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Hublot: Wuchtige Gehäuse, filigrane Werke

Kantig außen, schmuckvolles Uhrwerk innen, großer Auftritt: Mit diesem Konzept fährt Hublot auf der Erfolgsspur. Der Schweizer Hersteller bietet wuchtige Luxusuhren mit 45 mm Durchmesser, unverwechselbarem Design und eigenen Goldlegierungen.

Vor allem das Modell Big Bang hat sich Kultstatus erobert. Die Palette reicht von imposanten Uhren mit 45-mm-Goldgehäuse und komplizierten Werken bis zur fröhlichen Big Bang Tutti Frutti. Für Hublot-Verhältnisse etwas schlichter ist die Modellreihe Classic Fusion gehalten, während die MP-Kollektion auch aus einem Science-Fiction-Film stammen könnte. Die Reihe Spirit of Big Bang unterscheidet sich durch ihr Tonneau-Gehäuse vom übrigen Portfolio.

Big Bang mit aufwendigem Kaliber in Modulbauweise

Allein in der Big-Bang-Kollektion, seinem Flaggschiff, hat Hublot mehr als 50 verschiedene Modelle zusammengefasst. Die Uhren sind voluminös und meist entsprechend schwer. Die meisten gestatten von beiden Seiten einen Blick durch Saphirglas auf das kunstvoll gestaltete Uhrwerk. Eine große Auswahl bietet die Modellreihe Big Bang Unico mit einem Gehäusedurchmesser von 45 mm. Das Uhrwerk der Unico besteht aus 330 Einzelteilen, die von Hand zusammengesetzt werden. Hublot hat eine Entwicklungszeit von 4 vier Jahren in das Kaliber investiert. Es ist so aufgebaut, dass verschiedene Komplikationen ergänzt werden können. Die Modulbauweise ermöglicht für bestimmte Unico-Varianten einen Flyback-Chronographen oder eine GMT-Funktion. Für Freunde besonders aufwendiger Werke gibt es das HUB6016 mit Tourbillon und einer Gangreserve von 5 fünf Tagen. Ein Tourbillon ist ein rundes, filigranes Drehgestell, das den Einfluss der Schwerkraft auf das Werk minimiert. Es trägt damit zu einer hohen Ganggenauigkeit bei und ist ein Merkmal besonders aufwendiger mechanischer Uhren. Die Big Bang mit Tourbillon und Rotgoldgehäuse stößt in sechsstellige EUR-Preisregionen vor.
Ein besonderes Gehäusematerial der Big Bang Unico ist das King Gold. Es handelt sich um ein Rotgold von 18 Karat mit erhöhtem Kupferanteil und einer Platin-Beigabe. Die Legierung zeichnet sich durch einen intensiven Rot-Ton aus, der auch nach vielen Jahren erhalten bleibt und nicht oxidiert. Herstellerspezifische Goldlegierungen liegen im Trend, Omega geht mit seinem Sedna-Gold, einer anderen Rotgold-Mischung, ebenfalls eigene Wege.

Magische Gold-Keramik-Mischung

Neuland betritt Hublot auch mit Magic Gold. Für dieses Material legiert der Hersteller das Gold nicht mit anderen Metallen, sondern mit Keramik. Das Ergebnis ist die weltweit erste kratzfeste 18-Karat-Gold-Legierung. Die Unico Titanium besitzt ein 45-mm-Gehäuse aus dem Leichtmetall Titan. Doch es geht auch ganz ohne Metall: Kohlefaser kommt beim Gehäuse und der Lünette der Big BGang Unico Carbon zum Einsatz. Für die Unico Black Magic verwendet Hublot einen anderen modernen Werkstoff, nämlich schwarze Keramik, die besonders unempfindlich gegenüber Kratzern ist. Zur Serie gehören auch Uhren, welche die genannten Materialen kombinieren, etwa ein Gehäuse aus King Gold oder Titan mit einem Keramik-Armband. Als „Herzeiger“ taugen besonders die Modelle mit Edelsteinbesatz: Rund 350 Diamanten von 1,18 Karat sind bei mehreren Big Bangs auf Lünette und Zifferblatt verteilt. Betont lässig gibt sich das Modell Jeans mit einer Blue-Jeans-Stoffeinlage auf dem Zifferblatt und einem Kautschuk-Armband mit Stonewashed-Stoffbeschichtung. Ein buntes, farbenfrohes Design mit Pink, Türkis und Orange zeichnet die 41-mm-Modelle der Big-Bang-Reihen Pop Art und Tutti Frutti aus. Die kleinsten Big-Bangs sind 3-Zeiger-Uhren. Sie tragen den Namen 38 MM, haben einen Gehäusedurchmesser in eben dieser Größe und richten sich an die Damenwelt.
Ist das Design der Big Bang teilweise schon außergewöhnlich, so geht die MP-Kollektion noch weit darüber hinaus und richtet sich an extrovertierte Menschen. Vor allem die MP-05 sieht aus wie ein Geheimprojekt aus einem Technologie-Labor. Das Gehäuse ist birnenförmig und misst 46 mm. Es besteht wahlweise aus Titan oder Saphirkristall. Anstelle von Zeigern verwendet die MP-05 mehrere Rollen mit aufgedruckten Ziffern. Rechts im Gehäuse befindet sich die Gangreserveanzeige, links die Rollen für Stunden und Minuten. Unten rotiert die Sekundenanzeige. In der Mitte sieht man das Handaufzugs-Manufakturkaliber mit einem vertikalen Tourbillon. Sein Blickfang aber sind die elf in Reihe angeordneten Federhäuser – normale Uhren haben ein bis zwei Federhäuser. Da ihre Anzahl die Dauer der Gangreserve maßgeblich bestimmt, steht die MP-05 erst nach 50 Tagen – für eine Armbanduhr ein sensationeller Wert.

