Die teuersten Uhren der Welt

Robert-Jan Broer
21.11.2016
Patek Philippe Skymoon Tourbillon 5002P
Patek Philippe Skymoon Tourbillon 5002P, Bild: Haute Time

 

In diesem Artikel wollen wir uns einige der teuersten Uhren der Welt ansehen. Für diese Uhren muss man nicht mehrere Tausend Euro hinlegen oder so viel wie für einen Porsche 911 Turbo, sondern schier astronomische Summen – in einigen Fällen mehrere Millionen. Für. Eine. Einzige. Uhr.

Dies ist nur ein Überblick über einige der teuersten Uhren der Welt. Uns ist bewusst, dass Audemars Piguet, A. Lange & Söhne und eine Handvoll unabhängiger Uhrenhersteller Zeitmesser fertigen, die ähnlich teuer oder sogar noch teurer sind. Wir werden in diesem Artikel auch keine Auktionserlöse oder Rekordsummen berücksichtigen, weil diese stark schwanken und die Preise für Vintageuhren und Einzelstücke von verschiedenen Faktoren abhängen.

Wenn Sie der Meinung sind, dass wir eine Uhr vergessen haben, die unbedingt auf die Liste gehört, bitte schreiben Sie uns einen Kommentar.

 

Vacheron Constantin Tour de I’lle

Vacheron Constantin Tour De L'ile
Vacheron Constantin Tour De L’ile, Bild: Vacheron Constantin

 

Dieses Meisterstück präsentierte Vacheron Constantin 2005 anlässlich des 250-jährigen Firmenjubiläums. Unglaubliche 834 Teile waren nötig, um die 16 Komplikationen, die in dieser Uhr stecken, umzusetzen. Die Manufaktur, die zu den ältesten der Welt zählt, fertigte nur 7 Stück an, die – damals – je 1.500.000 US-Dollar kosteten. Unter diesen 16 Komplikationen finden sich ein ewiger Kalender, eine Minutenrepetition, eine zweite Zeitzone, ein Tourbillon, eine Zeitgleichung und eine Sternkarte.

 

Richard Mille Tourbillon RM 56-02 Sapphire

Das Gehäuse der über 2 Millionen US-Dollar teuren Richard Mille RM 56-02 besteht ganz und gar aus reinem Saphir. Das und das einzigartig konstruierte Uhrwerk mit  Tourbillon machen sie zu einem echten Meilenstein. Dabei ist gar nicht das Saphirglas an sich so teuer, sondern die Herstellung eines Gehäuses aus diesem Material, das stark genug ist, um den alltäglichen Belastungen standzuhalten. Von der RM 56-02 wurden nur zehn Stück hergestellt, was jeweils 40 volle Tage (40 x 24 Stunden) in Anspruch genommen hat – allein für das Gehäuse.

 

The Hublot $5 million

Hublot Big Bang 5 Million
Hublot Big Bang 5 Million, Bild: Hublot

 

Dies ist die einzige Uhr auf dieser Liste, die ihren Preis im Namen trägt. Diese Hublot scheint ausschließlich für echte „Big Player“ gedacht zu sein. Das liegt nicht nur an ihrem Preis (bzw. ihrem Namen), sondern auch an dem extravaganten Stück an sich. Die Uhr ist mit mehr als 1.200 Diamanten besetzt, die zusammen 140 Karat entsprechen. Das Fassen der Steine wurde vom Genfer Atelier Bunter realisiert. Es ist zwar schwer zu erkennen, doch das Gehäuse besteht aus Weißgold. Im Inneren steckt das HUB1100, ein Werk mit reiner Zeitanzeige. Sie ist zudem die einzige Uhr, deren hoher Preis sich vor allem aus den Diamanten statt aus ihren Komplikationen ergibt.

 

Greubel Forsey Art Piece 1

Vor einigen Jahren stellte Greubel Forsey auf der SIHH die Art Piece vor, eine Uhr, die in Zusammenarbeit mit Willard Wigan entstanden war. Der Miniatur-Künstler Wigan fertigte Nano-Skulpturen an, die in die Art Piece eingesetzt wurden. Durch ein kleines Mikroskop im Gehäuserand auf 9 Uhr können Besitzer der Uhr die Kreationen von Wigan bewundern. Darüber hinaus verfügt die Art Piece 1 über einen Doppeltourbillon. Ihr Verkaufspreis lag bei 1,5 Millionen Schweizer Franken.

