese Uhr über die gleichen Features wie die GMT-Master, allerdings bekommen Sie sie wesentlich günstiger.

 

Der Chronograph von James Bond

Ein weiterer interessanter Kandidat eines großen Uhrenherstellers ist die Omega Seamaster Professional 300M Chronograph. Das Design ist im Wesentlichen mit den Uhren aus GoldenEye und Der Morgen stirbt nie vergleichbar, nur dass es sich um einen Chronographen handelt. Das Modell ist nicht so berühmt wie die einfachere Automatikvariante, aber dennoch ein robuster Zeitmesser mit einem nicht zu verachtenden Valjoux-Werk. Es war schon auf dem Markt, als es noch keine Omega Manufakturwerke mit Co-Axial-Hemmung gab. Die Uhr gibt es als (günstige) Edelstahlversion, aus Titan (etwas teurer, aber immer noch unter 2.000 EUR) oder in Ausführungen, die eines dieser Materialien mit Roségold oder Tantal kombinieren. Diese Uhr ist mit Sicherheit ein Geheimtipp.

 

 

Ebel

 

Von den gebrauchten Ebel-Chronographen gibt es hingegen sehr viel weniger Exemplare und die Nachfrage ist ebenfalls geringer, als es bei der Omega-Uhr der Fall ist. Hier bekommt man für weniger als 2.000 EUR einen 44-mm-Chronographen mit dem fantastischen Ebel-Kaliber 137, das auf einem Lemania-Werk basiert. Wenn die Größe keine Rolle spielt, bekommen Sie fürs gleiche Geld einen Bicolor-Ebel-Chronographen aus Gold und Edelstahl, in dem ein El Primero von Zenith tickt.

Obwohl unter Sammlern hoch gelobt, kennt kaum jemand diese Uhr. Don Johnson trug sie in der Serie Miami Vice, die damals von Ebel gesponsert wurde. Das erhöht den Coolness-Faktor, den die Marke in den 1980ern genoss. Heute ist der Hersteller fast unsichtbar geworden und auf Damenuhren fokussiert. Werfen Sie doch auch mal einen Blick auf Ebel BTR-Chronographen.

 

Quarz- und Digitaluhren

 

Ein anderes spannendes Thema für Sammler sind Quarz- und Digitaluhren. Einige der großen Marken wie Breitling, Seiko, Omega und ein paar andere brachten solche Uhren heraus und einige tun das immer noch. Ein gutes Beispiel ist die Breitling Chronospace aus den 1990er- und frühen 2000er-Jahren. Sie ist nicht so bekannt wie die Aerospace, aber sie ist immer noch eine Breitling-Uhr, die zur „Professional”-Serie von Pilotenuhren gehört. Für etwa 1.200-1.400 EUR bekommen Sie eine Breitling Chronospace ungetragen oder gebraucht in gutem Zustand. Dafür bekommen Sie dann eine Reihe interessanter Komplikationen (digitale Komplikationen versteht sich), die auch für die Nicht-Piloten unter uns nützlich sind.

Mit dem richtigen Armband können Sie eine digitale Neo-Vintage Breitling-Uhr hübsch aufmotzen. Einen Blick ist zum Beispiel auch die Breitling Chronospace Referenznummer A7836534 wert. Wird sie künftig an Wert gewinnen? Das ist zwar schwer vorherzusehen, aber sie macht auf jeden Fall Spaß und sicher wird der Wert nicht sinken.

 

Mut zu kleinen Uhren

Enicar Sherpa

Enicar Sherpa Divette

 

Wenn Ihr Handgelenk auch mit einer kleineren Uhr gut aussieht, können Sie auch in eine kleinere Ausführung einer bekannten Uhr investieren. Ob das eine mittelgroße Omega Seamaster 300M, eine 33 mm kleine Vintage-Dress-Watch wie die Patek Philippe Calatrava oder eine 36-mm-Taucheruhr ist – sie sind alle günstiger als ihre größeren Verwandten. Sogar eine 34 mm Air King oder Rolex Oyster Perpetual mit der Referenznummer 6694s sind wesentlich günstiger als die nur wenig größeren 36-mm-Verwandten Explorer oder Datejust.

 

 

Ein perfekter Deal

 

Wussten Sie, dass ein gebrauchtes Modell der eingestellten Jaeger-LeCoultre Master Perpetual Calendar mit 37-mm-Platingehäuse viel günstiger ist als das aktuelle Pendant aus Edelstahl?

Wenn Sie Interesse an Uhren haben, die mit der Zeit gesuchter und deshalb wertvoller werden, müssen Sie Ihre Hausaufgaben machen. Die Geschichte eines Modells, Werkvarianten (wie die Ebel mit dem El Primero), die Sammlerszene und der aktuelle Markt sind wichtige und sich teilweise ändernde Faktoren, die den Preis deutlich beeinflussen können. Außerdem gibt es keine Garantie, dass sich genau die Uhr, für die Sie sich entscheiden, zu einem wertvollen Sammlerstück mausert. Wir können dennoch mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass der wohlüberlegte Kauf einer Luxusuhr bessere Auswirkungen auf Ihr Konto hat als die derzeitigen Zinsraten.

Wenn Sie nun Lust verspüren, dem Hobby oder der Leidenschaft des Uhrensammelns zu frönen, sollten Sie die vielen guten Möglichkeiten nutzen, Ihre eigene „unbeliebte” Uhr zu erstehen. Wie wir gesehen haben, kann sich das wirklich auszahlen.

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