Kooperation mit Ferrari

Bei der Entwicklung der MP-05 kooperierte Hublot mit dem wohl bekanntesten italienischen Sportwagenbauer. Deshalb trägt die Edition auch den Beinamen LaFerrari. Das Werk erinnert optisch an einen Motor. Auch beim Aufziehen der Uhr gibt Anleihen an den Rennsport. Es muss nicht an einer Krone gedreht werden, um die Federhäuser mit neuer Energie aufzuladen. Stattdessen kommt ein Mini-Schlagschrauber zum Einsatz, wie man ihn in größerer Ausführung von den Reifenwechseln in der Boxengasse kennt. Preislich nehmen sich ein roter Flitzer aus Maranello und eine MP-05 übrigens nicht viel.

Beraubter Chef der Formel 1 wirbt für Hublot

Verbindung zum Autorennsport hat der Uhrenhersteller nicht nur über Ferrari. Der Formel-1-Boss Bernie Ecclestone trägt Hublot. Er wurde aber mit Gewalt von einem Exemplar getrennt: Vier Männer überfielen ihn, schlugen heftig auf ihn ein und flohen mit seiner Armbanduhr. Hublot und Ecclestone starteten kurz darauf eine kuriose Werbekampagne: Sie zeigt das lädierte Gesicht des Rennsportmanagers und die Unterschrift „See what people will do for a Hublot“ („Sehen sie, was Leute für eine Hublot zu tun bereit sind“.)

Die schlichte Classic Fusion

Ein konventionelleres Design als die MP-Serie zeigt die Classic Fusion. In den Gehäusegrößen von 45, 42, 38 und 33 mm gibt es sie als Drei-Zeiger-Uhr mit Zentralsekunde und Datumsanzeige. Für Hublot-Verhältnisse ist diese Variante der Classic Fusion geradezu puristisch. Ihr prägendes Element ist eine Lünette, die von 6 Zierschrauben gehalten wird. Weitere Ausführungen besitzen ein Chronographen-Kaliber, eine Mondphasen- oder eine Gangreserve-Anzeige. In der Ultra-Thin-Version ist das Gehäuse der Classic Fusion extra-flach ausgeführt. Das Kaliber HUB1300.4 hat eine Gangreserve von 90 Stunden, die kleine Sekunde sitzt ungewöhnlicherweise bei 7 Uhr. Eine mit der Classic Fusion in etwa vergleichbare Uhr ist die Bulgari Diagono.

Die Alternativen: King Power und Spirit of Big Bang

Tief in die Schatztruhe gegriffen hat Hublot für die King Power Unico White Pave. Das 48-mm-Titangehäuse und die Lünette bieten schließlich genug Platz, um die rund 400 Diamanten unterzubringen. Im Design ist die Kollektion King Power nicht weit entfernt von der Big Bang. Keramik und King Gold sind, neben Titan, weitere Gehäusematerialien dieser Serie. Dies gilt auch für die Spirit auf Big Bang, die als Tonneau-Ableger der Big Bang gelten kann. Das Spirit-Modell ist mit dem Kaliber HUB4700 ausgestattet, einem automatischen Chronographenwerk mit 50 Stunden Gangreserve. Es ist skelettiert, kann also von oben durch das Zifferblatt betrachtet werden.

Zahlreiche Trophäen

Hublot fertigt seine Uhren in Nyon bei Genf. Der Italiener Carlo Crocco gründete das Unternehmen 1980 und stellte in jenem Jahr die weltweit erste Uhr mit Naturkautschuk-Armband auf der Uhrenmesse in Basel vor. Bereits 1967 hatte Crocco seine erste Uhr entworfen. Im Jahr 2004 konnte er Jean Claude Biver von Omega als Geschäftsführer gewinnen. Ein Jahr später holte Hublot mit der damals neuen Big Bang zahlreiche Auszeichnungen der Uhrenbranche. 2008 kaufte der Luxusgüterkonzern LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton S.A. Carlo Crocco die Firma Hublot ab. Zu LVMH gehört etwa auch TAG Heuer.
Hublot stellt Luxusuhren in einem eigenen, typischen Stil und mit Manufakturkalibern her. Das Design ist modern bis futuristisch.Edelstahlgehäuse sind selten vertreten, während besondere Materialien wie die Gelbgold-Keramik-Mischung Magic Gold die Marke von anderen Herstellern unterscheiden. Für eine Hublot sollte man mindestens einen vierstelligen Betrag in EUR bereithalten, die meisten Modelle liegen deutlich darüber. Eine Uhr dieser Marke ist daher immer auch ein Statussymbol, das von Fans und Fachleuten auf den ersten Blick erkannt wird.

Top Modelle von Hublot
Big Bang | Classic Fusion | King Power | Big Bang Unico | Classic | Big Bang King | Kollektion MP | Elegant | Spirit of Big Bang