Um die Dimensionen nochmal stärker zu verdeutlichen: Die Nano-Skulpturen (wie z. B. ein Segelschiff) passen in ein Nadelöhr.

 

Patek Philippe Skymoon Tourbillon 5002P

Patek Philippe Skymoon Tourbillon 5002P
Patek Philippe Skymoon Tourbillon 5002P, Bild: Haute Time

 

Patek Philippe ist seit vielen Jahrzehnten als Meister uhrmacherischer Komplikationen bekannt. Diese Sky Moon Tourbillon spielt jedoch in einer ganz anderen Liga und war bei ihrer Einführung eine Sensation. Dieses Meisterwerk ist selbst für die Verhältnisse der Marke etwas ganz Besonderes: 13 Komplikationen auf zwei Zifferblättern – damit können nicht viele Uhren aufwarten. Zusätzlich zur reinen Zeitanzeige hat sie einen ewigen Kalender, eine Minutenrepetition, Anzeigen für die Phasen und Winkelbewegung des Mondes sowie für die Sternzeit, und eine Sternkarte. Für ungefähr 1 Million Euro kann sie Ihnen gehören.

 

Taschenuhren

Vacheron Constantin 57260 Die komplizierteste Taschenuhr
Vacheron Constantin 57260 Die komplizierteste Taschenuhr, Bild: Vacheron Constantin

 

Als wäre die vorher beschriebene Tour de I’lle nicht schon verrückt genug gewesen, stellte Vacheron Constantin zehn Jahre später die Taschenuhr Referenz 57260 vor. Patek Philippes Taschenuhr Kaliber 89 hatte 33 Komplikationen und war damit lange Zeit Rekordhalter, bis sie von der Vacheron Constantin 57260 mit ihren 57 Komplikationen geschlagen wurde. Diese 57 Komplikationen lassen sich einteilen in Zeitmessfunktionen (Tourbillon, Weltzeit, Rattrapante usw.), astronomische Funktionen (verschiedenste Kalender, darunter ein hebräischer ewiger Kalender, Sonnenauf- und Sonnenuntergangszeit, Sternkarten, Mondphasen, Sternzeit usw.) und Schlagwerksfunktionen (großes Schlagwerk, Minutenrepetition, kleines Schlagwerk, Wecker usw.). Es handelt sich hierbei um ein Einzelstück ohne offizielle Preisangabe, aber man kann sich vorstellen, dass dies eine der teuersten Uhren der Welt sein muss.

Taschenuhren bieten grundsätzlich mehr Platz für Komplikationen. Die Vacheron Constantin Reference 57260 misst beispielsweise ca. 50,55 mm x 98 mm.

 

Wie sich der Preis zusammensetzt

Es gibt mehrere Gründe, warum diese Uhren so unglaublich teuer sind. Zumindest behaupten das die Hersteller dieser Stücke.

  1. Die Verwendung und Menge wertvoller Materialien wie Diamanten, Platin usw.
  2. Die Komplexität des Werks oder, fachlich ausgedrückt, die Anzahl der Komplikationen in der Uhr.
  3. Exklusivität – wenn ein Hersteller einen großen Teil seine Energie in die Fertigung nur einer oder zweier Uhren steckt, muss er einen astronomisch hohen Preis verlangen, insbesondere wenn auch noch die beiden obigen Punkte zutreffen.

Zudem müssen natürlich auch Marketingkosten und der Wert der kreativen Arbeit in den Preis einfließen.

Ich als Uhrenliebhaber bin der Meinung, dass eine Uhr erst durch ein hochkompliziertes Werk wirklich wertvoll wird, da in dessen Entwicklung und Fertigung viele Stunden höchster Handwerkskunst geflossen sind. Wobei natürlich auch großes handwerkliches Können erforderlich ist, um Diamanten auszuwählen, zu schleifen, zu polieren und einzufassen.

 

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Robert-Jan Broer
Von Robert-Jan Broer
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